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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. April 2019

Nakajima plant Akustik für Münchner Konzertsaal

Der japanische Akustik-Experte Tateo Nakajima soll im neuen Münchner Konzertsaal für den richtigen Klang sorgen. Sein Büro Arup wurde nach einem Vergabewettbewerb mit der Planung der Akustik beauftragt. Das teilt das bayerische Bauministerium mit. Nakajima war unter anderem schon für die Akustik der Konzertsäle in Montreal, Sao Paulo und Breslau verantwortlich. Er soll nun mit dem Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur aus Bregenz zusammenarbeiten, das 2018 den Zuschlag für die Planung des neuen Konzerthauses im Münchner Werksviertel bekommen hatte. Das Haus soll vor allem dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine musikalische Heimat werden.

Weinendes Flüchtlingskind ist Weltpresse-Foto 2018

Das Foto eines weinenden Flüchtlingskindes an der Grenze der USA ist das Weltpresse-Foto des Jahres 2018. US-Fotograf John Moore gewann damit den renommierten „World Press Photo-Wettbewerb, wie die Jury in Amsterdam bekannt gab. Moore hatte die Szene im US-Staat Texas im Juni 2018 festgehalten: Eine junge Frau aus Honduras, die in den USA Asyl beantragen wollte, war gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter an der Grenze aufgegriffen worden. Während das Mädchen weinte, wurde die Mutter durchsucht. Eine Ausstellung aller ausgezeichneten Fotos wird in zahlreichen Ländern zu sehen sein. Rund 4.700 Fotografen hatten sich mit fast 80 000 Fotos an dem Wettbewerb beteiligt.

Gropius-Chefin leitet Jury der Biennale Venedig

Die Direktorin des Berliner Martin-Gropius-Baus, Stephanie Rosenthal, übernimmt in diesem Jahr die Leitung der Jury für die Kunstausstellung Biennale in Venedig. Das gab das Festival bekannt. Rosenthal ist seit gut einem Jahr erste Frau an der Spitze des Gropius Baus. Die Biennale (11. Mai bis 24. November) präsentiert sich in diesem Jahr zum 58. Mal. Sie gilt neben der documenta in Kassel als weltweit wichtigste Kunstschau. Während der Biennale vergibt die Jury mehrere Preise, darunter die Goldenen Löwen für den besten Beitrag in einem der nationalen Pavillons sowie für den besten Beitrag eines Künstlers in der vom US-Amerikaner Ralph Rugoff kuratierten Ausstellung "May You Live In Interesting Times".

Steinmeier würdigt Einfluss deutscher Maler

Die Künstler Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer haben Deutschland nach den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entscheidend verändert. "Wir sind skeptischer, freier, selbstkritischer, geschichtsbewusster geworden", sagte Steinmeier bei der Eröffnung der Ausstellung. "Die jungen Jahre der Alten Meister" in der Stuttgarter Staatsgalerie. Die Schau zeigt rund 110 Arbeiten der vier Maler, die in den 1960er und 1970er Jahren entstanden. Das Werk der "vier ehemaligen jungen Wilden" sei nur mit Blick auf die deutsche Geschichte, die NS-Zeit und die gesellschaftlichen Umbrüche zu verstehen, sagte Steinmeier. Ihre Kunst gehöre inzwischen zur "deutschen Seelenlandschaft". Sie sei immer auch politisch gewesen und habe bis heute nichts von ihrer "kritischen, eruptiven, ironischen, provokativen Kraft eingebüßt". Dass die Gemälde heute anders als früher geschätzt und geliebt würden, zeige, dass sich Deutschland verändert habe.

Nolde-Ausstellung im Hamburger Bahnhof

Die Nationalgalerie in Berlin stellt in ihrer neuen Schau "Emil Nolde - eine deutsche Legende" erstmals den Hitler-Anhänger, Parteigenossen und Antisemiten Emil Nolde in den Mittelpunkt. Auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse und der Auswertung des Nolde-Nachlasses in Seebüll in Schleswig-Holstein revidiert sie das bisherige Bild des Künstlers. Zugleich erzählt die Ausstellung (bis 15. September) die Rezeption des Künstlers in der Nachkriegszeit, die von ihm zu Lebzeiten eifrig befördert wurde, als eine Geschichte der Verdrängung - bis hin zur Fiktionalisierung von Noldes-Selbstbild in Siegried Lenz' Roman "Die Deutschstunde". Bislang habe ein umfassendes und differenziertes Bild von Emil Nolde gefehlt, sagte Christian Ring, Direktor der Seebüller Nolde Stiftung. Die Stiftung hatte ihr Archiv mit 25 000 bis 30 000 Dokumenten den Kuratoren für die Ausstellung erstmals geöffnet. In der Ausstellung wird auch Noldes Gemälde "Brecher" von 1936 gezeigt, das als Leihgabe im Arbeitszimmer von Bundeskanzlerin Angela Merkel hing.

Regierung will Kritik an Böhmermann nicht wiederholen

Im Prozess von TV-Entertainer Jan Böhmermann gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem Verwaltungsgericht Berlin hat sich das Kanzleramt nach Angaben des Berliner "Tagesspiegel" verpflichtet, die Kritik Merkels am umstrittenen "Schmähgedicht" künftig nicht mehr zu äußern. Merkel hatte die Satire auf den türkischen Staatspräsidenten Erdogan kurz nach der Ausstrahlung von Böhmermanns "Neo Magazin Royale" im April 2016 als "bewusst verletzend" bezeichnet. Eine Bestätigung des Kanzleramts gab es dafür laut Zeitung zunächst nicht. In dem Rechtsstreit verlangt Böhmermann die Abgabe einer Unterlassungserklärung, da die Regierung das Sachlichkeitsgebot und ihre Neutralitätspflicht verletzt habe.

Protest nach Ermittlungen gegen Künstlergruppe

Auch nach Einstellung der Ermittlungen gegen den Gründer der Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) gibt es weiter Protest. Das Berliner Maxim Gorki Theater, fordert in einem offenen Brief, den Vorfall aufzuarbeiten. Zu den Erstunterzeichnern gehören der Musiker Herbert Grönemeyer, der Satiriker Jan Böhmermann, der Journalist Deniz Yücel und die Initiatorin des Holocaustmahnmals in Berlin, Lea Rosh. Die Staatsanwaltschaft Gera habe "massiv in die Grundrechte von Künstler*innen" eingegriffen, heißt es darin. Der Brief ist auch als Petition im Internet veröffentlicht worden. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Hintergrund war die Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals, die die Gruppe in Nachbarschaft des Wohnhauses von AfD-Politiker Björn Höcke im thüringischen Bornhagen im November 2017 aufgestellt hatte. In dem offenen Brief sprechen die Unterzeichner von einem "skandalösen Vorgehen". Sie forderten Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) auf, seine Kontrollpflicht wahrzunehmen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange festgenommen

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks ist in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Das teilte die Londoner Polizei via Twitter mit. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat den Entzug des diplomatischen Asyls für ihren Gründer Julian Assange als "illegal" und Verletzung internationalen Rechts gebrandmarkt. In einer unmittelbar nach der Verhaftung des 47-Jährigen bei Twitter veröffentlichten Erklärung hieß es, der ecuadorianische Botschafter habe die britische Polizei "eingeladen", Assange zu verhaften. Der Wikileaks-Gründer hatte sich 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um einer Auslieferung wegen Vergewaltigungsvorwürfen an Schweden und einem von ihm befürchteten Prozess in den USA zu entgehen.

Prozess gegen Yücel erneut vertagt

Der Prozess gegen den Journalisten Deniz Yücel in der Türkei ist erneut vertagt worden. Ein Istanbuler Gericht setzte den nächsten Termin für den 16. Juli an. Das teilt die türkische Organisation MLSA mit. Yücels Verteidiger hatte demnach um die Verschiebung gebeten, weil sein Mandant erst im Mai vor einem deutschen Gericht aussagen werde. Der damalige Türkei-Korrespondent der "Welt" saß von Ende Februar 2017 an im Hochsicherheitsgefängnis Silivri nahe Istanbul in Untersuchungshaft. Nachdem die Staatsanwaltschaft knapp ein Jahr später eine Anklageschrift gegen den Journalisten vorlegte, verfügte ein Gericht seine Freilassung. Yücel verlies anschließend die Türkei. Er ist in Abwesenheit wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung angeklagt. Ihm drohen bis zu 18 Jahren Haft. Der Prozess hatte im vergangenen Juni begonnen.

Unibibliothek Bonn erhält über 600 Schriften zurück

Für die Bonner Unibibliothek ist es ein Sensationsfund: Sie erhält über 600 teils mittelalterliche Schriften zurück. Die Bücher galten seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Zu den kostbaren Schriften zählten mittelalterliche Handschriften und Urkunden, historische Karten sowie frühe und seltene Drucke. Die Tochter eines belgischen Besatzungssoldaten hatte sie bei Sotheby's versteigern wollen. Die dortigen Experten ermittelten den Wert und den rechtmäßigen Besitzer. Die Parteien einigten sich den Angaben zufolge schnell und einvernehmlich über die Rückgabe. Es ist die größte gelungene Rückführung von vermissten Büchern in der 200-jährigen Geschichte der Universitätsbibliothek", teilte die Universität mit.

Bundesgerichtshof vertagt Klage gegen Facebook

Das Verfahren wurde ausgesetzt, um ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs abzuwarten. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Es geht um Spiele anderer Anbieter im sogenannten „App-Zentrum" bei Facebook. Zumindest in der Version von 2012 stimmten Nutzer mit ihrem Klick auf „Sofort spielen" automatisch der Übermittlung ihrer Daten an den Spielebetreiber zu. Der BGH zieht die Möglichkeit in Betracht, dass eine Klage dagegen aber den Datenschutzbeauftragten vorbehalten sein könnte.

Gedenken in Buchenwald

In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald wird an die Befreiung des Lagers vor 74 Jahren erinnert. Zu diesem Anlass wird auch eine neue Gedenktafel für Dietrich Bonhoeffer eingeweiht. Bonhoeffer war vor seiner Ermordung zwei Monate lang in dem damaligen Konzentrationslager nahe Weimar inhaftiert. Er war ein prominenter Vertreter der Bekennenden Kirche und am Widerstand gegen das NS-Regime beteiligt. Außerdem ist eine Schweigeminute zum Zeitpunkt der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers geplant. Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin Heike Taubert (SPD) wird in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora in der Nähe von Nordhausen sprechen. Ende Januar dieses Jahres hatte die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mitgeteilt, dass bei ihren Gedenkveranstaltungen AfD-Politiker nicht willkommen sind. Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, begrüßte die Entscheidung. Er sagte, man könne den Überlebenden nicht zumuten, auf einen Politiker wie AfD-Landeschef Höcke zu treffen.

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