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Thema / Archiv | Beitrag vom 19.06.2009

Musikproduzent: Konzept der "Popkomm" hat sich überholt

Tim Renner: Messe ist Selbstdarstellungsfeier der Musikindustrie

Ein Werbetechniker klebt auf dem Messegelände in Berlin 2008 das Popkomm-Logo (AP)
Ein Werbetechniker klebt auf dem Messegelände in Berlin 2008 das Popkomm-Logo (AP)

Der Musikproduzent und frühere Vorstandsvorsitzende der Universal Music Group in Deutschland, Tim Renner, hat die Absage der Berliner Musikmesse "Popkomm" kritisiert. Offizieller Grund für die Absage ist, dass man gegen Internetpiraterie protestieren wolle. Renner allerdings glaube vielmehr, dass sich das Konzept der Messe überholt habe.

Sie sei weder ein Talent-Event noch ein Publikums-Event: "Es ist eine Selbstdarstellungsfeier der Musikindustrie. Und die hat in der Tat wenig zu feiern in dem Moment, wo sie ihr Geschäftsmodell nicht mehr im Griff hat."

Renner verwies darauf, dass sich die entscheidenden Umsatzeinbrüche der Musikindustrie bereits in den Jahren 1998 bis 2003 abgespielt hätten: "Wie Herr Gorny immer betont vom Bundesverband Musikindustrie, fällt der Markt kaum mehr. Weshalb dann jetzt die Messe absagen?"

Renner äußerte sich auch über die am Donnerstag erfolgte Entscheidung eines US-Schwurgerichts in Minnesota, das eine Einzelperson wegen der illegalen Verbreitung von 24 Songs über die Internet-Tauschbörse "Kazaa"zu einem Schadenersatz von 1,92 Millionen Dollar verurteilt hatte. Von derart drastischen Urteilen erwarte er keine Signalwirkung, erklärte er: "Im Internet geht es maßgeblich um Freiheiten. Und diese Freiheit nutzt man für neue Geschäftsmodelle, für neue Möglichkeiten, die es durchaus gibt. Oder man beschränkt sie. Aber sobald man Freiheit beschränkt und dann noch Leute so drakonisch verurteilt, dann schafft man Märtyrer."

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