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Dienstag, 28.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. Februar 2021

Mexiko beschwert sich über Kulturgut-Auktion

Die mexikanische Regierung kritisiert den Verkauf von 40 Objekten durch das Auktionshaus Christie's in Paris. Der Großteil davon gehöre zum mexikanischen Kulturerbe aus der Zeit vor der spanischen Eroberung, sagte der Chef des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte, Prieto. Die Gegenstände seien illegal außer Landes gebracht worden. Weil archäologische Güter aus Mexiko unveräußerlich seien, habe man bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige erstattet, so Prieto. Mexiko setzt sich seit einigen Jahren verstärkt für den Schutz seines Kulturerbes auch im Ausland ein.

US-Gericht urteilt im Welfenschatz-Streit

Im jahrelangen Streit zwischen Nachfahren jüdischer Kunsthändler und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz um den "Welfenschatz" hat die Stiftung vor dem Supreme Court der USA einen Erfolg erzielen können. Das Gericht sieht in seiner Entscheidung von Mittwoch keinen Nachweis der Erben, in dem Fall Ansprüche in den USA gegen Deutschland gelten machen zu können. Der Welfenschatz umfasst kostbare Altaraufsätze, Schmuckkreuze und Schreine aus dem Braunschweiger Dom. Im Verfahren geht es um 42 der Goldreliquien. Die Nachfahren der früheren Besitzer gehen davon aus, dass die Objekte ihren Vorfahren von den Nationalsozialisten nur scheinbar legal weggenommen wurden.

Wissenschaftler gründen Netzwerk gegen Cancel Culture

Sie haben sich zusammengeschlossen: 70 deutschsprachige Forscher machen sich für eine offene Debattenkultur stark. Sie kritisieren, dass an vielen Universitäten ein Klima entstanden sei, in dem abweichende Meinungen nicht mehr toleriert", sondern "an den Rand gedrängt und moralisch sanktioniert" würden. Cancel Culture und Political Correctness hätten die freie und kontroverse Debatte auch von Außenseiterpositionen vielerorts an den Universitäten zum Verschwinden gebracht, heißt es in ihrer Pressemitteilung. Zunehmend beobachten sie eine "Verengung von Fragestellungen, Themen und Argumenten in der akademischen Forschung". Zum Netzwerk gehören unter anderem der Historiker Andreas Rödder, die Politikwissenschaftlerin Ulrike Ackermann und die Migrationsforscherin Sandra Kostner.

Maria Schrader für Golden Globe nominiert

Die deutsche Netflix-Serie "Unorthodox" von Maria Schrader hat Chancen auf einen Golden Globe, Vorbote des Oscar. Dass die vier Folgen über eine junge Frau, die als orthodoxe Jüdin in New York aufwächst und nach Berlin geht, eine Nominierung erhalten hat, teilte der Verband der Auslandspresse in Hollywood mit. Das Biopic "Mank", das das Leben des Drehbuchautors Herman Mankiewicz erzählt, der am Drehbuch des Klassikers "Citizen Kane" mitarbeitete, kann in sechs Sparten gewinnen. Außerdem können die Spielfilme "Nomadland" und "Promising Young Woman" sowie die Serien „The Mandalorian" und "The Crown" auf eine Auszeichnung am 28. Februar hoffen. Insgesamt wurden drei Regisseurinnen nominiert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Golden Globes.

US-Radiostationen distanzieren sich von Morgan Wallen

Songs von Countrysänger Morgan Wallen sind aus den Playlisten des größten amerikanischen Radionetzwerks, Cumulus Media, entfernt worden. Grund ist das Video eines Nachbarn von Wallen, in dem er Menschen an seinem Grundstück verabschiedet und dabei das N-Wort benutzt. Das meldet die BBC. Der 27-Jährige hat sich umgehend entschuldigt. Es sei ihm peinlich, diese rassistische Bezeichnung benutzt zu haben. Cumuls Media bedient mehr als 400 Radiostationen in den Vereinigten Staaten mit Musik. Nicht abschließend geklärt ist, ob Morgan Wallen aus den entsprechenden US-Playlisten von Spotify und Apple entfernt worden sind.

ESC in Rotterdam: Immerhin nicht abgesagt

Auch die Ausgabe 2021 des Eurovision Song Contest wird anders als geplant. Aber sie soll zumindest stattfinden. Zumindest einige Gäste am Finale in Rotterdam im Mai teilnehmen zu lassen, wolle man trotz der "strengen Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich häufiger COVID-Tests" ermöglichen, heißt es. Gleichzeitig sind die Delegationen der teilnehmenden Länder aufgerufen, aufgezeichnete Videos ihrer Teilnehmer einzureichen. Eine endgültige Entscheidung über live-Publikum könne erst Mitte April getroffen werden, so ein Sprecher des ESC.

Eventim befürwortet Impfungen für Konzertbesuche

Der Ticketverkäufer "Eventim" will, dass Veranstalter die Teilnahme an Konzerten von einer Corona-Impfung abhängig machen können. "Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollte die Privatwirtschaft auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen", sagte Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg der "Wirtschaftswoche". Die Systeme von "Eventim" seien so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können. Derzeit nutzt das Unternehmen die Konzertflaute, um in Schleswig-Holstein Impftermine zu vermitteln.

Kulturrat und Börsenverein fordern Nachbesserung an Urheberrechtsreform

Der Deutsche Kulturrat und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels würden Youtube, Google und Co gerne stärker in die Pflicht nehmen. Deshalb fordern sie von der Bundesregierung, die beschlossene Reform des Urheberrechts nachzubessern. Kulturrats-Geschäftsführer Zimmermann sagte, bei der Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie sei der Referentenentwurf nicht zukunftsfähig. Für den Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, werde ohne Not tief in die Rechtsposition von Urheberinnen und ihren Marktpartnern eingegriffen. Positiv hob Zimmermann die Beteiligung der Verleger an den Vergütungsansprüchen hervor. Skipis begrüßte die "überfällige Wiedereinführung einer Verlegerbeteiligung". Allerdings hätte er sich den politischen Mut gewünscht, noch direkter an die Rechtslage vor 2015 anzuknüpfen.

Kabinett beschließt einheitliches deutsches Stiftungsrecht

Ein einheitliches Stiftungsrecht in Deutschland ist auf dem Weg. Das Bundeskabinett hat den Entwurf zur Anpassung an das bürgerliche Recht beschlossen. Bedingt durch die Niedrigzinsphase und verschärft durch die Corona-Pandemie befänden sich viele Stiftungen auch im Kulturbereich in einer schwierigen Situation, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Umso wichtiger sei es, Stiftungen in ihrem Engagement mit einem geeigneten Rechtsrahmen zu unterstützen. Hinsichtlich der Restitution von NS-Raubkunst und Objekten der Kolonialgeschichte in West- und Ostdeutschland können Stiftungen sich zukünftig einer Rückgabe mit dem Argument, sie seien Teil des Grundstockvermögens, nicht mehr entziehen, so Grütters.

Aktionsplan Integration auch für Kulturinstitutionen

Das Bundeskabinett hat den Nationalen Aktionsplan Integration beschlossen, in den auch die Kultureinrichtungen eingebunden sind. So soll Diversität bei Personal, Publikum, Programm und Partnern in bundesgeförderten Institutionen gefördert und in Bildung und Qualifizierung ausgebaut werden. Dies wird durch einen Bericht zur Diversität in den Kultureinrichtungen begleitet. Außerdem soll das Thema Migration stärker hervorgehoben werden. Details werden am 9. März im Rahmen des 13. Integrationsgipfels vorgestellt.

Börsenverein kritisiert Bibliotheksverband

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kritisiert einen offenen Brief vieler öffentlicher Bibliotheken. Es würde ein "kostenloser Parallelmarkt" aufgebaut, wenn die Verlage der Forderung nachkämen, E-Books und Bücher beim Verleih gleichzustellen. Die Vorsitzende des Verleger-Ausschusses des Börsenvereins, Nadja Kneissler, schreibt: „Die Forderungen des Bibliotheksverbands schaden Autor*innen und Verlagen, denn sie zielen auf eine deutliche Einschränkung ihrer Rechte hin. Der vorgeschlagene Eingriff ins Urheberrecht hebelt die Vertragsfreiheit der Verlage aus und hätte massive Umsatzverluste bei Verlagen, Autor*innen und im Buchhandel zur Folge." Es stelle sich die Frage, ob die Öffentlichen Bibliotheken noch gemäß ihres Kultur- und Bildungsauftrags handelten, wenn sie sich von einer öffentlich geförderten Institution zu einem konkurrierenden Marktteilnehmer entwickeln.“

"Coda" räumt beim "Sundance Film Festival" ab

Das Filmdrama von US-Regisseurin Sian Heder holte die Hauptpreise des Independance-Festivals im US-Bundesstaat Utah. Sie holte neben dem "Grand-Jury-Preis" auch den Zuschauerpreis sowie die Auszeichnungen für Regie und die Ensemble-Besetzung. Die Britin Emilia Jones spielt in dem Film ein Mädchen, das als Kind gehörloser Eltern aufwächst. Als beste Dokumentation wurde der Musikfestival-Film "Summer Of Soul" geehrt. Das "Sundance Film Festival" fand diesmal weitgehend virtuell statt. Seit voriger Woche wurden online mehr als 70 Spielfilme aus 29 Ländern gezeigt.

Kunsthistorikerin muss Aldi-Erben 980 000 Euro zahlen

Im Rechtsstreit um die Echtheit von vier Bronzeskulpturen des spanischen Künstlers Juan Muñoz hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die Kunsthistorikerin Dorothee Achenbach zu einem Schadensersatz in Höhe von 980.000 Euro verurteilt. Die Beklagte hatte die vier Skulpturen nach eigenen Angaben von ihrem früheren Ehemann, dem Kunsthändler Helge Achenbach, geschenkt bekommen und 2009 für eine Million Euro an den damaligen Aldi-Miteigentümer Berthold Albrecht verkauft. Dabei hatte sie sich aber nicht davon überzeugt, dass es sich bei den Werken um Originale handelte, wie das Gericht mitteilte. Weil sie diese Erkundigungspflicht verletzte und dies nicht offenlegte, müsse sie für den "Sachmangel" der Skulpturen einstehen und der Erbengemeinschaft die Differenz zwischen Kaufpreis und Wert ersetzen. Laut Oberlandesgericht handelt es sich bei den verkauften Arbeiten lediglich um ungenehmigte Nachgüsse der Originalarbeiten im Materialwert von etwa 20.000 Euro.

Kommission für NS-Raubgut empfiehlt Rückgabe

Ein Ölgemälde des Expressionisten Erich Heckel soll aus Sicht der beratenden Kommission für NS-Raubgut vom Land Baden-Württemberg an die Erben des jüdischen Vorbesitzers zurückgegeben werden. Es sei von einem NS-verfolgungsbedingten Entzug auszugehen, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung des von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden eingesetzten Gremiums erfolgte einstimmig. Das Gemälde "Geschwister", das aktuell zu den Beständen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe gehört, befand sich bis 1934 im Eigentum des jüdischen Historikers Max Fischer, der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und deswegen in die USA emigrierte. Die Erben haben der Mitteilung zufolge angekündigt, das Gemälde an das Virginia Museum of Fine Arts zu stiften. "Die Kommission würdigt dies als besondere Geste", hieß es.

Museumsbund fordert Öffnungsstrategie

Der Deutsche Museumsbund hat eine zeitnahe Wiederöffnung von Museen in Deutschland gefordert. Politische Entscheidungsträger müssten schnellstmöglich verbindliche Öffnungsstrategien für die Häuser vorlegen, um ihnen Planungssicherheit in der Corona-Pandemie zu ermöglichen, erklärte der Verband. Die seit Monaten andauernde coronabedingte Schließung verschärfe in den Museen die ohnehin schon angespannte Situation, hieß es. Viele Häuser seien wegen ausbleibender Einnahmen in ihrer Existenz bedroht. Bereits am Wochenende hatte Kulturstaatsministerin Grütters dazu aufgerufen, Museen im Falle von Corona-Lockerungen zuerst zu öffnen. Diese würden mit ihren Angeboten "geistige Anregungen" bieten und so "viele vereinsamte und verstörte Menschen wieder ins Leben zurück" holen.

Museum erwirbt Fotoalben zu Kolonialreisen

Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat drei Fotoalben von Reisen durch damalige deutsche Kolonien erworben. Die Alben enthalten rund 300 beschriftete Aufnahmen einer zwei Monate dauernden Reise des Bankiers und Politikers Bernhard Dernburg (1865-1937), wie das Museum mitteilte. Die Reisen fanden in einer Phase der Neuordnung der deutschen Kolonialpolitik statt. Dernburg war von 1907 an Staatssekretär im damaligen Reichskolonialamt. In dieser Funktion bereiste er in den Jahren 1907 und 1908 die Kolonien Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika und das damals britische Südafrika. Begleitet wurde er dabei von Kolonialbeamten, Militärs, Journalisten und Vertretern der Wirtschaft. Ziel der Reise war Profit für das Deutsche Reich durch steigende Exporte aus den Kolonien. Der Sammlungsdirektor des Museums, Fritz Backhaus, sagte, die Fotoalben eigneten sich "hervorragend zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kolonialismus und können zu einem tieferen Verständnis deutscher Geschichte und Gegenwart beitragen".

Aschermittwoch der Künstler

Der "Aschermittwoch der Künstler" soll Begegnungen von Kirche und Kunst ermöglichen. Dazu gibt es zum Auftakt der Fastenzeit in zahlreichen deutschen Bischofsstädten Veranstaltungen. Die Initiative dazu kam nach dem Zweiten Weltkrieg aus Frankreich. Dort strebte der katholische Schriftsteller Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer solchen Begegnung einen spirituellen Neuanfang für Europa an. Heute gibt es entsprechende Angebote in einer Reihe von Städten weltweit. In Deutschland wird die ursprünglich katholisch geprägte Idee mancherorts ökumenisch begangen. Mit der Begegnung will die Kirche ihre Wertschätzung für Kunst und Künstler bekunden. Sie soll zugleich auch die gemeinsame Auseinandersetzung mit Grundfragen der menschlichen Existenz ermöglichen. Wegen der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung erstmals online statt.

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