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Kompressor | Beitrag vom 04.05.2015

Monster-Ausstellung in NürnbergSchaurig-schöner Grusel

Johannes Pommeranz im Gespräch mit Max Oppel

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Mary Shelleys bekannteste Romanfigur: Frankenstein. (dpa / picture alliance)
Heute schon gefürchtet? Wenn nicht, könnte Frankenstein helfen. (dpa / picture alliance)

Menschen fürchten Monster. Und sind zugleich fasziniert von ihnen. Warum das so ist, darum geht es in einer Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum auf. Die Schau begibt sich auf die Spuren von Monstermythen vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Monster fesseln uns seit vielen Jahrhunderten. Schon im Mittelalter schüchterten Darstellungen von Drachen und Dämonen die Menschen ein. Wütende Teufel und höllisches Getier, seltsame Mischwesen und nach Blut dürstende Vampire: Ab dem 7. Mai 2015 stehen Monster nun im Mittelpunkt der Sonderausstellung Monster - Fantastische Bilderwelten zwischen Grauen und Komik im Germanischen Nationalmuseum.

Die Schau begibt sich auf die Spuren von Monstermythen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Gemälde, Skulpturen, Kinoplakate und Filmausschnitte vermitteln, wovor sich die Menschen früher gruselten und was sie heute fürchten.

Monster sind in der Fantasie der Menschen verankert. Sie verkörpern Ängste und machen Angst – und das in allen Kulturen und Zeiten. Entweder der Mensch flüchte - oder setze sich mit seinen Monstern auseinander, sagt der Ausstellungsmacher Johannes Pommeranz.

Gruseln? Ja bitte! Aber heutzutage nur vom Sofa aus

Das christliche Mittelalter sah in Monstern vor allem eine Verbildlichung des Teufels und des Bösen. Es erscheint in Form von Menschenfressern, Tiermenschen und grotesken Wesen, die Kirchenfassaden und historische Schriften bevölkern.

Bis heute lebt die monströse Faszination für die Schreckenswesen fort. Pommeranz glaubt nicht, dass es in Bezug auf die Beziehung zu Monstern große Unterschiede zwischen den Menschen des Mittelalters und denjenigen der heutigen Zeit gibt: "Im Grunde haben wir uns (...) nicht sehr viel weiter entwickelt", sagt er. Was für den mittelalterlichen Menschen die "Wundervölker" waren, die vermeintlich am Rande der bekannten Welt lebten, sei für den modernen Menschen der Weltraum.

"Die Monster-Industrie, die ist nach wie vor produktiv und am Leben", sagt Pommeranz. Darin spiegelten sich auch unsere Sehnsüchte nach dem Gruseln wieder: "Aber heutzutage bitteschön vom Sofa aus."

Mehr zum Thema:

Fantasiewesen aus dem Mittelalter - Als Monster die Meere bewohnten
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 17.03.2015)

Zoologie - Wahre Monster
(Deutschlandfunk, Wissenschaft im Brennpunkt, 15.03.2015)

Berlinale 2015 - Ungeheuer als Inspiration
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"When animals dream" - Die neuen Leiden der alten Monster
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 18.08.2014)

Monster-Kino - Dünne Story, schlechte Darsteller
(Deutschlandradio Kultur, Thema, 15.05.2014)

Aus den Feuilletons - Das Monster ist zu dick
(Deutschlandradio Kultur, Kulturpresseschau, 13.05.2014)

Bildband - Monster im Großformat
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 26.02.2014)

Kinderbuch - Kriechendes Grauen
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