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Frühkritik | Beitrag vom 22.07.2021

Neu im Kino: "In the Heights"Die Jagd nach 96.000 Dollar

Von Patrick Wellinski

Aufsicht auf einen Pool in dem mehrere Frauen in und auf Schwimmreifen schwimmen. (Courtesy of Warner Bros. Pictures)
Kraft und Zärtlichkeit: Melissa Barrera als Vanessa in "In the Heights". (Courtesy of Warner Bros. Pictures)

Mit dem Musical "Hamilton" wurde der Komponist Lin-Manuel Miranda berühmt. Nun wagt sich der Regisseur John M. Chu an diese Geschichte, die in einem New Yorker Einwandererviertel spielt. Eine moderne Empowerment-Ballade voller Energie und Lebensfreude.

Worum geht es?

Das Viertel Washington Heights in New York City ist vor allem die Heimat vieler Einwanderer aus der Dominikanischen Republik. Einer von ihnen ist der Kioskladen-Besitzer Usnavi de la Vega, der davon träumt, eines Tages genug Geld zu haben, um sich in seiner Heimat ein neues Leben aufzubauen.

Doch auch die anderen Bewohner des Viertels träumen von einem anderen Leben. Als Usnavis Cousin Sonny erfährt, dass ein Lotterie-Los, das in Usnavis Kiosk gekauft wurde, 96.000 Dollar gewonnen hat, beginnt die Jagd nach dem Geld, die ihren Höhepunkt erreicht, als es zu einem flächendeckenden Stromausfall kommt.

Was ist das Besondere?

Der Komponist, Schauspieler und Autor Lin-Manuel Miranda wurde durch sein historisches Hit-Musical "Hamilton" weltberühmt. Doch bevor er die US-Gründerväter rappen ließ, schuf er mit "In the Heights" ein semi-biografisches Musiktheater-Stück, dass sich mit den Träumen von Einwanderern beschäftigt.

Die Verfilmung von Jon M. Chu hält sich über weite Strecken an der Handlung des Broadway-Erfolgs. In den wunderbaren Songs liegt auch die eigentliche Kraft der Geschichte, die auch Assimilationsängste und Hemmungen der Einwanderer thematisiert. Insbesondere die Besetzung der weiblichen Figuren ist wunderbar gelungen, sie überstrahlen – anders als im Musical selbst – die Männer mit ihrer Kraft und Zärtlichkeit.

Fazit

"In the Heights" ist eine moderne Empowerment-Ballade, voller Energie und Lebensfreude, voller liebenswerter Figuren und auch schräger Gestalten. Dass sich dies auch in der Leinwand-Adaption bewahrt hat, liegt mehr am Ausgangsmaterial und weniger an der Regie von Jon M. Chu, der sichtlich Schwierigkeiten hatte, überzeugende Bilder zu finden.

Schon das Viertel Washington Heights wirkt wie eine lieblose künstliche Kulisse. Das Drehbuch streckt die Broadway-Geschichte unnötig in die Länge. Doch der Kern der Geschichte wehrt sich gegen die etwas lieblose Form und dürfte Miranda-Fans sehr beglücken.

"In The Heights"
Regie: Jon M. Chu
USA 2021, 143 Minuten
Mit: Anthony Ramos, Lin-Manuel Miranda, Melissa Barrera, Leslie Grace

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