Seit 18:30 Uhr Weltzeit

Donnerstag, 19.09.2019
 
Seit 18:30 Uhr Weltzeit

Kulturnachrichten

Montag, 7. Januar 2019

Menasse erhält Zuckmayer-Medaille

Trotz der Zitate-Diskussion wird der österreichische Schriftsteller ausgezeichnet

Trotz des Streits um falsche Zitate erhält der österreichische Schriftsteller Robert Menasse wie geplant die Carl-Zuckmayer-Medaille 2019 des Landes Rheinland-Pfalz. Menasse war zuletzt in die Kritik geraten, weil er in seinem Roman "Die Hauptstadt" den ersten Präsidenten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, Walter Hallstein, falsch zitierte. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, Menasse habe sich "große Verdienste um die deutsche Sprache erworben, er hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen, für das er zurecht große Anerkennung erhält". Sein engagiertes Streiten für die europäische Idee habe die politische Debatte um die Zukunft der Europäischen Union sehr bereichert. In einer gemeinsamen Erklärung betonten Dreyer und Menasse wie wichtig es für das Gelingen einer demokratischen Debatte sei, Fakten und Meinungen zu trennen. Menasse bezeichnete es als Fehler, Hallstein in öffentlichen Äußerungen und nicht-fiktionalen Texten Zitate zugeschrieben zu haben, die dieser wörtlich so nicht gesagt habe.

Amerikanischer Soziologe Norman Birnbaum ist tot

Publizist war Berater der Kennedys und der deutschen Grünen

Der amerikanische Soziologe und Publizist Norman Birnbaum ist tot. Er starb bereits am 4. Januar im Alter von 92 Jahren in Washington. Die Süddeutsche Zeitung würdigt den gebürtigen New Yorker als "die Inkarnation des Warners und Mahners, das ewig schlechte Gewissen Amerikas, das der Nation ein Gesicht zeigte, das sie selbst im Spiegel nicht sehen wollte". Politisch links angesiedelt, war Birnbaum unter anderem als Berater von Robert und Edward Kennedy, des Nationalen Sicherheitsrats der USA sowie der deutschen Grünen tätig. Außerdem unterstützte er die Kampagnen diverser Demokratischer US-Präsidentschaftskandidaten darunter die von Kennedy und Carter. Als Dozent arbeitete er an diversen renommierten Universitäten wie der University of Oxford und der Georgtown Universität. Seit 2014 veröffentlichte er Texte auf der Webseite "Nachdenkseiten" seines Freundes und ehemaligen SPD-Politikers Albrecht Müller.

Nobelkomitee: Umstrittenes Mitglied stellt Forderungen

Schwedische Medien: Die Lyrikerin Katarina Frostenson wäre zum Rücktritt bereit

Die Lyrikerin Katarina Frostenson, eine der zentralen Figuren in der Affäre um den Literaturnobelpreis, hat Forderungen für ihren Rücktritt als Mitglied der Schwedischen Akademie gestellt. Mehrere schwedische Medien zitierten aus einem Schreiben, das sie über ihren Anwalt an die Akademie adressiert haben soll. Frostenson ist demnach bereit, die Akademie freiwillig zu verlassen, will aber ausreichend entschädigt werden, um sich selbst versorgen und ihre lyrische Arbeit fortsetzen zu können. Wie viel Geld sie genau fordert, ist unklar. Der Skandal bei der Schwedischen Akademie dreht sich um Vorwürfe gegen den Regisseur Jean-Claude Arnault, den Ehemann von Frostenson. Er wurde Anfang Dezember von einem Berufungsgericht in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, ist aber in Berufung gegangen.

Früherer Preußenstiftungs-Präsident gestorben

Werner Knopp wurde 87 Jahre alt

Der frühere langjährige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Werner Knopp, ist mit 87 Jahren gestorben. Der gebürtige Braunschweiger stand über zwanzig Jahre an der Spitze der größten deutschen Kulturinstitution in Berlin. Er starb am vergangenen Freitag, wie die Stiftung heute mitteilte. Der heutige Stiftungspräsident Hermann Parzinger würdigte Knopp als Präsidenten der Einheit. "Wir verdanken Werner Knopp auch den Bau der Gemäldegalerie am Kulturforum und die Wiederherstellung des Neuen Museums durch David Chipperfield." Knopp stand von 1977 bis 1998 an der Spitze der Stiftung. In seine Amtszeit fiel die deutsche Wiedervereinigung und damit die Zusammenführung der jahrzehntelang geteilten ehemaligen preußischen Sammlungen. Die Stiftung ist unter anderem für die weltberühmte Museumsinsel mit ihren fünf Häusern verantwortlich.

Neues Zentrum für digitale Lexikographie beginnt Arbeit

Ziel: Digitales Informationssystem, das den deutschen Wortschatz beschreibt

Das Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache hat seine Arbeit aufgenommen. Ziel sei ein digitales Informationssystem, das den deutschen Wortschatz in Geschichte und Gegenwart umfassend und verlässlich beschreibt. Das teilten die beteiligten vier Wissenschaftsakademien in Berlin, Göttingen, Leipzig und Mainz mit. Die Ergebnisse sollen über das Internet frei und kostenlos zugänglich sein. Der Schwerpunkt der achtjährigen Aufbauphase liegt auf der deutschen Sprache von etwa 1600 bis in die Gegenwart. Dazu wird in Berlin und in Göttingen je eine Arbeitsstelle eingerichtet; vorgesehen ist auch eine Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. Das Projekt wird getragen von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaft und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Eine Auftaktveranstaltung findet am 29. Januar in Berlin statt.

Rund 36 Millionen Euro für Brandenburger Denkmale

In Brandenburg gibt es rund 24 500 Baudenkmale

Für Sicherung, Sanierung und Restaurierung der vielen Denkmale in Brandenburg hat das Land im Jahr 2018 rund 36 Millionen Euro ausgegeben. Das gaben die Ministerinnen für Kultur und Infrastruktur, Martina Münch und Kathrin Schneider (beide SPD) in Potsdam bekannt. Die zahlreichen Gutshäuser, Kirchen, Industriebauten und Wohnhäuser seien nicht nur herausragende und einmalige Zeugnisse, sagte Münch in Potsdam. "Sie tragen auch maßgeblich zur Identitätsstiftung bei und locken zahlreiche Touristen ins Land."

Staatsoper Hamburg sucht Geflüchtete für Inszenierung

Es geht um eine Serebrennikow-Inszenierung der Verdi-Oper Nabucco

Die Staatsoper Hamburg sucht Geflüchtete zur Mitwirkung in einer Neuproduktion von "Nabucco" von Giuseppe Verdi. Inszenieren wird die Oper der russische Regisseur Kirill Serebrennikow, der seit Sommer 2017 in Moskau unter Hausarrest steht. Der international renommierte Regisseur hatte der Staatsoper eine ausgearbeitete Regie und Ausstattung zukommen lassen. Er steht außerdem per Videobotschaften mit dem Team vor Ort in Kontakt. "Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass er die Inszenierung noch vor Ort leiten kann", teilte die Oper mit. Premiere ist am 10. März. Am Pult des Philharmonischen Staatsorchesters steht Paolo Carignani. Die Proben sollen am 30. Januar beginnen. Serebrennikow ist in Russland der Unterschlagung angeklagt. Die Anklage wirft ihm vor, bei einem Theaterprojekt staatliche Zuschüsse unterschlagen zu haben. Serebrennikow bestreitet jede Schuld und kritisierte die Ermittlungen als politisch motiviert.

Kevin Spacey vor Gericht

Dem US-amerikanische Schauspieler werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen

Kevin Spacey muss sich heute wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Massachusetts mitteilte, wird der 59-Jährige einem Haftrichter im Bezirk Nantucket vorgeführt. Dort soll Spacey 2016 in einem Restaurant einen damals 18-Jährigen sexuell belästigt haben. Medienberichten zufolge hatte Spacey versucht, nicht persönlich vor Gericht auftreten zu müssen. Der Richter hatte sein Erscheinen aber angeordnet. Es ist das erste Strafverfahren gegen den Oscar-Preisträger, gegen den seit 2017 in mehr als 30 Fällen Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe erhoben wurden. Der Streaming-Dienst Netflix hatte als Reaktion darauf seine Zusammenarbeit mit dem Oscar-Preisträger bei der erfolgreichen Politserie "House of Cards" beendet.

Stephan von Dassel: Neues Schloss ist "grausig"

Bezirksbürgermeister von Mitte hätte sich was Modernes gewünscht

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), hält nicht viel vom wiederaufgebauten Schloss an der Museumsinsel. Wenn er auf das Humboldt Forum gucke, müsse er immer wieder sagen: "Ich finde es grausig. Auf der einen Seite diese nachgemachte Barockfassade, dann da die Kuppel drauf, und auf der anderen Seite diese Schießscharten." Wenn dies das Prestige-Architekturprojekt der Bundesrepublik Deutschland sei, sei es aus seiner Sicht bescheiden. Dassel hätte sich etwas Modernes gewünscht. Er äußerte außerdem Zweifel am Innenkozept des Humboldt-Forums. Der Bürgermeister gestand zu, dass man sich sehr bemühe, aus dem Humboldt Forum ein Haus zu machen, das von allen genutzt werde. Auf der Museumsinsel wird für rund 600 Millionen Euro die einstige Preußenresidenz nachgebaut. Ab Ende 2019 soll darin schrittweise das Humboldt Forum eröffnen, das zum Beispiel mehr als 20 000 Kunstwerke und Gegenstände aus Asien und Afrika, Amerika und Ozeanien zeigt.

Orden des Semperopernball für Alain Delon

Der Semperopernball findet am 1. Februar 2019 statt

Der Schauspieler Alain Delon (83) bekommt einen Orden des Dresdner Semperopernballs. Der Franzose werde für sein herausragendes künstlerisches Lebenswerk und als großer Europäer geehrt, erklärte Hans-Joachim Frey, künstlerischer Leiter des Balls. Der Semperopernball wird am 1. Februar 2019 veranstaltet. Der St. Georgs Orden ist eine Nachbildung eines Schmuckstücks aus dem Grünen Gewölbe. Er wird jedes Jahr in unterschiedlicher Anzahl an Prominente verliehen. In diesem Jahr erhalten auch noch Fürst Albert II. von Monaco und Stanislaw Tschertschessow, Trainer der russischen Fußballnationalmannschaft, die Auszeichnung.

Golden-Globes-Gewinner: "Bohemian Rhapsody"

Deutsche Nominierte gehen bei Verleihung in Los Angeles leer aus

Der Film "Bohemian Rhapsody" über Queen-Frontmann Freddie Mercury ist mit dem Golden Globe für das beste Drama ausgezeichnet worden. Hauptdarsteller Rami Malek wurde in Los Angeles außerdem als bester Schauspieler in einem Filmdrama geehrt. Beste Schauspielerin in einem Filmdrama wurde Glenn Close für ihre Rolle in "Die Frau des Nobelpreisträgers". Olivia Colman wurde für "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" als beste Schauspielerin "Komödie/Musical" ausgezeichnet. Den Hauptpreis in dieser Kategorie gewann Peter Farrellys "Green Book - Eine besondere Freundschaft". Bester nicht-englisch-sprachiger Film wurde die mexikanische Produktion "Roma" von Oscar-Preisträger Alfonso Cuarón, der außerdem als bester Regisseur geehrt wurde. Florian Henckel von Donnersmarck gewann mit seinem Künstlerporträt "Werk ohne Autor" keinen Preis, wie alle anderen deutschen Nominierten.

Kulturnachrichten hören

Januar 2019
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur