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Konzert / Archiv | Beitrag vom 31.12.2016

Musik zum JahresausklangDas Phantom der sowjetischen Operette

Aufzeichnungen aus der Komischen Oper und der Philharmonie Berlin

Der russische Generalmusikdirektor der bayerischen Staatsoper Kirill Petrenko. (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)
Kirill Petrenko ist an diesem Abend in einer Aufnahme aus der Komischen Oper zu erleben (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)

Ein Silvesterkonzert mit Kirill Petrenko - quer durch die sowjetische Unterhaltungskunst, und ein Operettenkonzert mit dem RSB unter Leitung von Marek Janowski. Wir bieten zwei Archivaufnahmen zum lockeren Ausklang von 2016.

Kirill Petrenko hat vor zehn Jahren am Pult des Orchesters der Komischen Oper Berlin, dem er einige Jahre als Chef vorstand, seine Lust und Neugier an wirkungsvollen und unterhaltsamen Stücken ausgelebt. Das war eine Art Spurensuche in der Welt der russischen Film- und Unterhaltungsmusik. Es gab Walzer, Tangos, Polkas, Märsche, Balladen, Chansons, die bei einer umfänglichen musikalischen Recherche aufgetaucht sind. Isaak Dunajewski – der russische Gershwin – kam zum Zuge. Kirill Petrenko hat natürlich auch Tschaikowskijs Blumenwalzer dirigiert, es gab energiegeladene Beiträge von Swiridow, knackige Kinomusik von Schostakowitsch, Rauschmusik von Chatschaturjan, auch eine kleine Verbeugung Richtung Hollywood. Eingeladen hatte sich Kirill Petrenko drei hochkarätige Gäste, Künstler aus dem Einzugsgebiet der Komischen Oper Berlin, den Altus Jochen Kowalski – Experte für russische Jazz- und Unterhaltungsmusik, dann Dagmar Manzel, die damals quasi ihr offizielles Konzertdebüt gab, und Hagen Matzeit, der sich sonst querbeet durch die Musikgeschichte singt.

Wer die Musik von Richard Strauss dirigiert, kann sich auch zu der von Johann Strauß bekennen. Und gleichfalls kann der, der sich zu Richard Wagner bekennt, auch Franz Léhar mögen. Im Falle von Marek Janowski, dem scheidenden Chefdirigenten des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, ist das so, auch wenn es auf den ersten Blick hin überraschen mag. Aus dem Orchesterbüro des RSB wurde uns erzählt, dass der Maestro bei den Programmbesprechungen der Folgespielzeiten gern aus voller Kehle Operettenmelodien geschmettert hat - er kennt das Repertoire in- und auswendig. Freimütig erzählt Janowski Schwänke und Anekdoten aus harten Kapellmeistertagen, wie er mit der "Lustigen Witwe" verkehrte und den "Paganini" verehrte, wie "Zarewitsch" und "Giuditta" zu den großen Nummern seiner Spielzeiten wurden. Es sind bei ihm Erinnerungen aus dem "Land des Lächelns". Hier können Sie die andere Seite der Wagner-Strauss-Medaille erleben: Die Ära des Wiener Walzerkönigs Strauß und die großen Würfe seines Kollegen Léhar.

Komische Oper Berlin
Aufzeichnung vom 31. Dezember 2006 

Kompositionen von Georgi Swiridow, Dmitrij Schostakowitsch, John Barry,
Aram Chatschaturjan, Isaak Dunajewski, Andrej Petrow, Jewgeni Doga u.a.

Dagmar Manzel, Jochen Kowalski und Hagen Matzeit, Gesang
Orchester der Komischen Oper Berlin
Leitung: Kirill Petrenko

Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 23. Mai 2015

Kompositionen von Franz Léhar und Johann Strauß

Alexandra Reinprecht, Sopran
Peter Sonn, Tenor
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Marek Janowski

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