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Breitband | Beitrag vom 28.03.2015

NetzmusikSüßes Gift und andere Lebensgefahren

Die Netzmusik am 28. März 2015

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Arsenic! ist eine junge Band aus der Bronx. Sie trägt zwar Gift im Namen, dafür wird es als Twee-Pop-Süßigkeit gereicht. Der vorgestellte Titel "Sink Your Heart" etwa: so flüchtig und hingehaucht wie Atem auf einer Fensterscheibe.

Apropos Atem: bereits seit 2008 gibt es in regelmäßigen Abständen die Breathe Compilations, auf denen CC-lizenzierte Musik aus den unterschiedlichsten Genres versammelt wird. Von der letzten Ausgabe Nr. 11 spielen wir den von Klavier und Cello getragenen Opener "Rote learning" der sechsköpfigen Band Fire to the Stars. Die Mitglieder sind zum Teil in Stockholm, zum Teil in Melbourne zuhause. Wo die sich wohl treffen, wenn sie proben?

Eine weitere Compilations-Reihe. Diesmal heißt das Label The Mill Records. Deren letzter und fünfter Sampler ist zwar nun auch schon ein Jahr alt, aber so toll, dass gleich zwei Beispiele davon ausgewählt wurden: zunächst das ungarische Trio We Are Infinite mit dem Stück "Unknown". Vergleiche von Bands sind ja immer so eine Sache, aber: erinnert gesang- und gitarrlich doch ziemlich an The xx, oder nicht?

Es folgen Hillspeak, die in Nord-Irland beheimatet sind. Was sich vermutlich auch beim Folkop-Stück "The Dusty Mountain" raushören lässt. Da nennen wir mal Mumford & Sons als einen weiteren vielleicht überflüssigen und ungerechten Klingt-wie-Vergleich.

Auf audiotool.com kann mit Synthesizer-Emulationen und anderen Software-Instrumenten online Musik produziert werden. Daraus ist eine größere Community erwachsen, in der die so entstandenen Stücke auf der Seite vorgestellt und veröffentlicht werden.

Einer der Nutzer mit dem Künstleralias Luxior ist offenbar noch Schüler und erzählt nun (auf seiner Bandcamp-Page) folgende Geschichte: sein Vater habe irgendwann die Seite zuhause geblockt, woraufhin der Sohn TOR und anderes genutzt habe, um seinem zeitintensiven Hobby weiter zu fröhnen - bis auch das nicht mehr klappte und er schließlich heimlich "unter Einsatz seines Lebens" die Blockierung im häuslichen Netzwerk wieder aufgehoben habe. Er will aber künftig etwas kürzer treten, der Schule und des Vaters wegen.

Vielleicht sollte Papa weniger streng sein: Luxiors aktuelle Titel stehen jedenfalls derzeit in den Beliebtheits-Charts auf auditool ganz weit oben, und das zurecht, fast alles mitreißende Tanztracks, wie zum Beispiel das vorgestellte "The other side".

Unabhängig von solch berichteten Abenteuern lohnt das Herumstöbern auf audiotool aber auch generell, wo sich auch der Electronica-Titel "You Found Me" des Nutzers xavrockbeats findet, perfektes Nachts-auf-der-Autobahn-Cruise-Futter.

Zu solchen Nachtfahrten würde auch das treffend benamte Stück "The Nights" von Verest passen, aber alle drei am Projekt beteiligten Künstler haben nicht mal Führerschein, sind gerade mal zwischen 14 und 17 Jahren alt.

Und mehr von der Jugend von heute: den Abschluss bildet ein Deep House-Stück "Energy" des 15jährigen DJs Chris Montoya aus Miami.

Playlist


Bild: Gecko von Anja Krieger

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Drei Menschen stehen nebeneinander auf einem Bahnsteig und gucken auf ihre Smartphones (rawpixel auf unsplash.com)

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