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Kompressor | Beitrag vom 28.07.2020

Musik ins Gehirn streamenDas schafft noch nicht mal Elon Musk - oder?

Enno Park im Gespräch mit Timo Grampes

Computergrafik von einem Körper voller Implantate. (imago / Panthermedia / kentoh)
Im Grunde wissen wir noch nicht, was im Gehirn passiert, sagt Enno Park. (imago / Panthermedia / kentoh)

"Technisch derzeit unmöglich", sagt Enno Park, Vorsitzender von Cyborg e.V., zu Elon Musks Idee, per Implantat Musik direkt ins Gehirn zu streamen. Und doch: "Wenn Elon Musk solche Bemerkungen macht, sollte man die auf jeden Fall ernst nehmen."

Ein schlichtes "Yes" von Elon Musk auf Twitter zur Frage, ob man mit dem Implantat seines neuen Start-ups "Neuralink" irgendwann auch Musik direkt ins Gehirn streamen könne, sorgt für gehörigen Wirbel. Kein Wunder, denn da habe Musk etwas behauptet, was derzeit noch technisch unmöglich ist, sagt Enno Park, Vorsitzender des Vereins Cyborg e.V. 

Derzeit könne man zwar mit Gehirnschnittstellen entweder per Implantat oder einfach per EEG Hirnströme auslesen und eine künstliche Intelligenz darauf trainieren, "aus diesen Hirnströmen etwas zu machen", so Park. "Dann kann ich zum Beispiel per Gedankenkraft einen Roboterarm oder einen Rollstuhl steuern und ähnliche Dinge."

Das heiße aber noch lange nicht, dass man in der Lage sei, Gedanken zu lesen oder auch nur zu verstehen, was da eigentlich im Gehirn passiere.

Futter für Verschwörungstheoretiker

"Und wenn Elon Musk das ernsthaft behauptet, dann ist das eigentlich schon fahrlässig, wenn nicht sogar gefährlich", so Park. Denn das bedeute neues Futter für die immer zahlreichere Gruppe von Menschen, die Verschwörungstheorien anhingen. "Also dieser ganze wüste Mischmasch, dass Bill Gates uns alle chippen will und dieser ganze Kram", sagt der Cyborg-Vorsitzende. "Und wenn nun jemand wie Elon Musk über etwas spricht, das so vielleicht noch nicht geht, dann berufen sich natürlich die Verschwörungstheoretiker hinterher darauf."

Doch auch wenn er nicht glaube, dass Elon Musk das Problem gelöst habe, müsse man es trotzdem ernst nehmen, wenn Musk solche Bemerkungen mache. "Immerhin hat er schon ein paar Mal bewiesen, dass er was kann."

(uko)

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