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Elektronische Welten / Archiv | Beitrag vom 05.06.2014

NetzempfehlungenGewinner, offene Karten und unsere Erde

Surftipps im Mai

Von Jörg Schieb

Gletscher in dem 60km langen Prins-Christian-Sund (Prinz Christian Sund) in Südgrönland. (dpa / Daniel Gammert)
Gletscherschmelze: Den sich vollziehenden Klimawandel und seine Folgen zu verstehen, dabei hilft ein Wissensportal der Helmholtz-Gemeinschaft. (dpa / Daniel Gammert)

Viel zu gucken gibt es bei den Kandidaten für den Webvideopreis. Gute Orientierung verspricht ein nicht-kommerzieller Anbieter für Onlinekarten und Geodaten. Zudem möchte eine Wissensplattform den Klimawandel verständlich machen.

Webvideopreis: Die besten Webvideos Deutschlands

Wer sich in einschlägigen Videoportalen wie Youtube, Vimeo und Co. umschaut, der bekommt vor allem Musikvideos, Filmtrailer, Ausschnitte aus dem Fernsehen und vor allem Belanglosigkeiten wie sich herumräkelnde Haustiere zu sehen. Allerdings gibt es durchaus auch richtig gut gemachte Webvideos. Videos, die speziell und ausschließlich fürs Internet hergestellt wurden, die intelligent oder unterhaltsam sind. Sehenswert im besten Sinne.

Die besten werden mit dem Webvideopreis ausgezeichnet. Dieses Jahr bereits zum vierten Mal: Was sind die besten und interessanten Webvideos im deutschsprachigen Web? Unter www.webvideopreis.de gibt es eine Übersicht über nominierte und ausgezeichnete Videos.

Die Palette ist breit: Es gibt Witziges und Skurriles, was zum Lachen oder zum Nachdenken, Spielfilme, Kunst und Lernvideos. Da ist wirklich für jeden etwas dabei. Besucher können in insgesamt 13 Kategorien stöbern, von "Cute" wie niedlich bis "Win" fürs beste Viral-Video. Auch die besten Lernvideos werden prämiert.

Im Portal können sich Besucher die Videos anschauen. Die, die einem gefallen, lassen sich verlinken oder ins eigene Webangebot einbetten. Oder auf Facebook, Google+ und Twitter die Werbetrommel dafür rühren.

Der Webvideopreis ist klug durchdacht: Gute Kategorien – und weil nicht nur schlichtes Abstimmen per Mausklick gewertet, sondern auch die Aufmerksamkeit im Web ermittelt wird, geht alles fair zu. Wer gerne Webvideos guckt: Beim Webvideopreis gibt es jede Menge zu sehen. Versprochen.

Openstreetmap: Frei verfügbare Onlinekarten und Geodaten

Ob zu Hause oder unterwegs: Onlinekarten sind ungemein praktisch, um sich zu orientieren. Doch es muss nicht immer Google Maps oder Bing Maps sein. Zwar sind die Onlinekarten von Google und Microsoft vielseitig und auch kostenlos, dennoch sind sie kommerziell. Die Onlinekarten von Google und Microsoft enthalten Werbung – und die Konzerne sammeln Daten der Benutzer.

Mit Openstreetmap gibt es eine interessante Alternative, die ebenfalls komplett kostenlos, darüber hinaus aber nicht kommerziell ist. Es gibt keine Werbung in den Karten und es werden keine Daten gesammelt. Unter www.openstreetmap.org lässt sich das Kartenmaterial einsehen. Auf dem Smartphone steht Openstreetmap ebenfalls zur Verfügung, es gibt diverse Apps.

Die auf der Webseite oder in der App gezeigten Karten basieren auf Geodaten, die von Freiwilligen in aller Welt gesammelt werden. 500.000 Menschen erfassen mit GPS-Geräten akribisch Straßen, Plätze und Gebäude, tragen wichtige Informationen in Datenbanken ein – etwa Straßennamen – und korrigieren, wenn sich etwas an Landschaften oder Straßennamen verändert hat. Auf diese Weise entstehen verlässliche Karten, die jeder kostenlos nutzen kann – so ähnlich wie bei Wikipedia.

Doch Openstreetmap ist mehr als nur ein Onlinekartendienst. Weil die Daten dahinter, die sogenannten Geodaten, ebenfalls frei zugänglich sind, lassen sich mit Openstreetmap auch eigene Projekte realisieren. Jeder kann eigene Daten mit den Openstreetmap-Daten kombinieren und auf diese Weise eigenes Kartenmaterial erstellen. Regierungen, Hilfsorganisationen und Unternehmen machen Gebrauch davon. Es sind keine Lizenzzahlungen erforderlich. Eine gute Sache!

Wissensplattform über Erde, Naturgefahren und Klimawandel

Die Erde, die Natur und den sich vollziehenden Klimawandel zu verstehen, das ist alles andere als einfach. Wissenschaftler in aller Welt versuchen aber genau das. Sie wollen Antworten auf drängende Fragen. Die Helmholtz-Gemeinschaft hat deshalb jetzt die "Earth System Knowdlege Platform" gegründet. Unter www.eskp.de ist das vielseitige und interessante Angebot zu erreichen.

Naturgefahren, Klimawandel, Schadstoffe: Das sind die Hauptkategorien des Portals. Hier können sich Besucher schlau machen über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Welche Auswirkungen haben zum Beispiel Linienflüge auf die Atmosphäre? Wie lässt sich mit dem Smartphone Feinstaub messen? Wie sehen die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Permafrost in Sibirien aus? Das Portal deckt diverse spannende Themen ab, mit Hintergründen, aktuellen Erkenntnissen und Bildergalerien.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist Deutschlands größte Wissenschaftsorganisation und trägt Erkenntnisse diverser Institute zusammen. Wer sich dafür interessiert, wie sich die Welt verändert, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Meerespegel und Küstenlandschaften hat, wo Vulkane aktiv sind und wie sich Erdbeben messen lassen, der ist auf dem neu gegründeten Portal genau richtig. Jede Woche gibt es einen umfangreichen Wochenrückblick mit interessanten Meldungen und Erkenntnisse. Ein regelmäßiger Besuch lohnt sich also.

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