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Interview | Beitrag vom 03.03.2021

Musikgymnasien in der Pandemie"Aus den Ohren, aus dem Sinn"

Solveig Siede im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Ein Metronom steht in einem Gymnasium in Frankfurt am Main während des Musikunterrichtes auf dem Flügel. (picture alliance/ dpa / Frank Rumpenhorst)
Der Musikunterricht und speziell die deutschen Musikgymnasien leiden enorm unter dem Wegfall des Präsenzunterrichts. (picture alliance/ dpa / Frank Rumpenhorst)

Die Musikgymnasien sind durch die Pandemie schwer getroffen. Am Landesgymnasium für Musik in Wernigerode sei es still geworden, berichtet die Lehrerin Solveig Siede. Sie fürchtet angesichts sinkender Schülerzahlen um die Ausgewogenheit der Chöre.

Die Coronapandemie bringt das Leben der meisten Menschen durcheinander und wirkt sich auf viele Bereiche negativ ein. Einer davon ist die Musik. Konzerte sind abgesagt, Chöre können nicht mehr ordentlich proben, Instrumentalunterricht fällt aus oder kann nur per Video stattfindet.

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Die Folgen der Pandemie spüren besonders die Musikgymnasien, wie Solveig Siede berichtet. Sie ist Lehrerin am Landesgymnasium für Musik in Wernigerode, dem seit 1951 der bekannte Rundfunk-Jugendchor Wernigerode angebunden ist.

Weniger Außenwirkung für Gymnasium

In ihrer Schule sei es "auf einmal still geworden", berichtet Siede. Früher sei "vor morgens bis abends gesungen worden".  Außerdem seien die Bewerberzahlen für die Eignungsprüfung zurückgegangen. Der Grund dafür sieht die Pädagogin darin, dass die Schule sich nicht nach außen darstellen könne:

"Wenn unsere Chöre nicht singen, werden wir nicht mehr gehört", unterstreicht die Musiklehrerin und Fachbereichsleitung Musik am Vormittag. "Wahrscheinlich ist es auch beim Chorsingen so: aus den Ohren, aus dem Sinn."

Konkret bedeuteten die Veränderungen für die Schule, dass, wenn es weniger Schüler gebe, auch weniger Lehrer eingesetzt werden könnten. Dadurch drohe, dass es zukünftig nur noch eine statt wie bisher zwei Klassen pro Jahrgang gebe.

Die Folgen der ausbleibenden Schüler wären zudem, dass die Zahl der Stimmen und deren Ausgewogenheit in den Chören nicht mehr passen würden. "Man könnte sagen, es ist vielleicht der Anfang vom Ende, um es mal ganz dramatisch auszudrücken."

(rzr)

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