Montag, 17.05.2021
 

Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 21.09.2013

Mensch Müller

Eine Lange Nacht über die Mentalität der Deutschen und ihre regionalen Eigenheiten

Moderation: Elke Durak

Es gibt den Deutschen natürlich nicht, viele Gemeinsamkeiten dieser Spezies. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Es gibt den Deutschen natürlich nicht, viele Gemeinsamkeiten dieser Spezies. (picture alliance / dpa / Marius Becker)

Wie ist er denn nun, der Deutsche? Immer fleißig, ehrgeizig, pflichtbesessen? Pünktlich natürlich und ordnungsliebend? Hat ihn seine inzwischen geradezu sprichwörtliche Reisefreude in seiner Abenteuerlust bestärkt und die Skepsis vor dem Fremden überwinden lassen?

Ist er auf diese Weise tatsächlich spontaner und gar vergnügter geworden? Es gibt ihn natürlich nicht, den Deutschen, aber es gibt Gemeinsamkeiten dieser Spezies, bei denen sich In- und Ausländer sofort einig werden.

Schwieriger wird es bei den regionalen Ausprägungen. Wie haben die Erfahrungen der letzten Kriege und das Erleben des langen Friedens den Blick auf sich und auf die Welt verändert? Wie hat der Bau und der Fall der Mauer das Alltagsleben und denken im Osten und Westen Deutschlandsbeeinflusst?

"Mensch Müller", diese Serie im Programm von Deutschlandradio Kultur, befragte vier Jahre - stellvertretend für deutsche Frauen und Männer in vielen sozialen, beruflichen und kulturellen Umfeldern - Menschen, die den urdeutschen Namen Müller tragen. Anhand unterhaltsamer Einspielungen fragen wir uns, gemeinsam mit Studiogästen, in dieser "Langen Nacht": Sind wir wirklich so? Oder so?

Diese Lange Nacht können Sie nach der Sendung sieben Tage lang in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Studiogäste:

Katja Lange-Müller (Wikipedia: Katja Lange-Müller)
Prof. Hans-Peter Müller
Professor Jacob Mabe

"Dem Volk aufs Maul zu schauen" - schon Martin Luther wusste das - ist eine Kunst für sich. Deutschlandradio Kultur unternimmt seit dem 1. Februar 2008 diesen Versuch. "Mensch Müller" ist der Titel der kleinen Kurz-Feature-Reihe im Morgenprogramm, die immer freitags gegen 7:40 in dreiminütigen O-Ton-Collagen das Lebensgefühl, die Denkweise und die Einstellungen unserer Mitmenschen thematisiert.


Buchtipps:

Egon Bahr, Peter Ensikat: Gedächtnislücken. Zwei Deutsche erinnern sich
Aufbau Verlag, Berlin 2012

Herausgegeben von Thomas Grimm. Zwei Deutsche erinnern sich: Egon Bahr, Grandseigneur der deutschen Sozialdemokratie, enger Wegbegleiter Willy Brandts, und Peter Ensikat, einer der bekanntesten Kabarettisten und Intellektuellen der DDR, sind seit vielen Jahren befreundet. Immer wieder trafen sie sich zu langen Gesprächen, in denen sie einander ihr Leben erzählten und ihr Nachdenken über die deutsche Nachkriegs- und Nachwendegeschichte teilten. Das Elend der Nachkriegszeit, der Mauerbau, der Aufstand am 17. Juni 1953, die zaghafte Politik des Wandels durch Annäherung der beiden deutschen Staaten, die Bahr maßgeblich bestimmte, bis hin zum Fall der Mauer und den Debatten der Nachwendezeit - dieses Buch bietet einen ebenso kurzweiligen wie prägnanten Überblick über die jüngere deutsche Geschichte.

Egon Bahr und Peter Ensikat im Gespräch bei Zeitzeugen-TV

Thea Dorn, Richard Wagner: Die deutsche Seele
Originalausgabe
Knaus-Verlag 2011

So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie "Abendbrot" und "Wanderlust", "Männerchor" und "Fahrvergnügen", "Abgrund" und "Zerrissenheit". In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.
Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei "deutsch" oder "typisch deutsch"? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss es sogar, meinen Thea Dorn und Richard Wagner. Sie verspüren eine große Sehnsucht danach, das eigene Land wirklich kennen zu lernen, und machen Inventur in den Beständen der deutschen Seele. Ihr Buch ist eine erkenntnisreiche und unterhaltsame Reise an die Wurzeln unseres nationalen Erbes und geht durchaus ans Eingemachte. Obwohl es sich auch als Enzyklopädie lesen lässt, sind die Texte nicht aus nüchterner Distanz geschrieben. Auf diese Weise entstehen leidenschaftliche Plädoyers für bestimmte Merkmale des Deutschen, für ein damit verbundenes Lebensgefühl. Diese "Liebeserklärung" der Autoren ist ein sinnliches, reich bebildertes Buch, das die deutsche Seele einmal nicht seziert, sondern sie anspricht.

Zeit online: Auf der Suche nach der deutschen Seele - Interview mit Thea Dorn und Richard Wagner

Lange Nacht

Über die Vermessung der WeltAlles auf einer Karte
Asicht einer historischen Karte, mit der Darstellung von runden himmlischen Bahnen, Sphären und ihrer Aufteilung, in einer planaren Ansicht. (imago / imagebroker )

Heute sind Google Maps und Co. fester Bestandteil unseres Alltags. Karten der gesamten Erde scheinen ständig verfügbar. Die Macht, die diese Daten seit jeher verleihen, ist enorm: ob den Seefahrern der Antike oder den Militärs der Gegenwart.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur