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Echtzeit | Beitrag vom 10.02.2018

Nachhaltige TextilienWie Kleidungsstücke recycling-fähig werden

Ina Budde im Gespräch mit Katja Bigalke

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Eine Frau in einem gestreiften Shirt steht in einem Wald. (Unsplash / Demetrius Washington)
Der Großteil der heute produzierten Kleidungsstücke ist nicht recyclingfähig (Symbolfoto). (Unsplash / Demetrius Washington)

Von Mode bleibt meist nur Müll übrig. Denn um recycelt werden zu können, müssten die Materialien "sortenrein" sein, erklärt die Berliner Designerin Ina Budde. Damit sich das ändert, hat sie eine Beratungsfirma gegründet.

Der Großteil der heute produzierten Kleidungsstücke ist nicht recyclingfähig, wird daher irgendwann zerschreddert und als Füllmaterial genutzt oder endet als Müll. Die Berliner Designerin Ina Budde will das ändern und mit ihrem Start-up Design for Cicularity nicht weniger als die Modeindustrie revolutionieren. 

Budde setzt auf "besondere Technologien", mit deren Hilfe Fasern zu gleichem Wert regeneriert und wiederverwendet werden können.

Das erfordere allerdings eine bestimmte Gestaltung der Kleidungsstücke und es müssten bestimmte Stoffe eingesetzt werden, sagte Budde im Deutschlandfunk Kultur. Die Aufgabe ihrer Firma sieht sie darin, den großen Modemarken zu helfen, "die Produkte wirklich sortenrein und recycling-fähig zu gestalten".

Fasern werden eingeschmolzen und wieder neu ausgesponnen

Budde vergleicht das Prinzip des Faserrecyclings mit dem Glas- oder Papierrecycling. Glas müsse etwa nach Farben sortiert werden, um im Recyclingprozess wieder klares Glas herstellen zu können.

"Genauso ist es bei der Textilie auch: Wir müssen sortenrein recyclen, also das heißt: Baumwolle in einen Zyklus geben und Polyester in einen anderen Zyklus, so dass wieder neue Fasern regeneriert werden können. Das ist im Prinzip ein chemischer Prozess, bei dem die Fasern eingeschmolzen werden und wieder neu ausgesponnen werden, so dass sie wirklich zu gleichem Wert regeneriert werden."

"Materialgesundheit mitdenken"

Voraussetzung in diesem Prozess sei es, die "Materialgesundheit mitzudenken" – also nicht Chemikalien oder Müll zirkulieren lassen, sondern wirklich hochwertige Stoffe.

Rund um das Material-Recycling könnten sich "viele Business-Modelle für Marken etablieren", meint Budde, "wo es nicht nur ums Verkaufen geht, sondern auch um Services, die rund um das Produkt angeboten werden können".

(huc)

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