Seit 13:05 Uhr Länderreport

Freitag, 24.05.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Konzert / Archiv | Beitrag vom 16.03.2019

Metropolitan Opera New York - Live überm großen TeichDer Liebhaber im Korb

Vier Frauen beugen sich über einen Brief und überlegen. (Met Opera / Karen Almond)
Beim Kaffeekranz entdecken sie (Ailyn Pérez, Marie-Nicole Lemieux, Jennifer Johnson Cano, Golda Schultz) Falstaffs Dreistigkeit. (Met Opera / Karen Almond)

Falstaff ist ein dreister Liebhaber, der mehreren Frauen den gleichen schmachtenden Brief sendet. Doch die kennen sich und nehmen genüsslich Rache. So wird er in einer vermeintlich kritischen Situation in einen Korb versteckt, der in die Themse entleert wird.

Verdis letzte Oper ist ein großer fulminanter Musikspaß. Fünf Jahrzehnte hat er tragische Stoffe auf die Bühne gebracht, um am Ende eine der beliebtesten, komischen Opern zu komponieren.

Im Mittelpunkt ein lebensgieriger Mann, Falstaff, der es eigentlich nie zu etwas gebracht hat und es doch immer wieder verstand, den Bauch zu füllen und seinen Lebenshunger zu stillen - bis er es zu weit treibt und gleich zwei Damen den Hof macht.

Falstaff stubst Bardolf an die Nase, in der anderen Hand hat er einen der Briefe. (Met Opera / Karen Almond)Falstaff (Ambrogio Maestri) teilt seinen Plan mit Bardolf (Keith Jameson). (Met Opera / Karen Almond)

Die Frauen enttarnen und piesacken ihn, bis er am Ende der Oper verlacht im Hirschkostüm vor den Bürgern der Stadt steht und erkennen muss: "Tutto nel mondo è burla, l’uom è nato burlone." Übersetzt: Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch als Narr geboren. Das stimmt zum Schluss der gepeinigte Falstaff an. Und alle fallen mit ein.

Falstaff mit Geweih wird von anderen dunklen Gestalten mit Hörnern umringt, die sich köstlich amüsieren. (Met Opera / Karen Almond)Am Ende ist Falstaff (Ambrogio Maestri) der "Gehörnte". (Met Opera / Karen Almond)
Live aus der Metropolitan Opera New York

Giuseppe Verdi
"Falstaff", Commedia lirica in drei Akten
Libretto: Arrigio Boito nach "The Merry Wives of Windsor" von William Shakespeare

Nannetta - Golda Schultz, Sopran
Ailyn Pérez - Alice Ford, Sopran
Mrs.Quickly - Marie-Nicole Lemieux, Alt
Meg Page - Jennifer Johnson Cano, Mezzosopran
Fenton - Francesco Demuro, Tenor
Sir John Falstaff - Ambrogio Maestri, Bariton
Ford - Juan Jesús Rodriguez, Bariton
Dr. Cajus - Tony Stevenson, Tenor
Bardolfo - Keith Jameson, Countertenor
Pistola - Richard Bernstein, Bass

Chor und Orchester der Metropolitan Opera
Leitung: Richard Farnes

Mehr zum Thema

Serie „Klassik drastisch“ - #18 Verdi ‐ "Requiem"
(Deutschlandfunk Kultur, Echtzeit, 29.12.2018)

Saisonstart in der Scala mit Verdis "Attila" - "Glänzende Sänger, großartige Chöre"
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 07.12.2018)

Verdis "Messa da Requiem" - Oper in liturgischem Gewand
(Deutschlandfunk, Historische Aufnahmen, 01.11.2018)

Konzert

Weltpremiere nach 80 JahrenSuite aus der Neuen Welt
Der Dirigent Ariel Zuckermann (Felix Broede/Agentur Harrison Parrott)

Fast utopisch war Ignatz Waghalters Projekt: Für ein afroamerikanisches Orchester in New York schrieb er seine "New-World-Suite". Nun wird das Werk von 1938 erstmals öffentlich gespielt, von der Filharmonia Poznańska und Ariel Zuckermann.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur