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Fazit | Beitrag vom 15.08.2020

Musiker in der CoronakriseWie die Klassikszene die Coronazeit nutzt

Uwe Friedrich im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Daniel Hope an der Geige - umgeben von Bäumen. (dpa / CTK / Michaela Rihova)
Daniel Hopes Krisenoutput: 34 Wohnzimmerkonzerte, eine Kollaboration mit Arte-TV, eine anschließende Tournee und ein neues Album. (dpa / CTK / Michaela Rihova)

In der Coronakrise hat Stargeiger Daniel Hope Hauskonzerte gegeben, die Bratschistin Tabea Zimmermann lieber innegehalten. Weniger bekannte Musiker wiederum überlegen nun, ob sie sich umorientieren müssen.

"Dem Gros der klassischen Musiker, der Solisten, die eine vielleicht nicht ganz so große Karriere haben, geht es im Moment, wenn sie keine Festanstellung haben, richtig, richtig schlecht", sagt unser Opernkritiker Uwe Friedrich. 

Klassikstars wie der Geiger Daniel Hope hingegen konnten die Krisenzeit gut für sich nutzen: 34 Hauskonzerte hat er im eigenen Wohnzimmer in der Coronazeit eingespielt und arte.tv hat diese Events gestreamt. Anschließend hat Hope diese Konzerte rund 70 Mal vor kleinem Publikum öffentlich wiederholt. Nun ist daraus sogar ein Best-of-Album entstanden: "Hope@Home".

Kunst oder Kommerz

Dass "die ganz Großen so in den Vordergrund gestellt werden", sei schon ein bisschen ärgerlich, sagt Friedrich: "Man merkt, dass der große Markt, die große Maschine, die Verwertungs- und Monetarisierungsmaschine, jetzt wieder mit aller Macht anläuft. Davon profitieren natürlich die Klassikstars, die schon vorher einen Namen, eine Plattenfirma, eine Streamingplattform hatten, die an ihnen interessiert war und die das Publikum auch kannte."

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Es gibt aber auch Klassikstars, die sich der Verwertung entziehen, wie die Bratschistin Tabea Zimmermann zum Beispiel. Sie hat die Zeit genutzt, um innezuhalten, Bücher zu lesen und nachzudenken. Auch der Cellist Alban Gerhardt nutzte die plötzliche Ruhe, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Und aus Gesprächen mit weiteren Musikerinnen und Musikern berichtet Friedrich, viele würden darüber nachdenken, ob sie sich aus wirtschaftlicher Not nicht lieber gänzlich umorientieren sollten.

(ckr)

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