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Interview / Archiv | Beitrag vom 20.08.2015

Museumsprojekt zur IndustriekulturDer Sound der Arbeit

Dagmar Kift im Gespräch mit Katja Schlesinger und Frank Meyer

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Buchstaben einer alten Schreibmaschine. (imago/McPHOTO)
Alte Buchstaben: Auch das typische Klappern der Schreibmaschine ist aus unserem Alltag verschwunden (imago/McPHOTO)

Dampfpfeifen, Werkssirenen, alte Registrierkassen – diese Gegenstände und mit ihnen ihr spezifischer Klang sind aus der Arbeitswelt verschwunden. Sechs europäische Museen arbeiten daran, den Sound der Industriekultur für die Nachwelt zu archivieren.

Im Rahmen des EU-Projektes "Work with Sounds" sammelt das LWL-Industriemuseum in Dortmund gemeinsam mit fünf weiteren europäischen Museen Klänge der Arbeit. Seit zwei Jahren sind europaweit Teams mit Mikrofonen und Kameras unterwegs, um Geräusche von ausrangierten Pfeifen, Sirenen und Maschinen einzufangen.

Die Datenbank des Projekts enthält momentan knapp 500 Aufnahmen. 600 typische Klänge der Arbeit sollen am Ende zusammenkommen. Zusätzlich werden Fotos und Filme von den Objekten gemacht. Die Aufnahmen und ihre Dokumentation gehen zum Schluss in die virtuelle Bibliothek "Europeana" ein, wo sie Schulen, Museen, Bildungseinrichtungen, Kunst- und Medienprojekten frei zur Verfügung stehen sollen.

Im Ruhrpott kann man Industriegeschichte sehen - und nun auch hören

Im LWL-Industriemuseum und in der Region insgesamt könne man Industriegeschichte sehr deutlich sehen, sagte die Museums-Mitarbeiterin Dagmar Kift im Deutschlandradio Kultur. Hören konnte man sie bisher hingegen nicht. Dabei könne man jede Geschichte auch über Töne erzählen, sagt Kift. Klänge wirken laut Kift zudem unmittelbarer: "Wir nehmen viel mehr und vor allem ungefiltert über das Ohr wahr", sagte sie.

Die Anwendungsmöglichkeiten der geretteten Geräusche sind vielfältig.  So ist beispielsweise auch die Computerspiel-Industrie an der Tönen interessiert – das Original ist offenbar auch in der virtuellen Welt gefragt.

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