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Konzert / Archiv | Beitrag vom 02.08.2017

Morgenland Festival OsnabrückFokus Zedernstaat

Aufzeichnungen aus St. Marien

Die libanesische Sängerin Rima Khcheich (Bassem Fayad/Morgenlandfestival Osnabrück)
Die libanesische Sängerin Rima Khcheich (Bassem Fayad/Morgenlandfestival Osnabrück)

Singen und Spielen hilft - auch wenn in der Heimat Krieg und Verfolgung herrschen. Seit Jahren versammelt das Morgenland Festival Osnabrück hervorragende Künstler aus dem Nahen Osten in der Friedensstadt. Thema war diesmal der Libanon. Wir bringen Ausschnitte aus dem Eröffnungskonzert mit Rima Khcheich und Gästen.

Das Morgenland Festival Osnabrück widmete sich in seinem dreizehnten Jahrgang einem sehr speziellen nahöstlichen Land - Libanon. Direkt von Osnabrück aus starteten einige Acts in den Zedernstaat. Der ist von Kriegs- und Konfliktstaaten umgeben, und seine Einwohner müssen selbst ein höchst sensibles Gleichgewicht von Konfessionen und politischen Einflussgruppen täglich neu austarieren.

Über alle sprachlichen, geografischen und historischen Grenzen hinweg gelingt die musikalische Zusammenarbeit immer wieder beim Morgenlandfestival. Weil die Künstler in Osnabrück Raum und Zeit zur Entfaltung und ein warmherziges Publikum finden. Beim Morgenland Festival Osnabrück wird nicht wild fusioniert, sondern entsteht immer etwas höchst Individuelles, ernst Gemeintes, was dennoch großen Spaß bereitet, auch wenn die Nachrichten aus dem "Morgenland" selten positiv sind. Die Kraft der Musik wird obsiegen, meint man in Osnabrück. Über die Jahre mussten die Organisatoren allerdings erleben, wie die meisten Länder der Region unzugänglich wurden und viele Künstler des Festivals als Flüchtlinge in Deutschland und Europa Schutz suchen mussten. Musikalische Qualität und persönlicher Charme - in beiden Bereichen bieten die Morgenlandfestival-Künstler Höchstleistungen. Diesmal gelang wieder die "Rückkopplung" in das gewählte Festivalland. In unserer Sendung wird Festivalleiter Michael Dreyer auch über die Erfahrungen aus den Gastspielen des Morgenlandfestivals im Libanon berichten.

Dank des Einsatzes von Festivalleiter Michael Dreyer und seinem Team ist über die Jahre etwas Großartiges gewachsen in der westniedersächsischen Stadt, die auf ihre Rolle als Stiftungsort des Westfälischen Friedens stolz ist wie auch auf die beiden Söhne der Stadt, die im 20. Jahrhundert berühmt wurden - den Schriftsteller Erich Maria Remarque und den Maler Felix Nussbaum. Sie beide stehen für den künstlerischen Kampf gegen Krieg, Hass, Rassismus und Gewalt. Frieden scheint im Nahen Osten immer mehr eine Illusion zu sein. Nichtsdestotrotz tragen die Musiker und Sängerinnen aus dem Libanon, aber auch aus Syrien, dem Irak, dem Iran und anderen Ländern vom Roten bis zum Kaspischen Meer ihre Kunst in die Welt, um den Menschen daheim Kraft zu geben und der Welt zu zeigen, dass die Kultur der Region nicht nur reich und alt, sondern auch kreativ und lebendig ist, trotz aller negativen Nachrichten.

Im Eröffnungskonzert des 13. Morgenlandfestivals Osnabrück zum Thema "Fokus: Libanon" gastierte die berühmte Beiruter Sängerin Rima Khcheich mit ihrem vierköpfigen Ensemble aus den Niederlanden, beteiligt waren außerdem der in Deutschland lebende libanesische Sänger Rabih Laboud, der syrische Nay-Spieler Moslem Rahal, zwei hervorragende junge deutsche Jazzinstrumentalisten und nicht zuletzt der Projektchor Salam Syria von der Elbphilharmonie Hamburg. Das Musikprogramm bestand aus neuen eigenen Stücken der Künstler wie auch aus Arrangements bekannter und beliebter Lieder aus dem Nahen Osten, die dort überall gesungen werden. 

Morgenlandfestival Osnabrück
St. Marien
Aufzeichnung vom 16. Juni 2017

Rima Khcheich & Ensemble
Rabih Lahoud, Gesang
Moslem Rahal, Nay
Florian Weber, Klavier
Anna Lena Schnabel, Saxofon
Projektchor Salam Syria

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