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Echtzeit | Beitrag vom 24.10.2020

Modebranche und CoronaEs wird immer lässiger

Natalie Klinger im Gespräch mit Martin Böttcher

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Ein paar Füsse mit weissen Socken und der Aufschrift "Fuck Corona" sind an eine violette Wand gelehnt. (unsplash / Tamara Gak)
Anzug und Kostüm kauft kaum jemand. Stattdessen boomen "Workleisure" und "Athleisure". (unsplash / Tamara Gak)

Auf kein anderes Kleidungsstück gab es im September so viele Rabatte wie den Anzug. Coronakrise und Homeoffice haben ihn vorübergehend überflüssig gemacht. Den Herstellern von bequemer Freizeitkleidung hingegen geht es gut.

Die Modebranche steht vor großen Herausforderungen. Von 900.000 Jobs stehen in Großbritannien 240.000 auf der Kippe, ganz zu schweigen von den Produzenten am Anfang der Lieferkette, also in Bangladesch und anderen Billiglohnländern, berichtet Natalie Klinger aus London.

Anzug und Kostüm sind out

Gut fahren momentan Labels, die sowieso schon lange Lieferketten meiden und im eigenen Land produzieren – sie hatten zumindest nicht mit Lieferengpässen zu kämpfen. Anzug und Kostüm kauft kaum jemand. Stattdessen boomen "Workleisure" und "Athleisure", berichtet Natalie Klinger.

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Fast jeder wird im eigenen Bekanntenkreis bestätigt bekommen, dass die Menschen in den Coronamonaten kaum noch Kleidung gekauft haben. Selbst der Hipster trägt nur noch Jeans-Shorts und ein paar T-Shirts. Wie resilient ist die Branche? Und könnte unser Kaufverhalten dazu führen, dass nachhaltiger produziert wird?

Designer denken um

In jedem Fall gebe es ein Umdenken unter Designern, sagt Natalie Klinger. Sei es, dass man sich auf Klassiker reduziert, die man in jeder Lebenslage tragen kann, allerdings in leuchtenden Farben, wie es man es in der Kollektion von Edeline Lee beobachten kann. Sei es, dass man sich für das Zoom-Meeting einfach nur noch oben herum schick macht. "Die Pandemie zwingt die Industrie zu mehr Nachhaltigkeit", glaubt Edeline Lee. Ob sie zu mehr Langeweile im Klamottenstil führt, zeichnet sich bis jetzt noch nicht ab.

(mas)

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