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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 20.08.2016

Naturheilkundler Andreas MichalsenDie Chancen und Grenzen der Naturheilkunde

Andreas Michalsen im Gespräch mit Klaus Pokatzky

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Eine Patientin bekommt Akupunktur-Nadeln in den Rücken.  (Imago / Science Photo Library)
Eine Patientin bekommt Akupunktur-Nadeln in den Rücken. (Imago / Science Photo Library)

Wo liegen die Möglichkeiten der Naturheilkunde, wo ihre Grenzen? Welche Krankheiten lassen sich gut behandeln – welche nicht? Und wie kann man die Schulmedizin und die Naturheilkunde bestmöglich kombinieren? Diesen Fragen stellt sich Naturheilkundler Andreas Michalsen.

"Die Schulmedizin ist in vielen Fällen ein Segen, etwa bei einem Herzinfarkt oder einem Knochenbruch", sagt Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. "Die Naturheilkunde dagegen beugt der Entstehung vieler Krankheiten vor und wirkt bei zahlreichen chronischen Leiden als Therapie genau dort, wo die Schulmedizin oft nicht mehr weiterkommt."

Die Patienten, die zu ihm kommen, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich. "Die meisten nehmen sechs bis zehn verschiedene Medikamente, die ihnen aber oft nicht helfen." Michalsen kennt beide Richtungen: Er ist von Hause aus Internist und Kardiologe und gilt als Experte für die "integrative Medizin", also für die Verschränkung von Schulmedizin und Naturheilkunde. In seiner Abteilung werden hauptsächlich Patienten mit chronischen Erkrankungen behandelt. "Es gibt eine gute Evidenz für die Wirksamkeit der Blutegeltherapie bei Arthrosen, für Akupunktur gegen Allergie und Schmerzsyndrome. für Heilfasten bei Rheuma, Yoga in der ergänzenden Krebstherapie oder Heilpflanzenextrakte bei Darmerkrankungen."

Integrative Medizin ist die Zukunft

Diese Erfahrungen würden allerdings von den meisten konventionellen Medizinern und auch den meisten Krankenkassen ignoriert.

Sein Appell: "70 Prozent der deutschen Bevölkerung möchten mit Hilfe der Naturheilkunde behandelt werden. Da muss man sich wechselseitig stärken. Mit Bewegung, guter Ernährung, Fasten, Kneipp-Güssen oder Meditation lässt sich nur wenig Geld verdienen. Gerade aber im Hinblick auf unsere älter werdende Gesellschaft mit immer mehr chronisch Kranken kann die Naturheilkunde einen entscheidenden, bezahlbaren Beitrag für die Gesundheitssicherung leisten. Wir sollten unsere Patienten ernst nehmen, wenn sie Therapien in Anspruch nehmen, die ihnen offensichtlich helfen. Die beste Kombination aus guter Schulmedizin und Naturheilkunde muss die Medizin der Zukunft sein."

Die Chancen und Grenzen der Naturheilkunde 
Darüber spricht Klaus Pokatzky am Samstag von 9 bis 11 Uhr mit dem Naturheilkundler Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandradiokultur.de – sowie auf Facebook und Twitter.

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