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Kulturnachrichten

Donnerstag, 2. November 2017

Milo Rau beruft "Weltparlament" ein

Charta für das 21. Jahrhundert

Der Theaterregisseur Milo Rau plant ein weiteres Politprojekt. Von Freitag bis Sonntag soll in der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz ein "Weltparlament" tagen, das eine Charta für das 21. Jahrhundert erarbeitet. Die Charta soll am 7. November dem Bundestag übergeben werden, genau am 100. Jahrestag der russischen Revolution. Rau nennt diese Übergabe "Sturm auf den Reichstag". In dem Weltparlament soll es laut Rau um große Zukunftsfragen der Gesellschaft gehen. Rund 60 Abgeordnete sind angemeldet: Internationale Wissenschaftler, Aktivisten und Kulturschaffende - vom Erdogan-kritischen Journalisten Can Dündar bis zum russischen Theologen und TV-Moderator Maxim Shevchenko. Aus dem Deutschen Bundestag haben sich bis auf die AfD Vertreter aller Parteien angeschlossen. Milo Rau gehört zu den bekanntesten, aber auch streitbarsten zeitgenössischen Theatermachern. Mit dem Projekt knüpft er an frühere Großinszenierungen an. So hatte er 2013 mit zwei mehrtägigen Justizspektakeln ("Die Moskauer Prozesse" und "Die Zürcher Prozesse") ein neues Theaterformat geschaffen.

Schenkung für Kunstsammlungen Chemnitz

Galeristenfamilie Bastian schenkt Museum hochkarätige Kollektion

Die Berliner Galeristenfamilie Bastian hat den Kunstsammlungen Chemnitz eine Kollektion internationaler Kunst geschenkt. Die Sammlung umfasst mehr als 200 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Collagen, Grafiken, Installationen und Fotografien, darunter Arbeiten von Pablo Picasso, Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Joseph Beuys, Cy Twombly, Gerhard Richter und Luc Tuymans sowie eine Fotografie von Wim Wenders. "Die Schenkung ist ein großer Glücksfall", sagte Museumschefin Ingrid Mössinger der Deutschen Presse-Agentur. Der frühere Beuys-Assistent Heiner Bastian hatte schon bei der Schau "Picasso et le femmes" 2002 mit dem Museum zusammengearbeitet.

Festival legt Zusammenarbeit mit Kevin Spacey auf Eis

Spacey sieht sich mit Vorwürfen sexueller Belästung konfrontiert

Nach den Vorwürfen gegen Kevin Spacey wegen sexueller Übergriffe haben die Veranstalter des Gründerfestivals Bits & Pretzels ihre Partnerschaft mit dem US-Schauspieler auf Eis gelegt. "Angesichts der Vorwürfe gegen Herrn Spacey haben wir entschieden, dass er momentan kein passender Botschafter für Bits & Pretzels ist und wir die Zusammenarbeit suspendieren, bis mehr Fakten verfügbar werden", hieß es in einer Mitteilung der Veranstalter Andreas Bruckschlögl, Bernd Storm van's Gravesande und Felix Haas. Spacey hatte Ende September in München angekündigt, als Partner in das bayerische Start-Up-Festival einzusteigen. Mehrere Schauspieler haben dem Oscar-Preisträger in den vergangenen Tagen vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben.

Deutscher Kulturrat veröffentlicht Rote Liste 2017

Gefährdete Kultureinrichtungen

Der Deutsche Kulturrat hat unter anderem zwei ostdeutsche Institutionen auf die Liste der bedrohten Kultureinrichtungen gesetzt. Es handelt sich um die Dresdner Brücke/Most-Stiftung für Verständigung zwischen Deutschland und den ostmitteleuropäischen Staaten sowie das "Museum 1806" in Jena-Cospeda, das der historischen Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 gewidmet ist. Die Brücke/Most-Stiftung beendet zum 31. Dezember nach 20 Jahren ihre operative Tätigkeit. Aufgrund gesunkener Zinserträge und fehlender institutioneller Förderungen, unter anderem durch den Freistaat Sachsen, sei die Fortführung nicht mehr möglich. Das Jenaer "Museum 1806" steht nunmehr auf der sogenannten Vorwarnliste. Unter anderem mache die Einführung des Mindestlohns es dem Museum schwer, sich weiter finanziell zu behaupten und die Qualität seiner Arbeit aufrechtzuerhalten, ließ das "Institut zur militärgeschichtlichen Forschung Jena 1806" als Betreiber wissen. Der Deutsche Kulturrat will als Dachverband der Bundeskulturverbände mit der Roten Liste auf gefährdete Kulturinstitutionen hinweisen, um Rettungsmaßnahmen anzustoßen.

Riesiger Hohlraum in Cheops-Pyramide entdeckt

Zweck des Raums bisher unklar

Wissenschaftler haben im Herzen der Cheops-Pyramide in Ägypten einen riesigen Hohlraum entdeckt. Er sei dort rund 4500 Jahre lang völlig unberührt geblieben, berichten sie in einer Studie im Fachmagazin "Nature". Er habe die Größe einer Passagiermaschine mit 200 Plätzen, sagte einer der Co-Autoren, Mehdi Tajubi, der Nachrichtenagentur AFP. Um was es sich bei ihm handelte, müsse noch untersucht werden. Seit Oktober 2015 hatten ägyptische, japanische, kanadische und französische Forscher gemeinsam nach versteckten Räumen in der riesigen Cheops-Pyramide gesucht. Aber keiner habe mit einem derart riesigen Hohlraum gerechnet. Bisher waren nur drei Hohlräume bekannt - die Königinnenkammer, die Königskammer und die "Große Galerie". Für ihre Entdeckung nutzten die Forscher sogenannte Myonen-Teilchen, die ihnen ähnlich wie beim Röntgen einen Einblick in die riesige Pyramide verschafften, ohne auch nur einen Stein verrücken zu müssen. Die winzigen geladenen Teilchen können dabei problemlos mehrere Meter Metall oder hunderte Meter Stein durchdringen. Die 139 Meter hohe Cheops-Pyramide ist die größte der Pyramiden von Giseh und zählt zu den sieben Weltwundern der Antike.

Tom Tykwer wird Jury-Präsident der Berlinale

Filmfestival habe ihn von Beginn an unterstützt

Der deutsche Regisseur, Drehbuchautor, Filmkomponist und Produzent Tom Tykwer wird Jury-Präsident der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Tom Tykwer sei einer der profiliertesten deutschen Regisseure und habe sich auch auf internationalem Parkett als großer Filmkünstler etabliert, sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Mit ihm habe die Berlinale einen großartigen Jury-Präsidenten gewonnen. Auch Tom Tykwer freut sich über seine Jury-Präsidentschaft. Die Berlinale sei seit jeher sein Lieblings- und Heimatfestival und habe ihn von Beginn an als Filmemacher unterstützt, sagte der Regisseur, der seit 1992 sechs seiner Filme auf der Berlinale vorgestellt hat. Bei der 68. Berlinale gehen vom 15. bis 25. Februar 2018 wieder Filme aus aller Welt ins Rennen um den Goldenen Bären.

Herbert-Strate-Preis an Peter Sundarp

Urgestein des deutschen Kinos

Der Herbert-Strate-Preis für besondere Verdienste um das deutsche Kino geht in diesem Jahr an den Filmverleiher Peter Sundarp. Der Geschäftsführer des Central Film Verleih habe seit einem halben Jahrhundert mit großem Engagement und sehr erfolgreich deutsche und internationale Filme ins Kino gebracht, erklärte die Film- und Medienstiftung NRW in Düsseldorf zur Begründung. Sundarp sei ein Urgestein des deutschen Kinos. Er habe ein besonderes Gespür für Filme und ihre Macher sowie für die Bedürfnisse von Kinobetreibern und Publikum. Der 73-Jährige Sundarp arbeitete zunächst bei Rialto Film und Tobis Film, bevor er 1994 den Central Film Verleih gründete. Damit brachte er Filme wie "Bang Boom Bang", "Das Wunder von Bern" oder "Lammbock" heraus. Sundarp machte sich zudem einen Namen als deutscher Verleiher internationaler Filmerfolge wie "Chocolat", "Der Vorleser", "The King's Speech" oder "Ziemlich beste Freunde". Mit dem Herbert-Strate-Preis erinnern die Filmstiftung NRW und der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino) seit 2004 an den Kinobetreiber Herbert Strate, der langjähriger Präsident der Filmförderungsanstalt und des Hauptverbands Deutscher Filmtheater war. Die mit 20.000 dotierte Auszeichnung wird am 14. November in Köln verliehen.

Missbrauchsvorwürfe wirbeln Hollywood auf

Vorwürfe gegen Dustin Hoffman und Brett Ratner

Seit Bekanntwerden der Missbrauchs-Vorwürfe gegen Star-Produzent Harvey Weinstein vor rund einem Monat melden sich täglich neue mutmaßliche Opfer zu Wort, die berichten, sie seien von prominenten Männern aus der Filmbranche sexuell missbraucht worden. Nach Weinstein, Regisseur James Toback und "House of Cards"-Star Kevin Spacey wurden nun auch Oscar-Preisträger Dustin Hoffman und "Rush Hour"-Regisseur Brett Ratner mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert. Als 17-jährige Praktikantin am Set sei sie 1985 von Hoffman wiederholt belästigt worden, schrieb die US-Autorin Anna Graham Hunter in einer Gastkolumne im "Hollywood Reporter". Der Star habe sie um eine Massage gebeten, an den Po gegriffen und mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt. Sechs Frauen, darunter die Schauspielerinnen Olivia Munn und Natasha Henstridge, werfen Brett Ratner in Interviews mit der "Los Angeles Times" sexuelle Übergriffe vor, die teilweise in die 1990er Jahre zurückgehen. Der 48-jährige Blockbuster-Regisseur ("X-Men: Der letzte Widerstand", "Rush Hour") wies die Vorwürfe über seinen Anwalt Martin Singer "kategorisch" zurück.

NS-Raubkunst: Grütters für weitere Nachforschungen

Gurlitt-Doppelausstellung beginnt heute

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht Deutschland "in der moralischen Verantwortung", auch in Museen weiter nach NS-Raubkunst zu forschen. Die Aufarbeitung bleibe gerade gegenüber den Opfern "eminent wichtig", sagte die CDU-Politikerin der Süddeutschen Zeitung. Deshalb habe der Bund das "Deutsche Zentrum Kulturgutverluste" gegründet und die Mittel für Provenienzforschung auf über sechs Millionen Euro verdreifacht. Daher könne sich kein Museum "wegen fehlender Mittel der Provenienzforschung verweigern." In der beschlagnahmten Sammlung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt ist nach Angaben Monika Grütters jedoch wohl weit weniger Raubkunst enthalten als ursprünglich vermutet. Von 1500 Werken des Gurlitt-Fundes wurden bisher erst sechs als solche identifiziert. Allerdings ist die Hälfte des Bestandes noch unerforscht. Mit der Doppelausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" in Bonn und Bern wird nun ein Schlaglicht auf den organisierten Kunstraub der Nationalsozialisten geworfen.

Beyoncé spielt Nala in "König der Löwen"

Disney kündigt prominente Besetzung für Neuverfilmung an

Etliche Rollen für die Neuverfilmung von "König der Löwen" waren schon besetzt - nun hat der Filmkonzern Disney mitgeteilt, dass R&B-Star Beyoncé die Löwin Nala darstellen wird. Die "Live Action"-Produktion, eine Mischung aus real gedrehtem Film und Computertechnik, soll 2019 in die Kinos kommen. Die Regie übernimmt Jon Favreau, der im vergangenen Jahr bereits den Klassiker "Das Dschungelbuch" auf die Leinwand brachte. Die dreifache Mutter Beyoncé war schon länger für die Rolle im Gespräch. Die 39-Jährige war bereits im Animationsfilm "Epic" (2013) zu hören und spielte etwa im Musical "Dreamgirls" (2006) mit. Auch Comedian John Oliver sowie die Schauspieler Seth Rogen und Billy Eichner machen bei dem Projekt mit. "König der Löwen" (1994) gehört zu den erfolgreichsten Disney-Filmen und brachte dem britischen Sänger Elton John (70) für seinen Song "Can You Feel the Love Tonight" einen Oscar. Das gleichnamige Musical läuft seit 1997 am Broadway in New York. Später feierte es auch in Hamburg große Erfolge.

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