Feature, vom 17.01.2015, 18:05 Uhr

Morgenland und Abendland

Friedrich Engels, der Erfinder des Marxismus, und mein Urgroßvater Wilhelm Decker, der Erfinder des Annähdruckknopfs
Von Jan Decker

Bei Feiern oder Sterbefällen wird es hervorgeholt - das Familiengeheimnis. Familie Decker soll mit dem deutschen Philosophen Friedrich Engels verwandt sein. Es geht um eine neue Identität für die Deckers – und für die Stadt Wuppertal.

Geschenk aus China für Wuppertal: Die von dem Bildhauer Chenggang Zeng geschaffene Plastik zeigt den Philosophen und Ökonomen Friedrich Engels in Denkerpose. (picture alliance / dpa)
Geschenk aus China für Wuppertal: Die von dem Bildhauer Chenggang Zeng geschaffene Plastik zeigt Friedrich Engels (picture alliance / dpa)

"Ich gehe einem Familiengerücht nach, das sorgfältig von uns gehütet wird, das wir uns manchmal verschwörerisch zuraunen, das wir meistens aber verschweigen. Bei Feiern oder Sterbefällen wird es hervorgeholt und besichtigt.

Meine Familie soll mit dem deutschen Philosophen Friedrich Engels verwandt sein. In einem akustischen Kammerspiel versammele ich meine Familienmitglieder zu einem Treffen um unseren fiktiven oder tatsächlichen Ahnherren Friedrich Engels. Es geht um eine neue Identität für die Deckers – und für die Stadt Wuppertal, die sich mit chronisch leeren Kassen neu erfinden muss."

Regie: Giuseppe Maio
Mit: Friedhelm Ptok, Matthias Habich, Ole Lagerpusch, Barbara Philipp
Ton: Hermann Leppich
Produktion:   Deutschlandradio Kultur 2013

Länge: 54'17

Jan Decker, geboren 1977 in Kassel, lebt als Autor in Osnabrück. Schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Features. Für Deutschlandradio Kultur: "Jaco Pastorius' Gang durch den Schnee von Rheidt nach Havona" (2011). Zuletzt: "Mein digitales Ich" (MDR 2014).

 

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