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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.04.2015

Neu im Kino: "Gunman"Sean Penn lässt die Muskeln spielen

Von Hannelore Heider

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Sean Penn mit Maschinengewehr im Anschlag in der Rolle des Agenten Jim Terrier im Actionthriller "The Gunman" von Regisseur Pierre Morel. (Studiocanal)
Sean Penn in der Rolle des Agenten Jim Terrier im Actionthriller "The Gunman" von Regisseur Pierre Morel. (Studiocanal)

Sean Penn und Javier Bardem als Gegenspieler im Krieg um Rohstoffe: Leider gerät im Actionfilm "Gunman" von Pierre Morel der interessante gesellschaftliche Hintergrund aus dem Blick. Übrig bleibt eine Orgie von Schauplätzen und Schießereien.

"The Transporter", "96 Hours", "Taken" "From Paris with Love" sind Actionfilme, mit denen sich der französische Regisseur Pierre Morel – wie sein Landsmann Luc Besson – in die erste Liga der Actionregisseure katapultiert hat. "96 Hours" (2008) hat sogar eine ganze Serie angestoßen, in der Hollywoodaltstar Liam Neeson seine zweite, extrem erfolgreiche Karriere durchzieht. Genau das hatte Pierre Morel jetzt offensichtlich auch mit zwei weiteren Hollywood-Stars vor.

Sean Penn und Javier Bardem sind zumindest außergewöhnliche Hauptdarsteller in einem zwar spannenden, aber ganz konventionell das Gerne bedienenden Actionfilm. Dabei startet er vielversprechend in der Demokratischen Republik Kongo mitten im einem Krieg, der vor allem um Rohstoffe geführt wird. Aus welchen Gründen auch immer stand der damalige Bergbauminister den internationalen Investoren im Wege, worauf er von einem Söldnerkommando unter Führung von Felix (Javier Bardem) eliminiert wurde. Zum Todesschützen bestimmte er Jim Terrier (Sean Penn), der daraufhin sofort das Land und damit seine Geliebte Annie (Jasmin Trinca) verlassen musste, die in einem Auffanglager als Ärztin arbeitete. Nach Jahren sehen sich die Ex-Söldner wieder, denn Jim, der inzwischen Brunnen bohrt im Kongo, soll wie bereits zwei andere Söldner aus dem Kommando getötet werden.

Beachtliche antrainierte Muskelpakete

Es folgt eine "Orgie" von Schauplätzen und Schießerei. Über London, Gibraltar und Barcelona führt die Hatz und Sean Penn kann seine beachtlich antrainierten Muskeln spielen lassen. Wie sich herausstellt, war und bleibt Javier Bardem sein Gegenspieler, er lebt im Luxus, auch noch mit Jim Terriers Ex-Geliebten, und will die Vergangenheit und seinen Konkurrenten Sean Penn auf immer beerdigen. Der anfangs interessante gesellschaftliche Hintergrund der Actionstory ist dabei völlig aus dem Blickfeld geraten. Javier Bardem spielt die peinliche Karikatur eines Bösewichtes und Sean Penn ist bei allem körperlichen Einsatz kein wirklich überzeugender Held, zu eindimensional und auch einfach zu alt für die junge Geliebte.

An den Erfolg von Liam Neeson, der vor zwei Wochen mit dem weitaus anspruchsvolleren Actionfilm "Run all Night" in die deutschen Kinos kam, werden die beiden nicht anknüpfen können.

The Gunman
USA, Fr, GB, Spanien 2015
Regie: Pierre Morel
Darsteller: Sean Penn, Javier Bardem, Ray Winstone, Jasmin Trinca, Idris Elba
115 Minuten, ab 16 Jahren
Filmhomepage

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