Freistil, vom 08.05.2016, 20:05 Uhr

Netz-GespinsteEine kleine Kulturgeschichte der Spinne

Von Rolf Cantzen

"Die eine flocht den Faden, die zweite maß ihn, die dritte schnitt ihn ab …". Spinnen symbolisieren die Moiren, die griechischen Schicksalsgöttinnen. Sie spinnen in der Mythologie nicht nur den Lebensfaden des einzelnen Menschen, sondern den allen Lebens. Warum aber faszinieren die eher unscheinbaren Achtfüßler die Menschen seit Jahrtausenden so?

Ein Spinnennetz, das von hellen Tautropfen bedeckt ist, vor einem schwarzen Hintergrund. (picture alliance / dpa - Ralf Hirschberger)
Die Spinne war in ihrer Bedeutung für die Menschen immer schon mehr als ein Krabbeltier. (picture alliance / dpa - Ralf Hirschberger)

Sie sind älter und mächtiger als die Götter. Im Anfang war also nicht das Wort und nicht Gott, sondern die Spinne. Auch in der indischen Mythologie sind die Menschen gefangen im Gespinst der Welt, in deren Mitte die Spinne sitzt und die Menschen mehr und mehr einwickelt. In den mosaischen Religionen ist das Spinnennetz ein Symbol für die Nichtigkeit und den bloßen Schein. Die Spinne rückt in die Nähe teuflischer, dämonischer Mächte und kann die Menschen mit ihrem Gift töten. Auch in der Horrorliteratur spielt die Spinne oft eine Rolle. Es scheint kein Zufall zu sein, dass viele Menschen an Spinnenphobie leiden.

Produktion: DLF 2013

Netz-Gespinste - Eine kleine Kulturgeschichte der Spinne (PDF)

Netz-Gespinste - Eine kleine Kulturgeschichte der Spinne (Textversion)

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