Hörspiel, vom 14.12.2014, 18:30 Uhr

Nach Jerusalem

Von Tankred Dorst / Mitarbeit: Ursula Ehler

Tankred Dorsts Stück spielt nachts im Heizungskeller eines noch nicht ganz fertiggestellten Hotelhochhauses. Dort nämlich haben sich nach und nach ein paar sehr seltsame Gestalten eingefunden, die offenbar für diese Nacht hier ihre Bleibe suchen.

Der Schriftsteller Tankred Dorst steht am 18.09.2013 auf der Buehne im Theater in Meiningen ( Thueringen ). (picture alliance / dpa  / ZB / Michael Reichel)
Der Schriftsteller Tankred Dorst - September 2013 (picture alliance / dpa / ZB / Michael Reichel)

So fremd diese Menschen uns und auch sich selbst sind, so vertraut gehen sie andererseits miteinander um. Allesamt sind sie Entwurzelte, Verlorene, Unbehauste, die entweder von Erinnerungen oder von Träumen oder von erfundenen Identitäten leben. Und ob sie sich nun gegenseitig beschimpfen oder Hochachtung mimen, ob sie sich streicheln oder verletzen, sich ihre Traumgeschichten gönnen oder zerstören - immer liegt eine leicht resignierte Melancholie über den Sätzen, ein nie ausgesprochenes Wissen um die Unerreichbarkeit eines irdischen Paradieses.

Bearbeitung: Friederike Roth
Regie: Otto Düben
Mit: Gustl Halenke, Hermann Lause, Helmut Stange u.a.
Ton: Karlheinz Stoll
Produktion: SDR 1992

Länge: 70'22

Tankred Dorst, geboren 1925 in Oberlind/Thüringen, Dramatiker, Prosa- Drehbuch- und Hörspielautor. Zahlreiche Auszeichnungen: Georg-Büchner-Preis 1990, Deutscher Theaterpreis "Der Faust" 2012.

Anschließend:
"Mein Sohn Jeschua" von Ekkehard Roth (RIAS Berlin 1972)

Länge: 15'25

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