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Thema / Archiv | Beitrag vom 28.07.2006

Mit Gedichten zum Erfolg

Die Verlegerin Daniela Seel

Von Ralph Gerstenberg

Gedichte - kein Schnee von gestern (Stock.XCHNG / Christy Thompson)
Gedichte - kein Schnee von gestern (Stock.XCHNG / Christy Thompson)

Verlagsneugründungen sind immer ein ökonomisches Wagnis - erst recht, wenn das Programm nicht unwesentlich aus Lyrik bestehen soll. Dass Lyrik aber keineswegs Schnee von gestern ist, zeigt Daniela Seel mit ihrem Verlag "KOOKbooks".

"Es geht um Poesie. Es geht um Leidenschaft. Die Leidenschaft des Lesens und die des Büchermachens." So umschreibt die KOOKbooks-Verlegerin Daniela Seel auf ihrer Internetseite das Programm ihres 2003 gegründeten Verlages. Das notwendige Startkapital hat sie geerbt. Ein großes Glück für die 33-Jährige, denn keine Bank der Welt hätte ihr wohl auch nur einen Euro Kredit gegeben, wenn sie erklärt hätte, dass sie neben Prosabänden und Essays auch einem in der Verlagslandschaft als geradezu ruinös eingestuften Genre zu neuem Gehör verhelfen will: der Lyrik.

Denn Daniela Seel ist fest davon überzeugt, dass Gedichte kein Schnee von gestern sind, sondern gut in die kurzen Konzentrationsphasen des gegenwärtigen Lebensalltags passen. Und der Erfolg gibt ihr Recht. Die bei KOOKbooks erschienenen Gedichtbände von Daniel Falb, Steffen Popp, Ron Winkler und Uljana Wolf wurden von der Kritik gefeiert und mit Preisen überhäuft. Daniela Seel erhielt auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse für KOOKbooks den Kurt-Wolff-Förderpreis.

Auch wenn die Leidenschaft Daniela Seel dazu treibt, Wagnisse einzugehen, die gelernte Verlagskauffrau versteht etwas von der ökonomischen Seite des Büchermachens. Die Titel ihres Verlages erscheinen in Auflagen von maximal 3000 Stück und werden mit Illustrationen und Schmuckseiten auf Transparentpapier von ihrem Verlagspartner Andreas Töpfer gestaltet. Jedes Buch ist einmalig und doch ganz unverwechselbar ein KOOK-book.

Ihr Verlagsbüro richtete sich Daniela Seel im hessischen Idstein ein - mietfrei im Haus ihrer Großeltern. Doch in Berlin ist das eigentliche Zentrum ihres Verlages. Die Nähe zur Literatur-, Underground- und Kleinkunstszene, zu dem, was in den Clubs läuft, und zu den Lesern, die man in der Kneipe und auf der Straße trifft, ist wichtig, wenn man junge, aufregende Literatur verlegt. In Veranstaltungsreihen bietet Daniela Seel zum Teil noch völlig unbekannten Autoren ein Forum, Autoren, die vielleicht einmal von ihr verlegt werden – aus Leidenschaft.

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