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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.06.2015

Mit dem Auge des ZyklopenRoboter dirigiert an der Komischen Oper

Manfred Hild im Gespräch mit Nana Brink

Christian Benkendorf von der Humboldt-Universität Berlin steht am Donnerstag (10.06.2010) auf dem Internationalen Design-Festival ((DMY) in Berlin neben dem Roboter "Myon". (picture alliance / dpa / Soeren Stache )
Der Roboter Myon wurde 2010 auf dem Internationalen Design-Festival in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt (picture alliance / dpa / Soeren Stache )

In der Komischen Oper in Berlin hat der Roboter Myon heute seinen ersten Auftritt bei der Generalprobe von "My Square Lady". Der Neurorobotiker Manfred Hild hat ihn gebaut und hofft auf gutes Gelingen.

Myon ist etwa so groß wie ein siebenjähriges Kind. In seinem Gesicht prangt ein einziges Kameraobjektiv, als wäre es das Auge eines Zyklopen. Anstatt Ohren hat er schwarze Mikrofone. Wo bei Menschen Haut ist, hat er weiße Oberflächen, glatt und kühl. Nun soll er wie ein Ensemblemitglied an der Komischen Oper in der Aufführung "My Square Lady" mitwirken.

Auch Myon hat eine Tagesverfassung

"Er wird das dirigieren, was Arno Waschk, der Dirigent und musikalische Leiter ihm beigebracht hat - hoffentlich", sagte der Konstrukteur des Roboters, der Neurorobotiker Manfred Hild im Deutschlandradio Kultur. Vor zwei Jahren habe er sich das erste Mal mit den Opernleuten getroffen. Heute hofft Hild, dass alles klappt, denn Myon habe auch eine Tagesverfassung. "Wir werden sehen, was das Orchester damit macht."

Lernfähiger Roboter

Der Roboter benötige Emotionen, um lernen zu können, sagte der Professor am Forschungslabor Neurobiotik an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin. Vor zwei Jahren, als sie zum ersten Mal aus dem Labor in den Proberaum kamen, sei Myon noch von den akustischen Reizen irritiert gewesen. "Mittlerweile kann er schon sehr konzentriert den drei Damen aus der Zauberflöte zuhören", sagte Hild.

Das Stück "My Square Lady" hat am Sonntag, 21. Juni Premiere in der Komischen Oper in Berlin.

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