Seit 06:00 Uhr Nachrichten
Montag, 14.06.2021
 
Seit 06:00 Uhr Nachrichten

Tonart | Beitrag vom 27.01.2021

Musik in Online-GamesMedienkonzern Warner Music investiert in Spieleplattform Roblox*

Peter Tschmuck im Gespräch mit Oliver Schwesig

Szene aus dem Computerspiel "Jailbreak" der Plattform Roblox.  (Roblox Image)
Wer spielt die Musik zu dieser Verfolgungsjagd? Immer häufiger tauchten Stars aus der Musikwelt in Computerspielen auf, beobachtet der Musikökonom Peter Tschmuck. (Roblox Image)

Der Musikkonzern Warner investiert Millionen in die Spieleplattform Roblox. Es gehe um neue Verwertungsformen, sagt der Musikwirtschaftsforscher Peter Tschmuck. Der Gamingbereich eröffne den Firmen ein lukratives Geschäftsfeld.

Die Plattform Roblox wird häufiger angeklickt als Netflix und Youtube. Genutzt wird sie meist von Jugendlichen. Sie können dort eigene Action-Adventure-Spiele bauen und sich in diesen selbst gestalteten Welten treffen und interagieren.

Exklusive Musik von Superstars

Immer häufiger ist in diesen Spielen auch exklusive Musik von Superstars zu erleben und zu hören - eine neue Vermarktungsmöglichkeit für Plattenfirmen. Nun ist der Musikriese Warner Music Group bei Roblox eingestiegen.*

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

"Warner Music will damit seinen Katalog stärken", sagt Peter Tschmuck, Experte für Musikwirtschaftsforschung von der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien. "Das sind Songs, die auf sehr lange Sicht sicherlich sehr erfolgreich sind." Es gehe darum, für Musik auch andere Verwertungsformen als nur das reine Verlagsgeschäft zu nutzen.

Major-Labels noch wenig aktiv im Gamesbereich

Der Gamesbereich sei ein durch die Major-Labels noch relativ wenig beackertes Feld. Die Songs würden dabei aber nicht nur im Rahmen des Spiels verwendet, erklärt Tschmuck, indem sich beispielsweise eine Tür öffnen lasse, und dahinter spiele dann eine Musikerin oder ein Musiker.

Darüber hinaus werde diese Musik dann auch auf anderen Plattformen verwendet, von denen es im Netz inzwischen viele gebe - etwa das Videonetzwerk Tiktok. "Es gibt hier einen doppelten Nutzen", sagt Tschmuck.

Weiteres Wachstum zu erwarten

Gaming sei lange nur eine Zusatzeinnahme für die Musikindustrie gewesen. "Aber in letzter Zeit haben wir sehr viele Beispiele gesehen, wo Stars Teil von Spielen sind und dort entsprechend auch Musik beitragen." Das habe in den vergangenen Jahren zugenommen und sei wohl der entscheidende Beweggrund, weshalb sich Warner für die Investition bei Roblox entschieden habe, so Tschmuck.

Und es sei weiteres Wachstum absehbar: "Die Gamesindustrie ist auf Musik angewiesen." Trotz teurer Rechte sei es interessant, attraktive Musik zu verwenden, weil damit auch das Spiel attraktiver werde.

(abr)

*Redaktioneller Hinweis: Wir haben den Firmennamen und die Höhe des Investments korrigiert.

Mehr zum Thema

Klangkomposition über Pachinko und japanische Gaming-Kultur - Otaku Nation
(Deutschlandfunk Kultur, Klangkunst, 3.7.2020)

Von Regeln, Ideologien und Spielmechaniken - Games als Propaganda-Maschinen?
(Deutschlandfunk, Corso, 3.1.2020)

Popsongs in Videogames - Play it!
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 20.11.2018)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Tonart

Fußball-OratoriumKahn, Figo und Beckham bleiben
Auf der Bühne der Komischen Oper sitzen Menschen in Fan-Kleidung. Zwei Personen heben die Arme, als jubelten sie. (picture-alliance/  ZB / Claudia Esch-Kenkel)

Moritz Eggert hat für das Kulturprogramm der Fußball-WM in Deutschland ein Oratorium komponiert. "In der Tiefe des Raumes" wurde 2005 bei der Ruhrtriennale uraufgeführt, nun erscheint es als CD. Auf ein Update hat der Komponist verzichtet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur