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Alte Musik | Beitrag vom 05.05.2021

Musiker und Gelehrter Michael PraetoriusVermittler zwischen Renaissance und Barock

Von Bernhard Schrammek

Historische Zeichnung eines Mannes mit lockigen Haaren und Umhang mit üppigen Kragen.  (IMAGO / imagebroker)
So stellte man sich im 19. Jahrhundert das Portrait von Michael Praetorius vor, der ein deutscher Komponist und Gelehrter im Übergang von der Renaissance zum Barock war. (IMAGO / imagebroker)

Michael Praetorius war vor 400 Jahren einer der größten Musiker im deutschsprachigen Raum. Seine herrlichen Tanzsätze sind heute noch beliebt. Er schuf eine erste, grandiose Musiktheorie. Und er reiste viel: nach Dresden und andernorts, wo er auch Schütz traf.

Angestellt als Organist und Kapellmeister am Hof des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel, war er als Komponist und musikalischer Berater auch an vielen anderen Orten gefragt.

Praetorius schuf ein enormes Gesamtwerk: Geistliche Werke für die evangelisch-lutherische Kirche, wie die Bände "Musae Sioniae" oder "Musen Zions" zeigen - hier ist auch seine berühmte Melodie "Es ist ein Ros entsprungen" überliefert. Daneben entstanden über 300 Werke mit Tanzmelodien, vor allem in seiner Sammlung "Terpsichore" zusammengefasst.

Wichtige Quelle für Musiker und Instrumentenbauer

Zudem hinterließ er seine dreibändigen Lehrschrift "Syntagma musicum". Darin findet sich auch eine bis heute berühmte Instrumentenkunde, in der Praetorius zahlreichen Abbildungen alter Instrumente bot samt zahlreicher Beschreibungen der damaligen Aufführungspraxis.

Faksimile der Bildtafel Nr. 11, die alte Instrumente wie Pommer, Dudelsäcke und Schalmeien zeigt.  (IMAGO / imagebroker)Seine akribischen Zeichnungen dienen noch heute den Instrumentenbauern als Vorbild, wie diese Bildtafel mit Dudesäcken und Pommern. (IMAGO / imagebroker)

Er war damit ein Meister der enzyklopädischen Zusammenfassung der musikalischen Welt seiner Zeit. Am 15. Februar 1621, also vor 400 Jahren, starb er in Wolfenbüttel.

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