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Wortwechsel | Beitrag vom 14.02.2020

Nach Rücktrittsankündigung von Kramp-KarrenbauerDie CDU sucht nach sich selbst

Moderation: Monika van Bebber

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Annegret Kramp-Karrenbauer geht im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale, vor einer gelben Wand entlang (picture alliance/Gregor Fischer/dpa)
Angekündigter Abgang: Annegret Kramp-Karrenbauer will sich im Laufe des Jahres vom Parteivorsitz zurückziehen. (picture alliance/Gregor Fischer/dpa)

Seit Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rücktritt von Bundesvorsitz und Kanzlerkandidatur angekündigt hat, ist in der CDU nichts mehr klar: Weder die inhaltliche Ausrichtung noch die Nachfolge oder der Zeitplan. Wie geht es jetzt weiter für die Partei?

Mit der Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin ist eine inhaltliche Neuausrichtung der CDU verknüpft. Unter den Parteimitgliedern gehen die Vorstellungen von der Zukunft ihrer Partei allerdings weit auseinander. Während die Einen sich eine Fortsetzung des Kurses von Angela Merkel wünschen, möchten Andere konservative Werte wieder mehr ins Zentrum der Partei rücken. Und auch bei organisatorischen Fragen herrscht in der CDU Uneinigkeit: Annegret Kramp-Karrenbauer möchte sich für den Prozess der Neuorientierung bis Dezember Zeit nehmen. Holger Stahlknecht dagegen, der CDU-Chef von Sachsen-Anhalt, drängt auf schnelle Entscheidungen.

CDU-Krise löst international Sorge aus

Aber nicht nur in Deutschland, auch international schürt der Umbruch in der CDU Besorgnis. Die New York Times titelte in dieser Woche: "Die Merkel-Nachfolge-Krise hinterlässt auch Europa führungslos." Die "Financial Times" aus London fürchtet, eine längere "Phase der Selbstreflexion" in der CDU könne zu einer weiteren Destabilisierung des "multilateralen Systems" führen. "Es ist daher nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa von entscheidender Bedeutung, dass die CDU gestärkt und mit einem ebenbürtigen Nachfolger Merkels aus ihrer Gewissensprüfung hervorgeht."

Um diese unterschiedlichen Aspekte der gegenwärtigen Suche der CDU nach sich selbst geht es in diesem "Wortwechsel".


Es diskutieren:
Prof. Sophie Schönberger, Direktorin des Instituts für Internationales Parteienrecht und Parteienforschung an der Universität Düsseldorf

Róża Thun, Abgeordnete der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. In Polen gehört sie der Partei "Platforma Obywatelska" (deutsch: Bürgerplattform) an

Prof. Andreas Rödder, Leiter des Fachbereichs Neueste Geschichte an der Universität Mainz

Stephan Detjen, Leiter des Hauptstadtstudios von Deutschlandfunk Kultur

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