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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. Oktober 2015

Menschenrechts-Fernsehpreis für Doku über Waffenexporte

SWR-Doku erhielt Marler Fernsehpreis für Menschenrechte

Der Film "Waffen für die Welt - Export außer Kontrolle" von Daniel Harrich gewann in der Kategorie "Dokumentation Inland". Die Sendung wurde erstmals im Februar 2014 im Rahmen des Dokumentarformats "Die Story im Ersten" ausgestrahlt. Mit dem Preis würdigt Amnesty International in Deutschland veröffentlichte Beiträge, die in besonderem Maße das Thema Menschenrechte behandeln. In der Begründung der Jury heißt es, der Film sei "eine Dokumentation über deutsche Firmen, die aus Gewalt Profit schlagen - in Mexiko, Kolumbien und anderen Krisenherden der Welt. Und eine Dokumentation über eine Regierung, unsere Regierung, die das durchgehen lässt." Dank ungewöhnlicher Rechercheformen sei dem Filmemacher Daniel Harrich gelungen, "den endgültigen Bild-Beweis dafür zu liefern, dass deutsche Sturmgewehre illegal in Mexiko zum Einsatz kommen und dass die deutschen Rüstungsexporte offenbar nur lückenhaft kontrolliert werden."

Nida-Rümelin kritisiert falsche Signale in der Flüchtlingspolitik

Philosoph beklagt auch fehlende Werteorientierung in der Politik

Es könne nicht sein, dass Deutschland auf Dauer das Signal aussendet: Unsere Grenzen sind offen - das sei eine "völlig illusorische Botschaft", sagte Julian Nida-Rümelin, Professor für Philosophie und politische Theorie in einem Interview im Deutschlandfunk. Wenn die Bundeskanzlerin entscheide, die Grenzen zu öffnen könne sie nicht erwarten, dass die Folgen durch Solidarität von anderen EU-Ländern gemildert werden. Zum Thema offene Grenzen sagte der ehemalige Kulturstaatssekretär außerdem, dass es schon immer den Einwand gegeben habe, dass sich durch offene Grenzen die Ordnung der einzelnen Nationalstaaten auflösen würde - und zum Beispiel spezifische nationalstaatliche Sozialleistungen nicht mehr aufrechterhalten werden könnten. Es gehe bei der Diskussion nicht so sehr um liberal und nicht liberal, rechts und links - sondern um Intelligenz und Unintelligenz, so Nida-Rümelin. Zudem sei die Werteorientierung der Politiker nicht mehr klar zu erkennen. Das führe bei vielen Menschen zu Unbehagen. Die Kanzlerin würde einerseits zurecht sagen, dass man helfen müssen. Andererseits werde aber mit der Türkei vereinbart, die Grenzen zu schließen, damit nicht noch mehr Flüchtlinge nach Europa kämen. Die Haltung der Kanzlerin widerspreche außerdem dem jahrzehntelangen Kurs der Union, die ein Einwanderungsgesetz blockiert hatte. "Da passen die Dinge nicht zusammen - und damit macht sich die Politik unglaubwürdig".

Architekt Libeskind: Flüchtlinge an öffentlichen Raum anbinden

Damit gelinge Integration am besten

US-Stararchitekt Daniel Libeskind spricht sich in der "Welt am Sonntag" dafür aus, Wohnungen für Flüchtlinge so gut wie möglich gut an den öffentlichen Raum anzubinden. So gelinge Integration am besten, sagte Libeskind, der selbst als Kind polnisch-jüdischer Emigranten im New Yorker Stadtteil Bronx aufwuchs. Libeskind, der unter anderem das Gebäude des Jüdischen Museums in Berlin entwarf, lobte die gewerkschaftlich errichteten Sozialbauten seiner Kindheit. "Es waren Häuser ohne Klimaanlage, mit kleinen Wohnungen und ohne Aufzug, aber der öffentliche Raum und die Hinterhöfe waren sehr intelligent gestaltet." Libeskind bezeichnete es als Verdienst gelungener moderner Architektur, das sie den privaten in den öffentlichen Raum verlängere. So würden keine Modulbauten mit möglichst vielen Quadratmetern Wohnfläche gebraucht, in denen sich die Menschen nicht mehr zu Gesicht bekämen.

Französin und Weißrusse gewinnen Wettbewerb "Neue Stimmen"

Nachwuchspreis gilt als Eintrittskarte für große Opernhäuser

Die Sopranistin Elsa Dreisig (24) aus Frankreich und der Bass Anatoli Sivko (28) aus Weißrussland haben den Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" der Bertelsmann Stiftung gewonnen. Die Französin überzeugte Jury und Publikum in Gütersloh mit einer Arie aus der Operette "Die lustige Witwe" von Franz Lehár. Anatoli Sivko glänzte mit einer Darbietung aus der russischen Oper "Fürst Igor". Der 1987 begründete Nachwuchspreis gilt als Eintrittskarte für die großen Opernhäuser. Die zweiten Plätze gingen am Samstagabend an die Mezzosopranistin Miriam Albano aus Italien und den Tenor Darren Pati aus Neuseeland. Dritte Preise erhielten die Mezzosopranistin Bongiwe Nakani und der Tenor Lukhanyo Moyake, beide aus Südafrika. Die Gewinner erhielten Preisgelder von mehr als 60 000 Euro. Für den alle zwei Jahre ausgetragenen Nachwuchswettbewerb hatten sich mehr als 1300 Sängerinnen und Sänger aus aller Welt beworben.

Yad Vashem ehrt Berliner Retterin von Hans Rosenthal

Ida Jauch wird posthum als "Gerechte unter den Völkern" geehrt

Ehrung für eine mutige Frau: Die Berlinerin Ida Jauch (1886-1944) wird morgen posthum dafür ausgezeichnet, dass sie den späteren Fernsehmoderator Hans Rosenthal (1925-1987) vor den Nationalsozialisten versteckte. Bei einer Feierstunde mit Angehörigen von Jauch und Rosenthal verleiht die israelische Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem den Titel "Gerechte unter den Völkern" an die Retterin. Ida Jauch, eine Bekannte von Rosenthals verstorbener Mutter, lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen in Berlin-Lichtenberg. Sie versteckte den jungen Rosenthal 18 Monate lang und teilte mit ihm ihre kargen Lebensmittelrationen. 1944 starb Ida Jauch. Zuvor hatte sie sich noch darum gekümmert, dass Rosenthal weiter Schutz durch eine Freundin erhielt.

Schauspielerin Maureen O'Hara im Alter von 95 Jahren gestorben

Oscar-Preisträgerin gelangte an der Seite John Waynes zu Weltruhm

Wie ihr Manager Johnny Nicoletti mitteilte, starb O'Hara in ihrem Haus in Boise/Idaho im Schlaf. O'Hara kam 1939 nach Hollywood, um die Hauptrolle der Esmeralda in "Der Glöckner von Notre Dame" zu spielen. Danach war sie oft als Hauptdarstellerin neben Western-Legende John Wayne zu sehen, etwa in "Rio Grande". Aber auch in anderen Filmen John Fords wirkte die rothaarige Schauspielerin in großen Rollen mit, darunter "Schlagende Wetter", aber auch "So grün war mein Tal" von 1941, der fünf Oscars gewann. O'Hara erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 2014 einen Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk.

Politiker verteidigen Kulturgutschutzgesetz

Kunstschätze seien keine Gartenmöbel, so Staatsministerin Grütters

Bundestagspräsident Norbert Lammert und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU) haben das geplante Gesetz zum Schutz des Kulturgutes vehement gegen Kritik von Kunsthandel und Galeristen verteidigt. "Es geht nicht darum, in Zukunft den Kunsthandel genehmigungspflichtig zu machen», schreibt Lammert in einem Beitrag für die "Welt". Offensichtlich habe der Kunsthandel andere Interessen als den Schutz des kulturellen Erbes, heißt in einem Beitrag von Grütters im "Tagesspiegel". "Wo wir von Kunst reden, geht es dort um Geld." Der Kunsthandel hatte das Gesetz mehrfach heftig kritisiert. Die neuen Vorschriften offenbarten ein "schwer nachvollziehbares Misstrauen" gegenüber dem Handel und würden ihn ohne Not erschweren, hieß es unter anderem vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler.

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