Freistil, vom 03.11.2013

Von Michael Reitz

Melancholie erscheint vielen als ein Zustand, der auf jeden Fall zu vermeiden ist. Melancholiker gelten als unproduktive Geister, Schwarzseher und ewige Grübler, die im Leben nicht vorwärtskommen, weil sie sich selbst im Weg stehen und die Welt nur grau in grau wahrnehmen wollen.

Melancholie ist heute nicht mehr angesagt. (picture alliance / dpa / chromorange)
Melancholie ist heute nicht mehr angesagt. (picture alliance / dpa / chromorange)

Doch durch das Abtauchen in die tiefen Dimensionen des Lebens kann die Seele durchaus auch ernüchtert und gestärkt werden. Philosophen wie Schopenhauer, Nietzsche oder Heidegger machten Melancholie zu einem Angelpunkt ihres Denkens, für Albrecht Dürer galt sie als Grundvoraussetzung künstlerischer und alltäglicher Kreativität.

Das Feature beschreibt das Glück, melancholisch sein zu können. Denn die moderne Glücksforschung betont: Wer das Unglücklichsein nicht kennt, kann auch das Glück nicht wertschätzen. Hatte die Melancholie in vergangenen Epochen ein ehrenwertes Image, wird sie heute unter dem Imperativ der Fun-Gesellschaft eher negativ gesehen.

Das Feature versucht nun eine Ehrenrettung der melancholischen Stimmung.


Regie: Robert Steudtner
DLF 2013