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Konzert / Archiv | Beitrag vom 11.07.2018

Mitsingkonzert des Rundfunkchores BerlinEin Requiem für Glücksmomente

Moderation: Ruth Jarre

Blick auf voll besetzte Bühne und Ränge in der Berliner Philharmonie (Rundfunkchor Berlin/Matthias Heyde)
Sänger und Publikum in einem: 1300 Singbegeisterte aus Deutschland und Europa kamen im Mai zum Mitsingkonzert des Rundfunkchores Berlin. (Rundfunkchor Berlin/Matthias Heyde)

Vor 15 Jahren begann ein Projekt, das sich zum Saisonhöhepunkt gemausert hat: das Mitsingkonzert des Rundfunkchores Berlin. In diesem Jahr wurde ein gewichtiges Werk der Romantik gewählt - das Requiem von Johannes Brahms.

Wer mitmachen möchte, muss schnell sein bei der Anmeldung zu den Mitsingkonzerten des Rundfunkchores Berlin. So beliebt ist die jährliche Veranstaltung inzwischen. In diesem Jahr waren es 1300 Sängerinnen und Sänger, die sich nach einer kurzen Probenphase in der Berliner Philharmonie am 6. Mai zusammenfanden, um ein großes, chorsinfonisches Werk zu meistern.

Im Repertoire des Rundfunkchores nimmt das Requiem von Johannes Brahms eine besondere Stellung ein - die szenischen Aufführungen des Werkes wurden weltweit beachtet. Dieses Kernrepertoire nun mit gut vorbereiteten und enthusiastischen Choristen zu singen, ist nicht nur ein Vergnügen für die Mitsingenden, sondern für das gesamte Publikum. 

Simon Halsey reckt die Hände für einen Choreinsatz in die Höhe (Rundfunkchor Berlin/ Matthias Heyde)Simon Halsey, Ehrendirigent des Rundfunkchores Berlin, lebt das Motto "Singen begeistert". (Rundfunkchor Berlin/ Matthias Heyde)

Der ehemalige Chefdirigent und nun Ehrendirigent des Rundfunkchores Simon Halsey bezeichnet das Chorsingen als "Begeisterungsmaschine". Die Begeisterung überträgt sich nicht nur, sie potenziert sich. Daher gibt es immer viele Interessierte für die Mitsingkonzerte des Chores.

Johannes Brahms, Fotographie, Visitformat, o. O., 1853 (Brahms-Institut)Johannes Brahms 1853 (Brahms-Institut)

Als sein Freund Robert Schumann starb, suchte Johannes Brahms das erste Mal passende Texte für eine Trauermusik zusammen. Mehr als zehn Jahre später stirbt die Mutter von Brahms - diesen großen Verlust verwindet er durch die Arbeit an seinem Requiem.

Durchbruch mittels Trauerarbeit

So entstand ein Werk, das er fast trotzig den führenden deutschen Komponisten Richard Wagner und Franz Liszt entgegenbrachte, die bemängelten, dass der 33-Jährige noch nichts Chorsinfonisches vorgelegt hatte. Das Werk entwickelt Wucht - seit seiner Uraufführung im Jahr 1869.

Es erreichte sogar bekannte, bissige Kritiker, wie den Wiener Schriftsteller und Journalisten Eduard Hanslik, der verblüfft feststellte: "Seit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms' deutsches Requiem zu stellen vermag!" 

Aufzeichnung des Konzertes vom 06. Mai 2018 in der Philharmonie Berlin

Johannes Brahms
"Ein deutsches Requiem" für Soli, Chor und Orchester op. 45

Iwona Sobotka, Sopran
Konrad Jarnot, Bariton
Rundfunkchor Berlin

Mitglieder der Deutschen Streicherphilharmonie
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Simon Halsey

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