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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Museen geben Fotos an Aborigines zurück

Viele Fotografen glaubten Ureinwohner seien vom Aussterben bedroht

Mehrere Museen in Europa haben historische Aufnahmen von Aborigines aus dem 19. und 20. Jahrhundert an die australischen Ureinwohner zurückgegeben. Das Projekt geht auf eine Initiative der University of Western Australia in der westaustralischen Stadt Perth zurück. Die Aufnahmen entstanden unter anderem auch, weil manche Völkerkundler befürchteten, dass es die Aborigines nicht mehr lange geben werde. Australiens Ureinwohner hatten den Kontinent schon vor mehreren zehntausend Jahren besiedelt. Heute gibt es noch knapp eine halbe Million. Die Fotos stammen unter anderem aus dem Volkenkunde-Museum in Leiden (Niederlande), des Musée du Quai Branly in Paris sowie dem Pitt Rivers Museum in Oxford und dem Museum of Archaeology and Anthropology in Cambridge. Auf einigen Bildern sind auch Aborigines in Ketten zu sehen. "Viele der frühen Forscher haben Aborigines als kulturelle Kuriosität betrachtet", sagte die Wissenschaftlerin Donna Oxenham dem australischen Fernsehsender ABC.

Theaterchefin im Fall Serebrennikow festgenommen

Sofia Apfelbaum soll Unterschlagung gedeckt haben

Die russischen Behörden nehmen bei ihren Ermittlungen gegen den kritischen Theatermacher Kirill Serebrennikow weitere angeblich Beteiligte ins Visier. Sofia Apfelbaum, Leiterin eines Jugendtheaters in Moskau, wurde nach Behördenangaben festgenommen. Sie ist die sechste Beschuldigte in dem Fall, in dem es um die Veruntreuung von 69 Millionen Rubel (gut eine Million Euro) Subventionen für ein Theaterprojekt geht. Ungeachtet internationaler Kritik hält die Justiz den renommierten Regisseur Serebrennikow seit August in Hausarrest. Apfelbaum habe früher im Kulturministerium gearbeitet, sagte eine Sprecherin des Staatlichen Ermittlungskomitees. In dieser Funktion habe sie zwischen 2011 und 2014 mit ihrer Unterschrift die Unterschlagungen durch eine Firma Serebrennikows gedeckt. Künstler und Politiker in Russland und im Ausland kritisieren die Ermittlungen als politisch motiviert, um Serebrennikow mundtot zu machen.

Forudastan neue Innenpolitik-Chefin bei der "SZ"

Bisheriger Ressortleiter Prantl soll neues Ressort "Meinung" aufbauen

Ferdos Forudastan wird neue Ressortleiterin Innenpolitik der in München erscheinenden "Süddeutschen Zeitung". Sie übernimmt die Aufgabe am 1. Januar 2018 von Heribert Prantl, der die Ressortleitung nach 22 Jahren abgibt, wie die Südwestdeutsche Medienholding in Stuttgart mitteilte. Prantl werde für die Zeitung ein neues Ressort "Meinung" aufbauen. Der 64-Jährige bleibe Mitglied der Chefredaktion. Forudastan war politische Korrespondentin für die "tageszeitung" in Bonn und danach in gleicher Funktion für die "Frankfurter Rundschau" tätig. Später arbeitete sie als freie Autorin und Moderatorin unter anderem für den Deutschlandfunk und den WDR. Zuletzt war sie Sprecherin des im Frühjahr aus dem Amt geschiedenen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Etappensieg für Datenschützer im EU-Parlament

Mehrheit für besseren Schutz der Privatsphäre

Das EU-Parlament hat sich für besseren Schutz gegen Datenverfolgung und für das Recht auf verschlüsselte Kommunikation ausgesprochen. Die Mehrheit stimmte für den Entwurf einer ePrivacy-Verordnung. Das Papier soll zukünftig in allen EU-Ländern regeln, unter welchen Bedingungen Unternehmen personenbezogene Daten bei elektronischer Kommunikation erfassen und verarbeiten dürfen. Die Verordnung sieht striktere Regeln und besseren Datenschutz vor als bisher. Für Datenschützer kann dies allerdings nur als Etappensieg gewertet werden: Im nächsten Schritt wird der Entwurf in Dreiergesprächen zwischen Parlament, EU-Kommission und EU-Rat verhandelt werden.

Bauhaus Dessau erwirbt Werke aus Privatbesitz

Weitgehend unbekannte Arbeiten von Alfred und Gertrud Arndt

Die Stiftung Bauhaus Dessau hat mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder 550 Werke aus dem Nachlass der Bauhauskünstler Alfred und Gertrud Arndt erworben. Dazu gehören Fotos, Pläne, Grafiken und Textilien, wie die Stiftungen in Dessau-Roßlau mitteilten. Die Werke waren zuvor in Privatbesitz und daher kaum öffentlich bekannt. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. In den erworbenen Arbeiten spiegele sich zugleich der Facettenreichtum der Bauhausschule zwischen Kunst, Handwerk, Architektur und Industrie wieder, hieß es in den Mitteilungen. Die Dessauer Sammlung gilt nach Berlin als die zweitgrößte Bauhaus-Sammlung weltweit. Anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Bauhaus 2019" - wird in Dessau-Roßlau ein Museum gebaut, um die Sammlung in größerem Stil als bisher zeigen zu können.

Streit um Polanski-Retrospektive in Paris

Frauenrechtsorganisation kritisiert Cinémathèque Française

Trotz heftiger Kritik einer Frauenrechtsorganisation hält die französische Cinemathek an einer Retrospektive über den Starregisseur Roman Polanski fest. Die Retrospektive von Polanskis Filmen werde wie geplant beginnen. Die Organisation Osez le Féminisme hatte der Cinemathek vor dem Hintergrund des Missbrauchsverfahrens gegen Polanski vorgeworfen, sich an "der Kultur der Straffreiheit männlicher Gewalt" zu beteiligen. "Die Straffreiheit Polanskis zusammen mit den Lorbeeren, die ihm diese Institution des Kinos aufsetzt, ist unerträglich", erklärte sie. Die Cinémathèque française entgegnete: "Wir vergeben weder Belohnungen, noch Zertifikate für gutes Verhalten." Ziel sei es, die Gesamtheit der Werke von Cineasten zu zeigen und sie in die Kinogeschichte einzuordnen. Gegen Polanski läuft in den USA seit 40 Jahren ein Verfahren, ihm wird sexueller Missbrauch einer 13-Jährigen vorgeworfen. Anfang Oktober wurden neue Vorwürfe gegen den Weltstar laut, als eine Deutsche in der Schweiz Anzeige wegen Vergewaltigung einreichte.

Reddit schließt etliche Nazi- und Hass-Foren

Nach Ankündigung neuer Richtlinien schließt Plattform über zehn Subreddits

Der umstrittene US-Onlinedienst Reddit hat etliche Nazi- und Hass-Foren geschlossen. Zuvor hatte die Plattform eine neue Richtlinie verkündet, die die Veröffentlichung von Inhalten verbietet, die "Gewalt anregt, glorifiziert, anreizt" oder als Aufruf zur Gewalttätigkeit gegen Einzelperson oder eine Gruppe von Leuten verstanden werden könne. Nach der Ankündigung der aktuellen Richtlinienänderung wurden über zehn Subreddits geschlossen, darunter "/r/NationalSocialism" und "/r/Nazi". In Deutschland wird Reddit künftig auch unter die Bestimmungen der Netzwerkdurchsetzungsgesetzes fallen. Mit dem neuen Gesetz sollen vor allem die Betreiber der großen sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter in die Pflicht genommen werden, Falschmeldungen und andere offensichtlich strafbaren Inhalte wie Beleidigungen schneller zu löschen als bislang.

Sacharow-Preis für Venezuelas Opposition

EU-Parlament ehrt vor allem politische Gefangene mit Menschenrechtspreis

Die Opposition in Venezuela wird vom EU-Parlament mit dem renommierten Sacharow-Preis ausgezeichnet. Dies teilte eine Sprecherin des Parlaments in Straßburg mit. Vor allem politische Gefangene sollen damit geehrt werden. Mit dem Sacharow-Preis zeichnet das Europaparlament seit 1988 Menschen oder Organisationen aus, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Nominiert waren in diesem Jahr außerdem eine Menschenrechtsaktivistin aus Guatemala und ein Schriftsteller aus Eritrea. 2016 wurden die Jesidinnen und ehemaligen IS-Gefangenen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar ausgezeichnet. Stellvertretend für die venezolanische Opposition sollen der Präsident des de facto entmachteten Parlaments, Julio Borges, sowie mehrere andere Oppositionsführer und politische Gefangene die Auszeichnung erhalten. Die feierliche Überreichung der Auszeichnung ist am 13. Dezember in Straßburg geplant.

Schröder soll Steudtners Freilassung erwirkt haben

Vorgehen war mit Angela Merkel abgesprochen

Altkanzler Gerhard Schröder soll bei der Freilassung des Menschenrechtlers Peter Steudtner eine zentrale Rolle gespielt haben. Nach Informationen des "RedaktionsNetzwerks Deutschland" soll Schröder bei einem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan erwirkt haben, dass Steudtner aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Dem Bericht zufolge legte die türkische Regierung allerdings Wert darauf, dass das laufende Gerichtsverfahren ordnungsgemäß zu Ende gebracht wird und kein politischer Eingriff in das Verfahren erfolgen soll. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel habe Schröder als Vermittler eingeschaltet und dieses Vorgehen vorab mit Kanzlerin Angela Merkel besprochen, heißt es in dem Bericht weiter.

George A. Romero mit Hollywood-Stern geehrt

Romero galt als Vater der Zombie-Filme

Drei Monate nach seinem Tod ist der US-amerikanische Horror-Regisseur George A. Romero mit einer Sternen-Plakette auf dem berühmten Bürgersteig geehrt worden. Bei der Zeremonie sorgten Darsteller in Zombie-Kostümen für Gruselmomente. Romero war am 16. Juli im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Der Filmemacher galt als Vater der Zombie-Filme. Er drehte ein Dutzend Gruselstreifen, darunter auch "Crazies", "Zombie 2" und "Diary of the Dead". 2009 stellte der Altmeister beim Filmfest in Venedig mit "Survival of the Dead" sein letztes Regiewerk vor.

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