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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Metropolitan Museum erhält historische Waffen

Der US-Kosmetikkonzern-Erbe Ronald Lauder schenkt dem New Yorker Metropolitan Museum mehr als 90 Objekte aus seiner Sammlung historischer Waffen und Rüstungen. Es sei die bedeutendste Schenkung dieser Art für das Museum seit rund 80 Jahren, hieß es in einer Mitteilung des Hauses. Unter den Objekten sei beispielsweise eine im frühen 17. Jahrhundert für den Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Friedrich Ulrich (1591-1634), hergestellte Rüstung. Lauder, der seit 2007 auch Präsident des Jüdischen Weltkongresses ist, gilt als einer der bedeutendsten Sammler solcher Objekte. Sein älterer Bruder Leonard hatte dem Metropolitan Museum bereits vor einigen Jahren eine milliardenschwere Kubismus-Sammlung geschenkt.

Nobelpreisträger wegen Corona nur online gewürdigt

Der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel und zehn weitere Nobelpreisträger sind im Rahmen einer Online-Zeremonie für ihre außergewöhnlichen Errungenschaften gewürdigt worden. Auf der feierlichen, aber wegen Corona deutlich reduzierten Zeremonie im Rathaus von Stockholm zollten die Nobel-Institutionen den Preisträgern in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaftswissenschaften ihren Respekt. Persönlich anwesend war keiner der Geehrten. Der Friedensnobelpreis war kurz zuvor in Rom dem Welternährungsprogramm überreicht worden.

Zehn Wissenschaftler erhalten Leibniz-Preis 2021

Vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler erhalten den renommierten Leibniz-Preis 2021. Die mit einem Forschungsgeld von je zweieinhalb Millionen Euro verbundene Auszeichnung geht an jeweils zwei Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Naturwissenschaften und aus den Ingenieurwissenschaften sowie vier aus den Lebenswissenschaften. Das teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Bonn mit. Jüngster Preisträger ist der 40 Jahre alte Biodiversitätsforscher Prof. Nico Eisenhauer von der Universität Leipzig. Außerdem ausgezeichnet werden die Epigenetikerin Asifa Akhtar vom Max-Planck- Institut in Freiburg und der Soziologe Steffen Mau von der Humboldt-Universität in Berlin. Wegen der Corona-Pandemie wird der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis am 15. März 2021 in einem virtuellen Rahmen verliehen.

Salzburger Festspiele planen zuversichtlich für 2021

Die Salzburger Festspiele hoffen auf eine weitgehend normale Saison 2021. Geplant seien vom 17. Juli bis 31. August 2021 insgesamt 168 Aufführungen in 17 Spielstätten, Intendant Markus Hinterhäuser in Salzburg sagte, dazu komme ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm an 30 Spielstätten. Hinterhäuser machte auch deutlich, dass die Festspiele in den nächsten Jahren wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie wirtschaftlich kürzer treten müssten. Geplante Neuinszenierungen und Neuproduktionen würden zumindest im kommenden Jahr nicht realisiert. Von den im Vollbetrieb zur Verfügung stehenden Eintrittskarten werden zunächst nur zwei Drittel verkauft. Der Rest soll erst dann freigegeben werden, wenn es der weitere Verlauf der Pandemie und die dann geltenden gesetzlichen Grundlagen erlauben. Im vergangenen Sommer sorgten die Festspiele mit einem ausgefeilten Präventionsprogramm für 76 500 Besucher Furore.

Kulturpolitikerin: Berlinale in den Sommer verlegen

Die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Katrin Budde, hat für eine Verschiebung der Berlinale in den Sommer plädiert. Die SPD-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, das fände sie sinnvoller als eine Online-Variante oder eine Absage. Die nächste Ausgabe des Filmfestivals ist vom 11. bis 21. Februar 2021 geplant. Die Festivalleitung prüft derzeit, ob das angesichts der Pandemie machbar ist.

Institutionen sorgen sich um die Freiheit des Diskurses

Mehrere renommierte Kultureinrichtungen aus Deutschland haben vor der Gefahr gewarnt, im Kampf gegen Antisemitismus wichtige kritische Stimmen in der Gesellschaft von der öffentlichen Debatte auszuschließen. In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten sie unter anderem einen Bundestagsbeschluss gegen die israelkritische Bewegung BDS, die als antisemitisch eingestuft wurde. Unter Berufung auf diesen Beschluss würden durch missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs wichtige Stimmen beiseitegedrängt und kritische Positionen verzerrt. Genannt wird hier der Postkolonialsmusforscher Achille Mbembe, dem wegen Überlegungen zur Apartheid in Afrika und israelischer Politik Antisemitismus vorgeworfen wurde. Zum Arbeitskreis "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" gehören Vertreter des Deutsche Theaters, des Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Kulturstiftung des Bundes.

Hilfspaket: Kultur braucht 112 Millionen Euro mehr

Nach Ansicht der Kulturszene reicht das aktuelle Corona-Hilfspaket nicht aus. Nötig seien noch einmal 112 Millionen Euro. Bis Ende Oktober wurde das eine Milliarde Euro umfassende Programm der Bundesregierung allein im Bereich der darstellenden Künste mit Schauspielern, Theatern oder freier Szene um 40 Millionen Euro überschrieben, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion hervor. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte in dieser Woche bereits neue Milliarden-Hilfen für die Kultur gefordert, da ein zweiter, deutlich längerer Lockdown noch gar nicht eingepreist gewesen sei.

Bayreuth 2021: Weniger Vorstellungen, kein Chor

Die Corona-Krise zwingt die Bayreuther Festspiele auch im kommenden Jahr zu einschneidenden Veränderungen. Die Absage der Festspiele 2020 habe die kompletten Spielpläne der Folgejahre verschoben, sagte Festspielchefin Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Im kommenden Jahr sind außerdem weniger Vorstellungen geplant als sonst. Auf dem Spielplan 2021 stehen nun neben der Neuproduktion "Der Fliegende Holländer", die Wiederaufnahmen der Produktionen "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Tannhäuser". Außerdem sollen drei Vorstellungen der "Walküre" realisiert werden. Wegen der Pandemie werde der Chor aus dem Chorsaal live übertragen werden, so Wagner, auf der Bühne sollen Kleindarsteller den Chor ersetzen.

Orgel ist das Instrument des Jahres 2021

Die Orgel ist zum Instrument des Jahres 2021 gekürt worden. Sie gilt als Königin der Instrumente, ist das größte Musikinstrument der Welt und bekleidet als erstes Tasteninstrument den Titel, wie die Landesmusikräte in Berlin mitteilten. Sie benennen seit 2008 gemeinsam ein Instrument des Jahres. Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau durch die Unesco als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Kunsthalle kauft Beckmann-Werk für vier Millionen

Es ist die bisher teuerste Erwerbung in der Geschichte der Hamburger Kunsthalle: Zusammen mit einem Bündnis aus namhaften Stiftungen konnte das Museum aus dem Nachlass Peter und Maja Beckmann das Gemälde "Selbstbildnis Florenz" von 1907 von Max Beckmann (1884-1950) für vier Millionen Euro erwerben, teilte die Kunsthalle in Hamburg mit. Das Werk war stets im Besitz der Familie Beckmann und befindet sich seit 1991 als Dauerleihgabe in der Hamburger Kunsthalle. Das Museum beherbergt weltweit einen der bedeutendsten Max-Beckmann-Bestände mit rund 25 Gemälden und Plastiken sowie 250 Werken auf Papier.

Römisches Mosaik in englischer Villa entdeckt

Zum ersten Mal haben Forscher in Großbritannien ein Mosaik aus dem 5. Jahrhundert entdeckt. Das Setzbild im englischen Chedworth belege, dass auch nach dem Abzug der Römer der romanisierte Lebensstil gehalten habe, betonten die Archäologen. Bisher waren Historiker davon ausgegangen, dass im "dunklen Zeitalter" (Dark Ages) alle römischen Städte und Villen verlassen und dem Verfall preisgegeben worden seien. Bei der Villa, rund 155 Kilometer nordwestlich von London, handelt es sich um eines der größten und am besten erhaltenen römischen Häuser in Großbritannien. Rund um das nahe gelegene Cirencester, Ende des 4. Jahrhunderts die zweitgrößte römische Stadt nach London, wurden bereits mehrere teils reich verzierte Villen entdeckt.

Calder-Mobile bringt 18 Millionen Dollar

Ein Mobile des US-Künstlers Alexander Calder (1898-1976) ist für den Rekordwert von umgerechnet etwa 15 Millionen Euro versteigert worden. Das sei mehr als doppelt so viel wie erwartet, teilte das Auktionshaus Sotheby's in New York mit. Das 1951 angefertigte Mobile "Mariposa" wurde direkt nach der Entstehung Teil einer Sammlung und stand erstmals zur Versteigerung. Wer den Zuschlag bekam, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Das 1962 von Pablo Picasso angefertigte Porträt "Buste de Femme Assise" erzielte rund 11,2 Millionen Dollar. Insgesamt kamen bei der wegen der Corona-Pandemie weitgehend online durchgeführten Auktion rund 63,3 Millionen Dollar zusammen.

Universitäts-Gründer Johns Hopkins war Sklavenhalter

Der Gründer der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore war Sklavenhalter. Man sei in den Besitz von Volkszählungsunterlagen gelangt, die Hopkins im Jahr 1840 als Besitzer einer versklavten Person auswiesen, teilte die Universität mit. Zehn Jahre später sei die Zahl der seinem Haushalt zugehörigen versklavten Menschen den Unterlagen zufolge auf vier gestiegen. Im Jahr 1860 seien dann keine Sklaven mehr als Haushaltsangehörige des Mannes aufgeführt worden. Sklaverei wurde im US-Staat Maryland im Jahr 1864 verboten. Die Universität hatte sich in der Vergangenheit auf die angebliche Vergangenheit ihres Gründers als Gegner der Sklaverei berufen. Die Darstellung, Hopkins Vater habe die Sklaven der Familie im Jahr 1807 freigelassen, war in den vergangenen Monaten ins Wanken geraten. Um ein vollständiges Bild zu erhalten, werde die Forschung in den kommenden Monaten fortgesetzt, heißt es.

Europäischer Filmpreis für Komponistin Dauenhauer

Die Komponistin Dascha Dauenhauer hat für ihren Soundtrack zur Neuverfilmung von "Berlin Alexanderplatz" einen Europäischen Filmpreis gewonnen. Das gab die Europäische Filmakademie (EFA) in Berlin am Mittwochabend bekannt. EFA-Präsident Wim Wenders sprach von einer ungewöhnlichen und provokativen Musik. Der Soundtrack nutze das ganze Spektrum der Filmmusik: Orchester-Arrangements und Streichinstrumente, Elektro und Popmusik, erklärte die Jury. Der Film verlegt den Roman von Alfred Döblin (1878-1957) ins heutige Berlin zwischen Drogendealer und Clubs. Das Künstlerdrama "Hidden Away" erhielt zwei Auszeichnungen - sowohl für die Kameraführung von Matteo Cocco als auch das Kostümdesign von Ursula Patzak. Wegen der Corona-Pandemie wird der Europäische Filmpreis in diesem Jahr an mehreren Abenden hintereinander verliehen. Am Samstag soll der beste Film des Jahres prämiert werden, nominiert sind unter anderem "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani und das Drama "Undine" in der Regie von Christian Petzold.

Klage gegen Facebook wegen unfairen Wettbewerbs

Die US-Regierung und 48 Bundesstaaten haben Facebook verklagt. Sie werfen dem sozialen Netzwerk vor, ein illegales Monopol aufgebaut zu haben. Begründet wird die Klage unter anderem mit den Übernahmen von Instagram und WhatsApp 2012 und 2014. Die US-Verbraucherschutz-Behörde sieht in den Zukäufen eine systematische Strategie von Facebook, seine Monopol-Stellung zu sichern. Die Kläger wollen erreichen, dass diese Übernahmen für illegal erklärt werden der Konzern einzelne Geschäftsbereiche wieder verkaufen muss. Facebook wies die Anschuldigungen zurück.

"Hey, Pippi Langstrumpf" verletzt Urheberrecht

Der deutsche Text des Liedes "Hey, Pippi Langstrumpf" verletzt nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg das Urheberrecht. Die Erben der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren müssten an der Verwertung des Liedtextes beteiligt werden, erklärte die Zivilkammer. Die 2002 verstorbene Lindgren habe es 1969 ausdrücklich abgelehnt, dass sich der Verfasser der deutschen Textversion, Wolfgang Franke, als alleiniger Autor nenne. Die Münchner Musikverlagsgesellschaft und Frankes Witwe dürfen den Text nicht weiter verbreiten, wenn das Urteil vollstreckt wird. Ferner müssen sie Auskunft über die Einnahmen seit 2007 erteilen und den Lindgren-Erben Schadenersatz für die entgangene Beteiligung zahlen.

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