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Mittwoch, 28.10.2020
 
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Einstand | Beitrag vom 28.09.2020

Musikgymnasium Schloss BelvedereDie Hochbegabtenförderung in Weimar erhalten

Anne-Kathrin Lindig im Gespräch mit Carola Malter

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Eine Luftaufnahme einer Barockanlage mit Schloss und Garten und Nebengebäuden. (imago images / imagebroker)
Das Ensemble von Schloss und Park Belvedere bei Weimar, neben dem sich das Musikgymnasium befindet. (imago images / imagebroker)

In der DDR war das Musikgymnasium Schloss Belvedere eine von vier "Kaderschmieden" für den musikalischen Nachwuchs. Mit der deutschen Einheit stand diese Förderung vor 30 Jahren in Frage. Doch heute ist das Gymnasium eine weit über Thüringen hinaus anerkannte Institution

Das Gymnasium mit mehreren Wohn- und Übungshäusern und einem modernen Konzertsaal am Rande von Weimar, idyllisch gelegen auf den Hügeln der Eichenleite, bietet 120 Schülerinnen ab der Klasse 5 exzellenten Unterricht, der sie bestens auf ein späteres Studium vorbereitet. 

Ein heller Neubau steht am Ufer eines Sees. (imago images / imagebroker)Idyllisch gelegen: der Neubaukomplex des Musikgymnasiums Belvedere bei Weimar. (imago images / imagebroker)

Die musikalische Ausbildung hat in Weimar eine lange Tradition und reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. 1949 wurde mit der Gründung der Musikschule "Lutherstadt Eisleben - Berufsvollschule für Musik" eine neue Institution der noch jungen DDR zur Förderung der Musik gegründet.

Musiker-Mangel

Als mit dem Bau der Mauer 1961 viele Musiker dem Land den Rücken kehrten und damit auch die Orchester in große Not brachten, gewann die Ausbildung von Musikern eine neue Dringlichkeit. Talente wurden zu einem kostbaren Kapital, Begabtenförderung ein verordnetes Staatsziel. Das Musikgymnasium Weimar, eines von vier Gymnasien dieser Art in der DDR, sollte sie liefern.

Orientierung in neuer Gesellschaft

"Das Juwel der Thüringer Bildungslandschaft", wie es die erste Kultusministerin Christine Lieberknecht 1990 nannte, hatte in den alten Bundesländern kein Pendant. Das autonome Musikgymnasium als Teil der Hochschule für Musik FRANZ LISZT war eine ostdeutsche, sehr erfolgreiche Förderkonstruktion.

Dass sie in der neuen Bundesrepublik eine Zukunft haben würde, war 1990 keineswegs sicher. Anne-Kathrin Lindig, Geigerin und Vizepräsidentin für künstlerische Praxis an der Musikhochschule Weimar, erinnert sich an spannende und keineswegs konfliktlose Zeiten. 

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