Hörspiel, vom 13.10.2018

MitternachtskrimiEs handelt sich um Kobolde

Sir John Appleby und seine Gattin, die kunstbeflissene Lady Clare Appleby, knattern in ihrem alten Automobil hinaus aufs Land, um sich das verlassene Familienschloss der Waterpools anzusehen. Doch so verlassen, wie es scheint, ist es gar nicht.

Burgruine auf grünem Hügel (imago stock&people)
Der Familiensitz der Waterpools (imago stock&people)

Das Anwesen der Waterpools liegt halb in Trümmern, doch die Neugier treibt John und Clare Appleby dazu, sich in das Schloss hineinzustehlen. Wie erwartet sind die Räumlichkeiten menschenleer. Plötzlich hallen Schritte durch die Gänge.
Doch es ist nur der alte Pfarrer Butterly, der gekommen ist, um ein seltsames Ritual zu vollziehen: Mit Bibel, Kerzen und Altarschelle sollen die Kobolde, die er nachts zuvor inmitten einer Gesellschaft in historischen Gewändern vom Fluss aus beobachtet haben will, hervorgelockt und für immer vertrieben werden.

Es wundert Butterly nicht, dass sich die Geister ausgerechnet jetzt zeigen, denn es nähert sich der Jahrestag eines Ereignisses, das für die Familiengeschichte der Waterpools so schicksalhaft wurde. Zur Freude Lady Clares weiß der alte Geistliche sehr anschaulich davon zu berichten: Im Juni des Jahres 1645 wurde der große Ball auf dem Schloss durch die Mobilmachung der anwesenden Ritter unterbrochen, die im Namen des Prinzen Rupert zu einer Entscheidungsschlacht gerufen wurden.
Auch Sir Richard Waterpool und seine zwei Söhne brachen wagemutig und siegesgewiss auf. Keiner von ihnen kehrte lebend zurück. Die tragische Geschichte wiederholte sich im Ersten Weltkrieg: Vater Richard und zwei Söhne blieben im Feld. Seitdem wird die Familienimmobilie nicht mehr regelmäßig bewohnt.

Der heutige Schlossbesitzer ist immer noch ein Waterpool, ebenfalls ein Richard, lebt aber die überwiegende Zeit als Schauspieler in der Stadt. Während seine Gemahlin Pfarrer Butterlys Geisterbeschwörung beiwohnt, unternimmt Sir John einen Erkundungsgang durch das alte Gemäuer. Dabei stößt er in einem verfallenen Gebäudetrakt auf eine seltsam kostümierte - doch sehr reale - Leiche sowie eine verdächtige Gestalt, die um das Schloss schleicht.

Wie praktisch, dass Sir John zufällig stellvertretender Direktor von Scotland Yard ist.

Bearbeitung und Regie: Edmund Steinberger
Mit Edmund Steinberger, Hans Zesch-Ballot, Edith Heerdegen, Herbert Bötticher, Hans Hermann Schaufuß und Anne Kersten

Produktion: BR 1966
Länge: ca. 54‘