Seit 17:05 Uhr Studio 9

Dienstag, 25.02.2020
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Tonart | Beitrag vom 06.09.2018

Musikerin Christiane Rösinger über 20 Jahre Britta "Wir werden noch gebraucht!"

Christiane Rösinger und Julie Miess im Gespräch mit Martin Böttcher

Die Band Britta: Sebastian Vogel, Barbara Wagner, Christiane Rösinger, Julie Mies (v.l.). (Ralf Metzler)
Die Band Britta im Jahr 2018: Sebastian Vogel, Barbara Wagner, Christiane Rösinger und Julie Mies (v.l.). (Ralf Metzler)

20 Jahre nach ihrer Gründung kommt die Band Britta mit einer Best-of-Kompilation zurück. Doch eigentlich waren sie nie weg. Wenn die Band im Oktober auf Tour geht, soll laut Sängerin Christiane Rösinger der Spaß im Vordergrund stehen.

Die Band habe nicht aufgehört zu existieren, auch wenn die einzelnen Bandmitglieder immer mal wieder ihre eigenen Sachen gemacht haben, so die Musikerin Christiane Rösinger: "Es gab zwar seit zehn Jahren keine Veröffentlichung mehr, aber wir sind ja immer wieder aufgetreten, zum Beispiel 2015 in der Volksbühne."

Bandkollegin Julie Miess erinnert sich, dass die Idee für die Kompilation "Best of Britta" und die Tour am Geburtstag von Christiane Rösinger entstand: "Wir waren alle versammelt. Und dann hat der Enkel Gideon so wunderschön das Lied 'Lichtjahre voraus' gesungen und war halt so arger Fan. Und dann haben wir gedacht: Och, wir haben ja noch Fans. Wir sind denen was schuldig." Zum 20. Band-Geburtstag wird es insgesamt sieben Konzerte geben.

Rösinger: "Unser Platz wurde nicht besetzt"

Rösinger ist der Meinung, dass es im Deutsch-Pop keine Band wie Britta gibt. "Deswegen denk' ich: Wir werden noch gebraucht!" Im Unterschied zu anderen Bands spielten bei Britta drei Frauen. Besonders sei auch: "der Humor, der Witz, das gesellschaftlich Relevante, was drin verhandelt wird. Das sehe ich jetzt bei wenig anderen Bands. Oder meistens sind es einfach nur Jungs", so Rösinger.

Die Musikerin Christiane Rösinger (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)Die Musikerin Christiane Rösinger (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)

Prinzipiell habe sich das Verhältnis von Männern und Frauen unter Musikern schon verändert, findet Rösinger. Das zeige etwa das Festival Pop-Kultur, bei dem mehr als 50 Prozent Frauen auf der Bühne gestanden hätten. Kritik übte sie am Line-up eines Konzerts in Chemnitz, das zuletzt zum Widerstand gegen rechte Gewalt aufrufen wollte. Dabei seien nur Bands aus Männern aufgetreten. "Warum kommt denn da keiner auf die Idee Joy Denalane zu fragen oder Nena?", wundert sich Rösinger.

Tour 2018: Spaß im Vordergrund

Weil der Durchbruch ausblieb, konzentrierte sich Rösinger im Laufe der Zeit aufs Bücherschreiben und Solo-Projekte. "Wenn alles super gelaufen wäre bei uns, die Konzerte wären immer größer geworden, voll die Anerkennung, überall aufs Cover, dann hätten wir schon weitergemacht." Wenn die Band in diesem Jahr wieder auf Tour geht, soll laut Rösinger der Spaß im Vordergrund stehen. Außerdem empfinde sie auch keinen so starken Druck, da sie jetzt einen weiteren guten Job habe: Sie unterrichtet Geflüchtete.

(mia)

Mehr zum Thema

Madeleine Peyroux - "Anthem" - "Ich begreife Jazz als ein politisches Medium"
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 04.09.2018)

Anna Calvi: "Hunter" - Queerer Flamenco-Pop
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 30.08.2018)

Christiane Rösinger: "Lieder ohne Leiden" - "Oh Gott, Falten!"
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 21.02.2017)

Tonart

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur