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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 01.04.2018

Mozarts Quintett für Bläser und Klavier KV 452Sein bestes Werk?

Moderation: Jan Brachmann

Undatiertes Bild von Wolfgang Amadeus Mozart (Attribut Joseph Hickel um 1783). (picture-alliance / dpa / epa Christie's / Ho)
Sah er so aus? Dieses dem Wiener Hofmaler Joseph Hickel zugeschriebene Gemälde wurde 2008 als Porträt Wolfgang Amadeus Mozarts identifiziert. (picture-alliance / dpa / epa Christie's / Ho)

Eigentlich war Mozart zurückhaltend, wenn es um die Bewertung eigener Werke ging. Erstaunlich genug, dass er das Quintett KV 452 als "das Beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe", bezeichnete.

Was Wolfgang Amadeus Mozart da seinem Vater Leopold per Brief mitteilte, entsprang womöglich aber mehr einem geschäftlichen Kalkül als dem Nachdenken über die eigenen kreativen Kräfte. Denn Mozart hat, wie Autor Jan Brachmann in dieser Sendung (die wir aus dem Jahr 2009 wiederholen) darlegt, mit der für damalige Zeiten ganz neuen Besetzung von vier Bläsern und Tasteninstrument erfolgreich versucht, zwei schon gut eingelaufene Modelle zusammenzuführen: Einserseits das der höchst populären konzertanten Bläserstücke, andererseits seine eigene, in Wien hoch angesehene Klavierkunst.

Kühne Kombinationen

Unter der Hand ging es Mozart mit seinem Quintett Es-Dur für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott aber nicht nur um bereits Etabliertes, sondern auch um Experimentelles: So nutzte Mozart das ungewöhnlich ausgedehnte Werk besonders im langsamen Satz für kühne harmonische Kombinationen. Jan Brachmann stellt sowohl Aufnahmen, die sich der historischen Aufführungspraxis verpflichtet fühlen, als auch solche mit modernen Instrumenten vor – und zeigt überdies mit vielen Seitenblicken auf benachbarte Gattungen und Kompositionen innere Verwandtschaften im Werk des Klassikers auf.

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