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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. März 2018

Nele Hertling erhält Deutschen Tanzpreis

84-Jährige Dramaturgin wird für Lebenswerk geehrt

Für ihre Verdienste um den zeitgenössischen Tanz in Deutschland erhält die Berliner Dramaturgin Nele Hertling den Deutschen Tanzpreis 2018. Das teilte der Dachverband Tanz Deutschland in Essen mit. Nele Hertling habe die Entwicklung des Tanzes über viele Jahrzehnte geprägt, erklärte die Jury. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird am 22. September im Aalto-Musiktheater in Essen verliehen. Die bisher undotierte Auszeichnung wird seit 1983 für ein herausragendes Lebenswerk in der Tanz- und Ballettwelt vergeben. Preisträger waren unter anderem Pina Bausch, Marcia Haydée und John Neumeier.

Neuer Standort für Berliner Kollwitz-Museum gefunden

Das private Museum zieht zum Museumsstandort Schloss Charlottenburg

Die Zukunft des Berliner Käthe-Kollwitz-Museums ist gesichert. Nach Angaben von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wurde ein neuer Standort für das private Museum gefunden. Ende 2019 soll es demnach von der Fasanenstraße in den Spandauer Damm gegenüber vom Schloss Charlottenburg ziehen. Es handele sich gerade wegen der Nähe zu anderen Kunstmuseen dort - dem Museum Berggruen und dem Bröhan-Museum - um eine gute Lösung, so Lederer. Nach Angaben der Betreiber war das seit gut drei Jahrzehnten bestehende Kollwitz-Museum gefährdet, weil der Mietvertrag für sein Domizil gekündigt wurde. Nun kann es bis 2019 dort bleiben.

Köln plant Museumskomplex direkt neben dem Dom

Entscheidung soll im Mai fallen

Köln will das "Alleinstellungsmerkmal" seiner 2000-jährige Geschichte durch einen Museumsneubau stärker herausstellen. Am 3. Mai soll der Stadtrat über den Bau direkt neben dem Dom abstimmen. Damit eröffne sich "eine einmalige Chance", sagte die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Die Stadt plant den Neubau für das Kölnische Stadtmuseum, das die Geschichte der Stadt seit dem Mittelalter zeigt. Unmittelbar neben dem vorgesehenen Standort befindet sich bereits das Römisch-Germanische Museum, das die Kölner Antike behandelt. So will die Stadt die gesamte 2000-jährige Geschichte in der Zusammenschau präsentieren. Das Projekt läuft unter dem etwas irreführenden Namen "Historische Mitte". Die Kosten würden auf 116 Millionen Euro veranschlagt, sagte Reker. Fertig würde das Projekt wohl erst in zehn Jahren.

Museum Hamburger Bahnhof bietet "Happy Hour" an

Einmal monatlich freier Eintritt

Im Berliner Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof ist ab April an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16.00 bis 20.00 Uhr der Eintritt frei. Damit sollten die Ausstellungen einem größeren Publikum geöffnet und vermittelt werden, teilte der Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann, mit. Das zunächst für ein Jahr begrenzte Angebot wird von der Volkswagen AG finanziert. Normal kostet das Ticket zehn Euro. Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer appellierte an weitere Förderer und Partner, dem Beispiel zu folgen.

Millionen-Spenden für Düsseldorfer Schauspielhaus

Bürger-Kampagne brachte bisher sechs Millionen Euro ein

Für die Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses haben Bürger und Institutionen bislang fast sechs Millionen Euro gespendet. Damit sei die Modernisierung der Publikumsbereiche finanziell gesichert, teilte das Kuratorium "Schauspielhaus 2020" mit. Die von Bürgern getragene Kampagne startete im September 2017 und sammelte seitdem weit über 5,9 Millionen Euro. Ziel war es, ungefähr die Hälfte der rund zwölf Millionen Euro für die Modernisierung der öffentlichen Bereiche einzunehmen. Die andere Hälfte tragen die Stadt und das Land Nordrhein-Westfalen. Die Spendenaktion soll bis zum Ende der Spielzeit im Juli dauern. Das denkmalgeschützte Theater wird seit Jahren renoviert. Zum 50. Geburtstag im Jahr 2020 sollen die Arbeiten im und am Gebäude beendet sein.

Ulrich Raulff wird Mittler für Kulturbeziehungen

Historiker folgt auf verstorbenen Martin Roth

Ulrich Raulff (68), zum Jahresende ausscheidender Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA), übernimmt die Leitung von Deutschlands ältester Mittlerorganisation für auswärtige Kulturbeziehungen. Zum 1. Oktober wird er Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), wie die Einrichtung mit Sitz in Stuttgart und Berlin mitteilte. Er folgt auf den im August 2017 verstorbenen Martin Roth. Derzeit wird das Institut kommissarisch von dem Juristen Bernt Graf zu Dohna geführt. Raulff ist seit 2004 Direktor des DLA; seine Nachfolge tritt 2019 die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter an.

Thüringen stimmt neuem MDR-Staatsvertrag zu

Vertrag muss EU-Datenschutzregeln angepasst werden

Der MDR-Staatsvertrag soll grundlegend erneuert werden, doch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen streiten über die Details. In Erfurt hat der Thüringer Landtag mit den Stimmen der rot-rot-grünen Landesregierung und der CDU eine wichtige Änderung auf den Weg gebracht, damit Journalisten auch in Zukunft Informanten schützen können. Die AfD-Fraktion stimmte dagegen. Das sogenannte Medienprivileg erlaubt Pressevertretern Ausnahmen von Datenschutzregeln. Erst wenn alle drei MDR-Länder den Änderungen zustimmen, kann der der neue Staatsvertrag in Kraft treten.

Kassels OB will keine Kulturhauptstadt-Bewerbung

Rathaus-Chef verweist auf zu knappe Ressourcen

Kassel will nicht mehr Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2025 werden. Die knappen Ressourcen würden die Möglichkeiten der Stadt gewaltig überdehnen, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Stattdessen wolle sich Kassel auf andere kulturelle Ziele konzentrieren wie die Neuorganisation der zuletzt defizitären Kunstausstellung documenta. Die endgültige Entscheidung über die Bewerbung liegt nun beim Stadtparlament. Die Gesamtkosten schätzte die Stadtverwaltung auf 70 Millionen Euro, hinzu kämen 150 bis 200 Millionen Euro für Investitionen. Bisher hat Kassel eine halbe Million Euro für die zweite Bewerbung nach 2010 ausgegeben. Das damit erarbeitete Kulturkonzept solle weiter geführt werden, sagte der Oberbürgermeister.

Kulturhauptstadt-Bewerber treffen sich in Magdeburg

Deutsche und slowenische Städte wollen Titel für 2025

In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg kommen heute die Vertreter von sieben deutschen und drei slowenischen Städten zusammen, die 2025 europäische Kulturhauptstadt werden wollen. Auf der dreitägigen Konferenz soll diskutiert werden, ob und wie die Bewerberstädte zur Neugestaltung Europas beitragen können. Bis zum nächsten Jahr müssen sie ihr Bewerbungsbuch abgeben. Neben Magdeburg wollen Chemnitz, Dresden, Hannover, Hildesheim, Nürnberg und Zittau sowie die slowenischen Bewerber Lendava, Ljubljana und Nova Gorica europäische Kulturhauptstadt werden.

Gefälschte Aborigine-Kunst in australischem Handel

Gegenstände sollen aus Indonesien stammen

In Australien sollen in großem Stil vermeintliche Kunst von Aborigine-Ureinwohnern verkauft worden sein. Die Gegenstände sollen in Indonesien hergestellt worden sein. Die Verbraucherschutzbehörde ACCC leitete gegen eine Firma in der Nähe von Brisbane juristische Schritte ein. Mehr als 18 000 Werke sollen falsch deklariert worden sein. Unter anderem sollen Bumerangs und Didgeridoo-Blasinstrumente wie Aborigine-Kunst bemalt worden sein. Die Firma habe zudem versprochen, dass ein Teil der Einnahmen an die Ureinwohner gehe. Nach Angaben der Behörde wurden die Fälschungen bis November 2017 in Souvenir-Shops verkauft.

Iranischer Philosoph Schajegan gestorben

Schajegan promovierte an der Sorbonne

Der iranische Intellektuelle Darjusch Schajegan ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Schajegan promovierte in den 60er Jahren an der Universität Sorbonne in Paris. An der Universität von Teheran war er Professor für Sanskrit und indische Religionen. Bekannt sind seine Bücher "Kulturelle Schizophrenie" (1992) und "Terre de mirages". Der Roman wurde 2004 vom französischen Schriftstellerverband ausgezeichnet. Schajegan gehörte zu den iranischen Gelehrten, die sich gegen eine Dominanz westlichen Denkens in kulturellen und philosophischen Studien wandten. Er selbst bezeichnete sich als freien Denker.

Mark Zuckerberg gibt Fehler zu

"Facebook hat Fehler in Zusammenhang mit Cambridge Analytica gemacht"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat zugegeben, dass das soziale Netzwerk Fehler gemacht hat, die dazu geführt haben, dass Nutzerdaten von der Firma Cambridge Analytica gelesen werden konnten. Facebook werde jetzt Änderungen durchführen, um das in Zukunft zu verhindern. In einem Post auf seinem Profil sagte Zuckerberg weiterhin: "Die Firma hat Fehler gemacht, es gibt noch viel zu tun und wir werden aufstehen und uns an die Arbeit machen."

Synagogen-Gemeinde kritisiert lit.Cologne

Programm sei "einseitig anti-israelisch" gewesen

Die Kölner Synagogen-Gemeinde hat das Programm der lit.Cologne als einseitig anti-israelisch kritisiert. So seien in der Veranstaltung "Oliven und Asche" am 13. März von einigen Autoren ungefiltert "sehr starke anti-israelische Stereotype benutzt" worden, heißt es in einem Offenen Brief der Gemeinde an die lit.Cologne. Bei der Lesung seien Wahrheiten bewusst verdreht und zeitliche Abfolgen umgekehrt worden. Zudem habe es im Gesamtprogramm des Literaturfestivals keine Lesung pro-israelischer Autoren gegeben. Zudem habe Moderatorin Sonia Seymour Mikich keine kritischen Fragen gestellt. Auch Nachfragen seien nicht erlaubt gewesen, kritisierte die Kölner Gemeinde.

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