Seit 17:30 Uhr Nachspiel

Sonntag, 18.11.2018
 
Seit 17:30 Uhr Nachspiel

Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.06.2016

Neu im Kino: "Agnes"Psychothriller, der einen verfolgt

Von Anke Leweke

Podcast abonnieren
Der Schauspieler Stephan Kampwirth steht vor dem Filmplakat bei der Premiere des Kinofilms "Agnes" im Abaton Kino in Hamburg. (Imago / Future Image)
Der Schauspieler Stephan Kampwirth steht vor dem Filmplakat bei der Premiere des Kinofilms "Agnes" im Abaton Kino in Hamburg. (Imago / Future Image)

Vermeintlich harmlos kommt der Film "Agnes" daher. Beim Zuschauer nimmt im Laufe des Films das Gefühl der Verunsicherung stetig zu, meint unsere Kritikerin Anke Leweke. "Agnes" sei ein eigenwilliger Psychothriller, dessen Bilder einen nicht so schnell loslassen.

Sie lernen sich am Kopierer in der Uni kennen. Agnes, die Physikstudentin, und Walter, der Sachbuchautor. Er fühlt sich von ihrer introvertierten Art, ihrer besonderen Haltung zum Leben angezogen und auch herausgefordert.

Man nähert sich an, verhalten und intensiv zugleich. Als Agnes eine Kurzgeschichte von Walter liest, die er als junger Mann geschrieben hat, fordert sie ihn auf, die Geschichte ihrer Liebe nieder zu schreiben. So macht Agnes sich selbst zum Objekt einer Erzählung, die sie irgendwann nicht mehr steuern kann.

Distanzierte Kamera, gemäßigte Farben

Das Bild, das Walter von ihr entwickelt, stimmt immer weniger mit ihrer Selbstwahrnehmung überein, gleichzeitig versucht sie, seinen Vorstellungen zu entsprechen. Immer mehr übernimmt die Fiktion das Sagen, die verschiedenen Realitätsebenen vermengen sich, die vom Regisseur geschickt ineinander montiert werden.

Die eher distanzierte Kamera, die gemäßtigen Farben, der ruhige Fluß der Bilder, der manchmal abrupt unterbrochen wird, erzeugen ein Gefühl einer Verunsicherung, die stetig zunimmt. "Agnes" ist ein eigenwilliger Psychothriller, dessen vermeintlich harmlosen Bilder einen noch lange verfolgen werden.     

"Agnes"
Von Johannes Schmid
Mit: Odine Johne, Stephan Kampwirth, Berit Menze, Sonja Baum
Deutschland 2016, 105 Minuten

 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsFlammende Herzen
Der Sänger Jan "Monchi" Gorkow (l.) und der Bassist Kai Irrgang von der Band Feine Sahne Fischfilet. (Imago Stock & People)

In was für einer Zeit leben wir, wenn sich die "Enkel von Adolf Hitler" zu Wort melden und die Vorführung eines Films verhindern können? Ist die Welt ein Jammertal oder ein Ort der Hoffnung? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Feuilletons der Woche.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

Folge 8"Siegreich" und "schiffbrüchig"
Porträt der Kulturmanagerin Adolphe Binder. (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)

Was steckt hinter der Theaterkrise in Wuppertal und den Vorwürfen gegen Jan Fabre? Warum sind die Arbeiten des Regisseurs Jürgen Gosch so unvergesslich? Im September-Theaterpodcast schauen wir auf "siegreiche" und "schiffbrüchige" Theatermacher.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur