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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.10.2016

MusikerMüller-Westernhagen: Ich würde Merkel unterstützen

Marius Müller-Westernhagen im Gespräch mit Korbinian Frenzel

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Marius Müller Westernhagen beim Besuch im Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Leila Knüppel)
Marius Müller Westernhagen beim Besuch im Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Leila Knüppel)

Marius Müller-Westernhagen würde Kanzlerin Angela Merkel öffentlich Schützenhilfe geben - wenn er gefragt würde. Denn sie habe Menschlichkeit über politisches Kalkül gestellt. Künstler müssten überhaupt Rückgrat haben - gerade in dieser Zeit, findet der Musiker.

Er sei kein Merkel-Fan - "weiß Gott nicht", bekennt Müller-Westernhagen. Doch so wie er früher mit Boris Becker und Thomas Gottschalk für Kanzler Gerhard Schröder eingetreten ist, so würde er dies heute wohl auch für Merkel tun - wegen ihrer Flüchtlingspolitik: "Natürlich, wenn es gefragt wird." Denn:

"Politik sollte immer einen sozialen Überbau haben - und da steht Menschlichkeit über politischem Kalkül. Gar keine Frage."  

Der Musiker kritisiert allerdings, dass die Politik das Flüchtlingsproblem lange negiert habe - genauso wie den zunehmenden Rechtspopulismus: "Man war blind viele Jahre gegenüber dieser Bewegung." Er selbst versuche, den eigenen Anspruch hochzuhalten:

Künstler müssen Rückgrat haben

"Ich finde, dass Künstler auch dazu da sind, die Gesellschaft zu spiegeln. Und ich finde gerade jetzt in der Zeit, die wir jetzt erleben, die nie so hedonistisch war, nie so materialistisch war, noch nie so egoistisch war, wie sie im Augenblick ist - gerade da haben Künstler auch die Pflicht, einfach eine Meinung zu haben und Rückgrat und nicht nur daran zu denken: welche Käuferschichten verärgere ich? Was kann für mich gut sein? Was ist gut für die Zahlen und für mein Image? Das ist ja furchtbar!"

Müller-Westernhagen, der in diesen Tagen sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiert, erinnert sich gern an die Anfänge zurück. Musik habe damals eine gesellschaftliche und politische Komponente gehabt: "Das war eine Generation, die wollte was ändern, die wollte die Welt verbessern." Damals sei die Rockmusik von Bob Dylan, den Beatles, Led Zeppelin und Jimi Hendrix geprägt gewesen. Und heute? "Durch die totale Kommerzialisierung und Verpoppung (...) ist es heute zum großen Teil reine Unterhaltung. Es hat keine gesellschaftliche Funktion mehr."  

 

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