Seit 09:00 Uhr Nachrichten

Freitag, 25.09.2020
 
Seit 09:00 Uhr Nachrichten

Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 23.04.2014

Neu im Kino Ansteckende Lebensfreude

Der kanadische Film "Gabrielle" thematisiert das Williams-Beuren-Syndrom

Von Jörg Taszman

Die kanadische Regisseurin Louise Archambault (m) und Schauspieler Alexandre Landry präsentierten den Film "Gabrielle" im März in Mexiko Stadt. (picture alliance / dpa / Foto:  Ulises Ruiz Basurto)
Die kanadische Regisseurin Louise Archambault (m) und der Schauspieler Alexandre Landry präsentierten "Gabrielle" im März in Mexiko. (picture alliance / dpa / Foto: Ulises Ruiz Basurto)

Gabrielle und Martin haben zwar beide eine genetische Fehlfunktion, meistern aber ihr Leben wie alle anderen auch. Als sie sich ineinander verlieben, schlagen die Gefühle Purzelbäume und die Eltern und Betreuer Alarm.

Mit viel Feingefühl, Humor und Präzision erzählt die Frankokanadierin Louise Archambault von zwei jungen Menschen Gabrielle und Martin, die sich in einander verlieben, aber beide unter dem Williams-Beuren-Syndrom leiden.

Kennen gelernt haben sie sich in einem Chor und bei der Musik und vor allem die überschwängliche Gabrielle geht in dieser ersten Liebe völlig natürlich aus sich heraus. Aber in einer Welt, die Menschen wie Gabrielle und Martin immer noch als "gehandicapt" oder "geistig behindert" tituliert und in der Eltern und Betreuer das Sagen haben, gilt so eine Liebe und der Wunsch nach Sex als Tabu. Bei einem großen, öffentlichen Open Air Konzert bei dem sich Martin und Gabrielle dann endlich wieder sehen, überschlagen sich dann die Ereignisse....

Völlig zurecht erhielt dieser schöne und sehr gelungene Film den Publikumspreis beim renommierten Filmfestival in Locarno. Die Hauptdarstellerin Gabrielle Marion-Rivard, die ebenfalls vom Williams-Beuren-Syndrom betroffen ist, überzeugt durch ihren natürlichen Charme und eine ansteckende Lebensfreude. Und so ist "Gabrielle" kein Problem- oder Thesenfilm sondern eine engagierte und überzeugendes Werk für mehr Toleranz und Freiheit auch in unserer angeblich so "freien-politisch-korrekten" westlichen Welt.

 

Gabrielle von Louise Archambault 
(Kanada 2013; Schauspieler: Mélissa Désormeaux-Poulin, Gabrielle Marion-Rivard, Alexandre Landry; Laufzeit:103 min.; FSK: ab 6 Jahre)

Filmhomepage

Mehr zum Thema:

30.03.2014 | RADIOFEUILLETON - BÜHNE
Theater - "Wir inkludieren die Nicht-Behinderten bei uns"
Gisela Höhne macht Theater mit Behinderten

Filme der Woche

Neu im KinoAttraktive Chefin im tristen Büro
Der britische Schauspieler Nick Frost (dpa / picture alliance / Dan Himbrechts)

Bruce war drauf und dran, als 13-Jähriger die Salsa-Junioren-WM zu gewinnen. Dann hat er lange mit dem Tanzen nichts mehr am Hut - bis er eine neue Chefin bekommt. Um sie zu beeindrucken, fängt er wieder damit an.Mehr

Neu im KinoUnsterblich verliebte Todgeweihte
Schauspielerin Shailene Woodley, aufgenommen am 30. März 2014 in London. (picture alliance / dpa / Tal Cohen)

Die Jugendbuchverfilmung um die 16-jährige Hasel, die unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, schafft, was schon der Romanvorlage gelang: unkonventionelle Charakterzeichnung und Herzkino ohne Gefühlsduselei.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur