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Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Nachbau der Lascaux-Steinzeithöhle eröffnet

Original-Bemalungen sind 18000 Jahre alt

Die spektakuläre Nachbildung der berühmten Höhle von Lascaux im Südwesten Frankreichs hat ihre Türen geöffnet. Ab heute kann die Öffentlichkeit erstmals alle steinzeitlichen Malereien in Originalgröße sehen, die 1940 in der Höhle entdeckt worden waren. Die Reproduktion wurde nahe der echten Grotte errichtet, die in Montignac im Département Dordogne, rund 200 km östlich von Bordeaux, liegt. Die als "Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte" bekannte Höhle musste 1963 für das Publikum geschlossen werden. Pilzbefall, der durch die Atemluft von tausenden Besuchern entstanden war, bedrohte die rund 18 000 Jahre alten Wandmalereien. Die Lascaux-Grotte gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe der Unesco. Der Nachbau kostete mehr als 60 Millionen Euro. Erwartet werden jährlich rund 400 000 Besucher.

Keine Entschädigung für NS-Nachdrucke

Bundesgerichtshof sieht Beschlagnahmung als rechtens an

Der britische "Zeitungszeugen"-Verleger Peter McGee hat keinen Anspruch auf Entschädigung für die Beschlagnahme von nachgedruckter NS-Propaganda. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob ein entsprechendes Urteil der Vorinstanz auf. Der Unternehmer hatte im Januar 2009 das Journal "Zeitungszeugen" in Deutschland auf den Markt gebracht, dem Nachdrucke des NS-Hetzblatts "Völkischer Beobachter" vom 1. März 1933 und des NS-Propagandaplakats "Der Reichstag in Flammen" beilagen. Für die Beschlagnahme von 12 000 Exemplaren auf Anordnung des Amtsgerichts München forderte der Unternehmer mehr als 2,6 Millionen Euro Schadenersatz vom Freistaat Bayern. Landgericht und Oberlandesgericht hatten dem Anspruch dem Grunde nach zugestimmt.

Berlinale zeigt Filme mit Penélope Cruz und Bruno Ganz

Heute wurden die ersten zehn Wettbewerbsbeiträge mitgeteilt

Bei der 67. Berlinale werden Filme mit Stars wie Penélope Cruz, Richard Gere und Bruno Ganz zu sehen sein. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (9. bis 19. Februar 2017) gaben heute die ersten Filme für den Wettbewerb um den Goldenen Bären bekannt. Dazu gehören Werke der Regisseure Aki Kaurismäki, Oren Moverman, Agnieszka Holland und Sally Potter. Der deutsche Filmemacher Andres Veiel ("Black Box BRD") ist mit seinem neuen Dokumentarfilm "Beuys" über das Leben des Künstlers Joseph Beuys im Rennen um die Berlinale-Trophäe. Die insgesamt zehn Produktionen und Co-Produktionen- neun davon sind Weltpremieren - kommen aus europäischen Ländern sowie aus Chile, Libanon, Senegal und den USA.

Gurlitts Testament ist gültig

Oberlandesgericht weist Anspruch der Cousine zurück

Das Testament des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ist nach Auffassung des Oberlandesgerichts München gültig. Damit kann die millionenschwere Kunstsammlung nun an das Kunstmuseum Bern gehen, teilte das Oberlandesgericht mit. Das Gericht ließ die Revision nicht zu. Der 2014 verstorbene Gurlitt, in dessen Schwabinger Wohnung und Salzburger Haus mehr als 1200 Kunstwerke gefunden wurden, hatte seine millionenschwere Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Seine Cousine Uta Werner aber zweifelte das Testament an und erhob selbst Anspruch auf die Sammlung. Sie gab an, dass Gurlitt nicht in der geistigen Verfassung war, ein Testament zu machen. Das Gericht widersprach dieser Auffassung. Viele der Bilder aus Gurlitts Sammlung stehen noch immer im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Kulturstaatsministerin Monika Grütters begrüßt das Urteil. "Diese Entscheidung hilft uns, die Aufklärung des Kunstfundes zügig und transparent fortzusetzen," sagte sie in Berlin. Bevor die Sammlung tatsächlich in die Schweiz gehen kann, muss der Freistaat Bayern eine Ausfuhrgenehmigung erteilen. Grund ist das viel kritisierte Kulturgutschutzgesetz, das im Sommer verabschiedet wurde.

"Brexit" schafft Einzug ins Oxford Dictionary

"Grexit" war Vorlage für die Beschreibung des Austritts aus der EU

Die Wortkonstruktion "Brexit" ist seit der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt ihres Landes in den allgemeinen Sprachgebrauch übergangen - jetzt erscheint der Begriff auch im Standardwörterbuch der englischen Sprache. Das Oxford English Dictionary definiert das Wort in seiner neuesten Ausgabe als "der (vorgeschlagene) Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union und der damit einhergehende politische Prozess". "Brexit" - die Verschmelzung von "Britain" (Großbritannien) und "Exit" (Austritt) - sei bereits fünf Jahre, nachdem es erstmals aufkam, ein geflügeltes Wort, erklärte die Wörterbuch-Redaktion. "Die Geschwindigkeit, in der es breit benutzt und verstanden wurde, ist beeindruckend", hieß es. Dies liege daran, dass es "die zunehmende Bedeutung des von ihm beschriebenen Phänomens" zeige. Seit Ende 2016 sei es ein globaler Begriff. Das Wort "Brexit" war in Anlehnung an "Grexit" entstanden, womit im Zuge der griechischen Finanzkrise das Szenario eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone und auch der EU beschrieben wurde. Auch "Grexit" wurde nun erstmals ins Oxford-Wörterbuch aufgenommen.

Dündar sagt Laudatio bei Beethovenpreis ab

Grund seien weitreichende, starke Reaktionen in Europa und der Türkei

Ein geplanter Auftritt des türkischen Journalisten Can Dündar bei der Verleihung des Beethovenpreises für Menschenrechte ist kurzfristig abgesagt worden. Gemeinsam mit Dündar habe man entschieden, die Laudatio zurückzuziehen, weil sie "weitreichende, starke Reaktionen in Europa und der Türkei hervorgerufen" habe, teilte die Bonner Beethoven Academy als Veranstalter heute mit. Dündar, bis August Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet", sollte am Samstag in der Bonner Kreuzkirche die Festrede auf den diesjährigen Preisträger, den türkischen Starpianisten und Bürgerrechtler Fazil Say halten. Vor allem auf Facebook habe es harsche Reaktionen teilweise "unter der Gürtellinie" gegeben, sagte der Intendant der Beethoven Academy, Torsten Schreiber. Diese seien gesichert und an die Polizei weitergeleitet worden. An der Preisverleihung werde Dündar nun gar nicht teilnehmen. Der "Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion" war 2015 ins Leben gerufen worden. Erster Preisträger war der syrisch-palästinensische Pianist Aeham Ahmad, der in den Ruinen von Damaskus auf der Straße gegen die Gewalt in seinem Heimatland Syrien Klavier gespielt hatte.

Erfolg für Festspiele im Wagner-Prozess

Klage von Nike Wagner und Anhang abgewiesen

Die Angehörigen von Wieland Wagner haben im Ringen um Einfluss auf dem Grünen Hügel in Bayreuth eine juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Bayreuth wies die Klage von Wielands Tochter Nike Wagner, ihren Geschwistern und ihrer Tante Verena Lafferentz-Wagner ab. In dem Streit des Wieland-Stammes gegen die Richard-Wagner-Stiftung und die Bayreuther Festspiele GmbH ging es um den Mietvertrag des Festspielhauses - und um das Prozedere, wie die Festspielleitung bestimmt wird. Aufgrund der ausgehandelten Details können Bund und Land daher nun fast allein über die Festspielleitung entscheiden - zum Ärger des Wieland-Stammes. Das Gericht ging jedoch nicht davon aus, dass der Mietvertrag dazu diente, die Kläger zu schädigen, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung.

Patti Smith erklärt Aussetzer

Bei Nobelpreisverleihung habe sie die Worte nicht herausbekommen

US-Sängerin Patti Smith hat ihren Text-Aussetzer bei der Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Bob Dylan am vergangenen Samstag in Stockholm erklärt. Sie habe nicht die Worte vergessen, schrieb die 69-Jährige in einem Essay für "The New Yorker". "Ich habe sie einfach nicht herausbekommen." Dieses seltsame Phänomen sei dann nicht vorbeigegangen, so dass sie den Song habe abbrechen müssen. Noch am Morgen sei sie den Song im Kopf durchgegangen, schreibt sie und berichtet von der angenehmen Atmosphäre und den guten Proben vor der Zeremonie. Doch dann ging die Verleihung los. "Als ich da saß, dachte ich an all die Preisträger der Vergangenheit, wie sie zum König gingen, um ihre Preise entgegen zu nehmen. Hermann Hesse, Thomas Mann, Albert Camus." Bob Dylan hatte in diesem Jahr als erster Musiker den Nobelpreis für Literatur gewonnen, an der Verleihung jedoch nicht selbst teilgenommen.

Nürnberg will Europas Kulturhauptstadt 2025 werden

Der Stadtrat beschloss die Bewerbung

Nürnberg wirft für die Wahl der Kulturhauptstadt Europas 2025 seinen Hut in den Ring. Der Stadtrat habe die Bewerbung beschlossen, teilte die Stadtverwaltung mit. Voraussichtlich kämen auf die Stadt durch die Bewerbung Kosten von etwa fünf Millionen Euro zu. Derzeit planten auch Magdeburg, Mannheim, Kassel, Chemnitz, Hildesheim, Dresden und Leipzig eine Bewerbung, teilte Nürnberg mit. Neben einer Kommune aus Deutschland dürfe sich für 2025 auch eine Stadt aus Slowenien bewerben.

Österreichischer Architekt Harry Glück gestorben

Der Wiener starb mit 91 Jahren in seiner Geburtsstadt

Der Architekt Harry Glück ist verstorben. Der "Doyen des sozialen Wohnungsbaus" bezeichnete seinen staatlich geförderten Wohnpark Alt Erlaa selbst als sein Opus Magnum. Schwimmbäder am Dach, viele Kommunikations- und Freizeiträume und viel Grün: Das machte sein Bauphilosophie aus. Geboren am 20. Februar 1925, studierte Glück nach dem Krieg zunächst Bühnenbild und Regie am Max-Reinhardt-Seminar. Dann wechselte er zum Architekturstudium an die Technische Hochschule Wien. 1966 eröffnete er sein eigenes Büro. 1985 veröffentlichte Glück zusammen mit Irenäus Eibl-Eibelsfeld und Hans Hass das Buch "Stadt und Lebensqualität".

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