Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Donnerstag, 15.11.2018
 
Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. Juli 2018

Musikerinnen werfen Festspielleiter Übergriffe vor

Die Vorwürfe stammten aus der Zeit von 1998 bis 2017

Fünf Musikerinnen eines österreichischen Klassikfestivals haben in einem offenen Brief sexuelle Übergriffe durch den künstlerischen Leiter beklagt. Gustav Kuhn habe sie gegen ihren Willen geküsst, angefasst, schikaniert und in der Öffentlichkeit herabgesetzt, erklärten sie. Die Vorwürfe stammten aus der Zeit von 1998 bis 2017, als sie bei den Festspielen Erl beschäftigt gewesen seien. Den Brief unterzeichneten die deutsche Sopranistin Bettine Kampp, die Geigerin Aliona Dargel aus Weißrussland, ihre albanische Kollegin Ninela Lamaj, die deutsche Mezzosopranistin Julia Oesch und die Sopranistin Mona Somm aus der Schweiz. Sie seien empört, dass trotz der bekannten Fakten bisher noch keine Konsequenzen gezogen worden seien. Ein Anwalt der Festspiele beschrieb den offenen Brief in einer Stellungnahme als unverantwortlich. Kuhn werde sich juristisch gegen die Vorwürfe wehren.

Stalin-Verehrerin steht Kulturausschuss vor

"Einiges Russland"-Kandidatin äußerte sich homophob

Die homophobe Journalistin und Abgeordnete Jelena Jampolskaja, eine bekennende Stalinistin, ist neue Vorsitzende des Kulturausschusses im Unterhaus des russischen Parlaments. Die bekennende Stalinistin trat am Mittwoch die Nachfolge des verstorbenen Filmemachers Stanislaw Goworuchin an. Jampolskaja ist Kandidatin der regierenden Partei Einiges Russland von Präsident Wladimir Putin. 2011 hatte Jampolskaja geschrieben: "Der Nationalismus ist die Antwort von Geist und Körper auf die erzwungene Ausradierung der Grenzen, auf die Globalisierung unserer privaten und sogar genetischen Sphäre." Jampolskaja machte sich für ein Gesetz stark, das positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder im Internet unter Strafe stellt. Der russische Theaterregisseur Josif Reichelgaus hatte Jampolskajas Nominierung als "grässlich" bezeichnet.

Trauer um Aktivistin Oxana Schatschko

Mitgründerin der Frauenrechtsgruppe Femen ist tot

Eine der Gründerinnen der ukrainischen Frauenrechtsgruppe Femen, Oxana Schatschko, ist tot. Sie sei im Pariser Vorort Montrouge gestorben, bestätigte die regionale Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Erste Erkenntnisse sprächen für einen Suizid. Zuvor hatte die Gruppe auf der eigenen Webseite mitgeteilt, dass die 31-jährige Schatschko am Montag in ihrer Wohnung zusammen mit einem Abschiedsbrief tot aufgefunden worden sei. Die Gruppe Femen versteht sich als "Stoßtrupp des Feminismus" und kämpft für Frauenrechte und gegen Sexismus. Ihr Markenzeichen sind Protestaktionen mit nackten Brüsten, auf die sie politische Botschaften schreiben. Schatschko hatte Femen 2008 zusammen mit den Aktivistinnen Alexandra Schewtschenko und Anna Guzol in der Ukraine gegründet. Inzwischen ist die Gruppe zu einer weltweiten Organisation geworden.

Hongkong setzt Haruki Murakami auf Index

Schriftstellerverband: Zensur in Hongkong nimmt zu

"Die Ermordung des Commendatore" durfte nicht auf der Hongkonger Buchmesse ausgestellt werden. Buchläden dürfen das Werk des Japaners nur an Volljährige verkaufen. Außerdem muss das Cover bedeckt sein. Die Begründung der Hongkonger Kulturbehörde: Teile des Inhalts seien "unanständig". Der Leiter der Hongkonger Schriftstellervereinigung sagte, dann müssten auch Klassiker von Henry Miller und James Joyce verboten werden. Der Verband kritisiert, dass die Zensur in Hongkong in jüngster Zeit zunehme. Zuletzt war ein preisgekröntes Bilderbuch aus den Bücherregalen entfernt worden, in dem sich zwei männliche Pinguine ineinander verlieben und ein Küken adoptieren.

Gründungsmitglied der Black Panthers gestorben

Er war ein Urgestein der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung

Elbert "Big Man" Howard ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb der Mitbegründer der Black Panthers bereits am Montag im Alter von 80 Jahren im kalifornischen Santa Rosa. Howard gründete die Black Panther Partei für Selbstverteidigung 1966. Die Gruppe machte Patrouillen, um die Polizei von Übergriffe auf Schwarze abzuhalten. Howard verließ die Partei 1974, er machte sie in seinen aktiven Jahren aber durch Sozialprogramme berühmt.

Donnersmarck-Film im Wettbewerb von Venedig

"Werk ohne Autor" feiert in Venedig Weltpremiere

Der neue Film des deutschen Oscarpreisträgers Florian Henckel von Donnersmarck, "Werk ohne Autor", geht ins Rennen um den Goldenen Löwen beim Filmfest in Venedig. Das Drama mit Tom Schilling und Paula Beer tritt gegen Filme wie das Weltraumdrama "First Man - Aufbruch zum Mond" von US-Regisseur Damien Chazelle und die Netflix-Westernserie "The Ballard of Buster Scruggs" der Coen Brothers mit Tom Waits an. Der Film kommt am 3. Oktober in die deutschen Kinos und feiert in Venedig Weltpremiere. Er handelt von Kindheitserinnerungen aus der Nazi-Zeit und während des DDR-Regimes. Das Filmfest von Venedig ist eines der wichtigsten Kinofestivals der Welt und läuft in seiner 75. Ausgabe vom 29. August bis zum 8.September.

Staatsgemäldesammlungen restituieren Kunstwerk

Es ist die 14. Restitution nach der "Washingtoner Erklärung" von 1998

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben das Werk "Bauernstube" von Ernst Immanuel Müller (1844-1915) an die Erbengemeinschaft von Ludwig Friedmann (1880-1943) zurückgegeben. Ausgehändigt wurde das Bild an eine Enkelin des einstigen Besitzers. Wie die Staatsgemäldesammlungen mitteilten, handelt es sich um ihre 14. Restitution nach der "Washingtoner Erklärung" von 1998. Auf Wunsch der Erbengemeinschaft soll das Bild in der Familie verbleiben.

Älteste Bibliothek Deutschlands in Köln entdeckt

Sie stammt aus dem 2. Jahrhundert

Bei Ausgrabungen in Köln haben Archäologen die Fundamente der ältesten nachweisbaren Bibliothek Deutschlands entdeckt. Der Bau sei im 2. Jahrhundert im römischen Köln errichtet worden, sagte der Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege, Marcus Trier. Das Gebäude mit einem Ausmaß von 20 mal 9 Metern plus einem Anbau sei vermutlich zweigeschossig gewesen. "Da lagen bestimmt mehrere Tausend Schriftrollen zum Ausleihen drin", sagte Trier. Die Fundamente würden nun in den Neubau des Kirchenzentrums integriert und sollen später teilweise öffentlich zugänglich sein.

Katharina Wagner will Festspiele weiterentwickeln

Die Bayreuther Festspiele werden am Abend eröffnet

Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, will die weltbekannten Opernfestspiele weiterentwickeln. An erster Stelle stünden "Erhaltung und Entwicklung der Bayreuther Festspiele", falls sie über ihren 2020 auslaufenden Vertrag hinaus in Bayreuth bleibe, so Wagner. "Da den Festspielen seit langem immer aufs Neue vorgehalten wird, sie seien zu monothematisch ausgerichtet, gibt es bereits jetzt Überlegungen und Versuche dazu, ob und wie man das Programm erweitern könnte", sagte die Festspielleiterin. Es gehe primär darum, den Blick auf das Werk von Richard Wagner ebenso offen wie kontrovers zu erweitern. "Es sind künstlerische und geistige Brückenschläge zwischen der Festspieltradition und dem Neuen, Unbekannten oder Nochnichterkannten, die wir unternehmen wollen." Die Bayreuther Festspiele werden am Abend mit der Premiere einer Neuinszenierung der Oper "Lohengrin" eröffnet. Die diesjährige Festspielsaison dauert bis zum 29. August.

Kulturnachrichten hören

Juli 2018
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur