Moskauer Gericht bestätigt Strafe gegen Karnevalswagenbauer Tilly

    Trump, Putin und Xi als Pappmaché-Figuren mit großen Hodensäcken
    Auch andere Machthaber sind vor Tillys Spott nicht sicher - wie Trump, Putin und Xi © IMAGO / imagebroker / IMAGO / imageBROKER / Karl F. Schöfmann
    Der Fall um den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Moskau ist abgeschlossen. Das verkündete die Pflichtverteidigerin des Satirikers, Natalja Dudkina, nach Abschluss eines Revisionsverfahrens. Sie hatte Verfahrensfehler angemeldet; das Berufungsgericht aber lehnte das ab und bestätigte die Strafe gegen Tilly, der zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt ist. Nach Ansicht des Gerichts hat sich der Bildhauer mit seinen Darstellungen im Düsseldorfer Rosenmontagszug der Verletzung religiöser Gefühle schuldig gemacht, indem er den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill verspottete. Auch Kremlchef Putin und der von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine waren immer wieder Thema in seinen Entwürfen, was die Moskauer Justiz als Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte wertete. Die Bundesregierung kritisierte den Richterspruch als "absurdes Schauspiel" und bekannte sich gleichzeitig zur Freiheit der Kunst. Eine Auslieferung nach Russland muss Tilly nicht befürchten.