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Kulturnachrichten

Sonntag, 27. Mai 2018

Museumsbesucher beschädigt weltbekanntes Gemälde

Ilja Repins Gemälde von Iwan IV. mit einem Metallpfosten attackiert

Ilja Repin zählt zu Russlands bedeutendsten Malern. Jetzt wurde sein weltberühmtes Gemälde von Zar Iwan IV., dem im Ausland der Beiname "der Schreckliche" gegeben wurde, von einem nach eigenen Angaben betrunkenen Besucher mit einem Metallpfosten attackiert und schwer beschädigt.

Virtuelles deutsches Migrationsmuseum

Vorstellung und Startschuss sind für den 28. Mai um 12.00 Uhr geplant

Ein virtuelles Migrationsmuseum soll die deutsche Einwanderungsgeschichte künftig im Internet und damit von jedem Ort der Welt aus erlebbar machen. Vorstellung und Startschuss sind für den 28. Mai um 12.00 Uhr geplant. Menschen, die die Website des Museums ansteuern, können dort - etwa über ein Tablet - virtuell durch animierte Straßenszenerien laufen oder Gebäude betreten, um mehr über die jeweilige Migrationsgeschichte zu erfahren. Hinter dem Projekt steht das "Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland" (DOMiD). Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig auch ein reales Migrationsmuseum in Deutschland aufzubauen.

Ludwig-Börne-Preis an Souad Mekhennet verliehen

Journalistin für "großen Mut, klaren Verstand und echte Leidenschaft" geehrt

Die Journalistin und Autorin Souad Mekhennet ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet worden. Mekhennet wurde als Tochter türkisch-marokkanischer Eltern 1978 in Frankfurt am Main geboren und hat sich mit ihren Recherchen über den islamistischen Terror einen Namen gemacht. Die Auszeichnung wurde von der alleinigen Preisrichterin und ZDF-Moderatorin Maybrit Illner vergeben. Sie lobte Mekhennet für ihren "grossen Mut, klaren Verstand und echte Leidenschaft". Der Ludwig-Börne-Preis ist mit 20.000 Euro Preisgeld einer der höchst dotierten Literaturpreise der deutschsprachigen Länder. Die Auszeichnung ehrt hervorragende Leistungen im Bereich Essay, Kritik und Reportage und erinnert an den Schriftsteller und Journalisten Ludwig Börne, der wegen seiner scharfzüngigen Prosa als einer der Erfinder des Feuilletons gilt. Zu den bisherigen Preisträgern zählen u. a. Marcel Reich-Ranicki, Rudolf Augstein, Frank Schirrmacher und Alice Schwarzer.

Kafka-Handschrift für 150 000 Euro versteigert

Einleitung eines gescheiterten Projekts von Kafka und Max Brod

Ein Manuskript von Franz Kafka ist am Samstag in Hamburg für 150 000 Euro versteigert worden. Es sei die handgeschriebene Einleitung zu einem Romanprojekt von Kafka und seinem Freund Max Brod, erklärte das Auktionshaus Christian Hesse. Die beiden Autoren hätten im Jahr 1911 zusammen einen Roman mit dem Titel "Richard und Samuel" schreiben wollen. Inhalt sollte eine gemeinsame Reise der beiden Hauptfiguren, die für die Autoren selbst stehen sollten, durch die Schweiz und Norditalien sein. Das Projekt sei an den unterschiedlichen Arbeitsweisen von Kafka und Brod gescheitert. Die handschriftliche Einleitung habe sich seit 1983 in Schweizer Privatbesitz befunden. Den Zuschlag erhielt nach Informationen des NDR eine private Sammlung.

Berlin: "Kippa des Anstoßes" kommt ins Museum

Jüdisches Museum will zukünftig schneller auf aktuelle Ereignisse reagieren

Die jüdische Kopfbedeckung, die im Mittelpunkt eines antisemitischen Angriffs Mitte April in Berlin stand, kommt ins Jüdische Museum in Berlin. Die Kippa, wegen der ein junger Israeli von einem 19-jährigen Syrer angegriffen und beleidigt worden war, wird ab Ende Mai ausgestellt. "Die Kippa des Anstoßes" - unter diesem Namen wird die Bedeckung präsentiert. Auch die Hintergründe der Solidaritätskundgebung "Berlin trägt Kippa" vom 25. April 2018 sollen dargestellt werden, wie eine Museumssprecherin erklärte. Mit einer eigens eingerichteten Vitrine, in der nun als erstes die Kippa ausgestellt wird, will das Museums in Zukunft schneller auf aktuelle Ereignisse reagieren.

"Jugend forscht" zeichnet Dutzende junge Erfinder aus

Gewinner forschen unter anderem zu Wasserreinigung und Weltraumrecycling

Umweltschutz, Recycling und jede Menge technische Tüfteleien: Beim Bundesfinale des Wettbewerbs "Jugend forscht" sind Dutzende Preisträger aus etlichen Bundesländern ausgezeichnet wurden. Bei der Siegerehrung in Darmstadt gratulierte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), den Jungforschern: "Sie zeigen eindrucksvoll, wie viel Talent, Wissensdurst und Schaffenskraft in unseren Nachwuchswissenschaftlern steckt." Unter den zahlreichen Preisträgern war im Bereich Chemie eine Entwicklung, bei der Substanzen, die unter UV-Licht kugelförmige Klümpchen um Öl und Fett bilden, das Wasser nach Ölunfällen reinigen können. Drei Schüler aus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) wurden in der Kategorie "Geo- und Raumwissenschaften" für ihr Konzept zum Recycling von Plastikschrott im Weltraum - etwa auf der Internationalen Raumstation (ISS) ausgezeichnet. Damit könnte Polyethylen eingeschmolzen und danach wieder verwendet werden. Am Bundesfinale hatten insgesamt 182 Jungforscher im Alter von 15 bis 21 Jahren mit 105 Projekten teilgenommen.

Rechte stürmen Theateraufführung in Tschechien

Oliver Frljics Stück befasst sich mit Faschismus und Islamophobie

Anhänger der rechten Szene haben im tschechischen Brünn (Brno) eine Inszenierung des kroatischen Regisseurs Oliver Frljic gestürmt. Sie besetzten zu Beginn des kontroversen Stücks "Eure Gewalt, unsere Gewalt" am Samstagabend die Bühne, wie die Zeitung "Pravo" berichtete. Die Protestierenden gehörten der Bewegung "Anständige Leute" an, die vom tschechischen Innenministerium als extremistisch eingeschätzt wird. Erst nach dem Einschreiten der Polizei konnte die Aufführung fortgesetzt werden. In dem Stück befasst sich Frljic auf der Grundlage einer Lektüre des Romans "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiss mit Problemen wie Faschismus und Islamophobie. Die Bilder sind teils drastisch. Gegen die Brünner Aufführung hatten auch christliche Aktivisten protestiert. Das Stück löste bereits bei den Wiener Festwochen vor zwei Jahren Diskussionen aus. Kritiker nannten es damals unter anderem "den bisherigen Tiefpunkt der Saison", "platt provokativ" und "Schulkabarett".

Mobbing am Schauspiel Köln

Intendant und Ehefrau in der Kritik

Der Intendant Stefan Bachmann und seine Ehefrau, die Schauspielerin und Regisseurin Melanie Kretschmann, sollen am Schauspiel Köln ein "Klima der Angst" geschaffen haben, wie das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL unter Berufung auf Theaterkollegen berichtet. Die ehemalige Hausregisseurin Angela Richter wirft Kretschmann üble Nachrede vor. Sie soll über Richters Lebensgefährten verbreitet haben, dass dieser heroinabhängig sei. Der Regisseur Adam Traynor spricht sogar von einer "toxischen Atmosphäre" am Theater. Das Ehepaar Bachmann/Kretschmann lässt über seinen Anwalt mitteilen, DER SPIEGEL sei „mitunter falsch und/oder nicht vollständig informiert" und mit den Gepflogenheiten am Theater nicht hinreichend vertraut. Eine Rechtfertigung, so unser Theaterkritiker Stefan Keim, die aus Zeiten vor der MeToo-Debatte stamme und als Ausrede nicht mehr gelten könne.

Swetlin Russew ist tot

Bulgarischer Maler starb im Alter von 84 Jahren

Swetlin Russew, einer der bekanntesten bulgarischen Maler, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der politisch engagierte Künstler hatte mit seinen dramatischen Bildern und auch mit großflächigen Wandmalereien internationale Bekanntheit erlangt. Bulgarien habe "einen seiner Weisen" verloren, schrieb Regierungschef Bojko Borissow in seinem Kondolenzschreiben.

Ku'damm-Bühnen: Letzer Vorhang vor Abriss

Überleben der Berliner Traditionsbühnen ist gesichert

An diesem Wochenende fällt der letzte Vorhang in den traditionsreichen Ku'damm-Bühnen in Berlin. Die beiden privaten Boulevardtheater im Ku'damm-Karree müssen einem Shopping-Center weichen. Sie ziehen für die kommenden drei bis vier Jahre in das ehemalige Schillertheater. In dem neuen Einkaufszentrum wird ein neues Theater gebaut.

Goldener Löwe für Schweizer Pavillon

Kenneth Frampton für sein architekturhistorisches Lebenswerk geehrt

Zum Auftakt der Architekturbiennale in Venedig hat der Schweizer Pavillon den Goldenen Löwen gewonnen, wie die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia mitteilte. Der prämierte Beitrag "Svizzera 240: House Tour" stellt eine leere Wohnung dar, die der Besucher in dem Pavillon besichtigen kann, und thematisiert damit Standards wie 240 Zentimeter, die als optimale Höhe für Wohnräume gelten. Das sei ein außerordentlicher Erfolg für das junge Architektenteam und unterstreiche die Spitzenklasse der Schweizer Architektur, sagte der Schweizer Bundespräsident Alain Berset, der gestern den Schweizer Pavillon eröffnet hat. Der Goldene Löwe ist eine der wichtigsten internationalen Architekturauszeichnungen und wurde dem Schweizer Pavillon zum ersten Mal verliehen. Dem britischen Architekten und Architekturhistoriker Kenneth Frampton wurde der Goldene Löwe für sein Lebenswerk überreicht.

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