Seit 01:05 Uhr Tonart
Montag, 25.10.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. September 2021

Meissener Porzellan-Sammlung versteigert

In New York ist eine umfangreiche Sammlung von Meissener Porzellan für etwa 13 Millionen Euro versteigert worden. Die rund 100 Stücke stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Sie gehörten dem Sammlerehepaar Franz und Margarethe Oppenheimer, bevor die beiden vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen mussten. Ihre Porzellan-Sammlung wechselte danach mehrfach den Besitzer und landete schließlich in niederländischen Kunstmuseen, bevor sie dieses Jahr an die Erben des Paares zurückgegeben wurde. Das Rijksmuseum in Amsterdam ersteigerte nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's mehr als die Hälfte der angebotenen Stücke.

"Ich bin dein Mensch" im Oscar-Rennen

Der Spielfilm "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Das teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mit. Die Produktion wurde unter zehn Bewerbern als Kandidat für die Kategorie des besten internationalen Spielfilms ausgewählt. Die Jury sprach von einem "futuristischen Film, der den Nerv der Zeit" treffe. Das Werk zeige, dass auch aus Deutschland starkes Genrekino kommen könne. Die Wahl des deutschen Beitrags ist eine Vorstufe im Rennen um den Auslands-Oscar. Am Ende werden fünf Filme nominiert. Verliehen werden die bekanntesten Filmspreise der Branche Ende März.

Paulskirche soll "Mut zur Demokratie" machen

Die Frankfurter Paulskirche soll eine Erinnerungsstätte werden, die Mut zur Demokratie macht. Das kündigte der CDU-Politiker Volker Kauder als Leiter einer Expertenkommission an, die bis Ende des Jahres einen Vorschlag für einen künftigen Erinnerungs-, Gedenk- und Lernort erarbeiten soll. Deren Mitglieder hatten sich am Montag zu ihrer ersten Sitzung getroffen. Kauder sagte nun im SWR, bisher fehle es in der Paulskirche an Emotionen. Wenn sich aber Menschen nicht emotional mit einer Sache identifizieren könnten, gehe sie schnell verloren. In der Paulskirche in Frankfurt am Main tagten 1848 bis 1849 die Delegierten der Frankfurter Nationalversammlung, der ersten Volksvertretung für ganz Deutschland.

Rückgabe von Franz Marc Gemälde verzögert sich

Viereinhalb Monate nach dem Rückgabe-Beschluss des Düsseldorfer Stadtrats ist das Gemälde "Die Füchse" von Franz Marc noch nicht an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers herausgegeben worden. Die Anwälte der Erben legten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Düsseldorfs Oberbürgermeister Keller und Kulturdezernent Lohe bei der Bezirksregierung ein. Erben-Anwalt Stötzel warf Keller und Lohe in der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschwerde vor, das Verfahren zu verschleppen. Der Stadtrat hatte im April nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit die Rückgabe des auf einen Wert von mindestens 14 Millionen Euro geschätzten Gemäldes an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi (1887-1944) beschlossen. Nach Angaben der Anwälte läuft eine schenkungsrechtliche Prüfung der Stadt Düsseldorf. Die Stadt erklärte auf Anfrage, sie wolle im Gespräch mit der Erbengemeinschaft eine Rückgabevereinbarung und die Rückgabe zeitnah abschließen.

Bauhaus-Initiative erhält 85 Millionen Euro

Die Umwelt- und Kunst-Initiative "Neues Europäisches Bauhaus" bekommt für dieses und kommendes Jahr rund 85 Millionen Euro aus EU-Geldern für Projekte. Das geht aus einer Mitteilung der EU-Kommission hervor. Das "Neue Europäische Bauhaus" war unter anderem von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen ins Leben gerufen worden. Es versteht sich als eine im Entstehen begriffene interdisziplinäre kreative Bewegung mit dem Ziel, ein nachhaltiges Leben in Europa und der Welt zu ermöglichen. Daran wird unter anderem durch Wettbewerbe, finanzielle Unterstützung für Vorhaben und Vernetzung verschiedener Gruppen und Institutionen gearbeitet. Auch ein Labor soll Teil der Initiative sein. Dort sollen etwa Lösungen und politische Empfehlungen entwickelt werden.

Grütters will Schutz der Kultur im Grundgesetz

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, und der Musikmanager Joe Chialo (beide CDU) wollen den Schutz der Kultur im Grundgesetz verankern. In der Wochenzeitung "Die Zeit" fordern sie eine Debatte darüber, den Satz "Der Staat schützt und fördert die Kultur" in die Verfassung aufzunehmen. Grütters und Chialo, der zum Zukunftsteam um den CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet gehört, schreiben in einem Gastbeitrag, ein solcher Schritt wäre ein echtes Bekenntnis zu Kunst und Kultur, die "unsere Demokratie lebendig halten". Frei sei die Kunst nur dann, so Grütters und Chialo, wenn sie sich weder einer reinen Marktlogik beuge, noch in den Dienst eines politischen Anliegens stellen müsse.

Polizei ermittelt nicht zu Diana-Interview

Die Londoner Polizei nimmt keine Ermittlungen zu einem weltberühmten Interview mit Prinzessin Diana auf. Es sei kein Hinweis auf strafbares Verhalten festgestellt worden, teilte die Behörde mit. Im Mai dieses Jahres war bekannt geworden, dass ein BBC-Reporter gefälschte Dokumente eingesetzt hatte, um Diana zu dem Interview im Jahr 1995 zu überreden, in dem sie unter anderem die Untreue ihres Ehemannes Charles thematisierte. Die BBC räumte später Fehler ein.

Netflix eröffnet Büro in Berlin

Der Streamingdienst Netflix hat in Berlin ein Büro für Deutschland, Österreich und die Schweiz eröffnet. Der neue Standort soll das Engagement von Netflix für lokale Inhalte und für die deutschsprachige Kreativszene unterstreichen, teilte das US-Unternehmen mit. Bis 2023 will Netflix 500 Millionen Euro in deutsche Titel investieren. Deutschsprachige Inhalte würden weltweit gesehen, deshalb seien Deutschland, Österreich und die Schweiz eine der wichtigsten Regionen für das Unternehmen. Zwischen 2018 und 2020 habe der Streamingdienst mehr als 40 Eigenproduktionen aus dieser Region veröffentlicht. Das Investment in deutschsprachige Inhalte werde in den nächsten drei Jahren verdoppelt, geplant seien 80 lokale Serien, Filme und Shows. 2020 hatte Netflix in Deutschland rund 11 Millionen Abonnenten, weltweit sind es rund 210 Millionen.

Der Direktor des Städel Museums verlängert Vertrag

Der Vertrag von Philipp Demandt, Direktor des Frankfurter Städel-Museums, ist bis 2026 verlängert worden. Das teilte eine Sprecherin des Museums mit. Die Vertragsverlängerung umfasse wie zuvor auch die Führung der Liebieghaus Skulpturensammlung. Auch der Schirn Kunsthalle Frankfurt bleibe Demandt als Direktor bis Ende Juni 2022 erhalten - vorbehaltlich einer entsprechenden Zustimmung des Magistrats der Stadt Frankfurt. Im Fall der Schirn ist auf Initiative der Stadt eine Neuausrichtung ab Mitte kommenden Jahres geplant. Dabei soll das in den vergangenen fünf Jahren von Demandt geführte Ausstellungshaus wieder in seiner Position als eigenständige Kunstinstitution gestärkt und mit einer eigenen Leitung versehen werden. Angesichts der großen Pläne am Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung in den kommenden Jahren wolle er sich auf die Leitung dieser beiden Häuser fokussieren, so Demandt.

Baubeginn für Holocaust-Museum in Rom

In Rom wird ein neues Holocaust-Museum gebaut. Wie römische Medien berichteten, starteten die Bauarbeiten am Dienstag ohne feierliche Grundsteinlegung. Ein geplanter Auftritt von Roms Bürgermeisterin Raggi war abgesagt worden, weil die jüdische Gemeinde einen Wahlkampfauftritt wegen der bevorstehenden Kommunalwahlen Anfang Oktober befürchtete, hieß es. Bisher sind die Räumlichkeiten zur Erinnerung an den Holocaust verteilt untergebracht. Der Neubau soll zentral aus zwei miteinander verbundenen Bauwerken bestehen. Unter anderem erinnert das Museum mit eingravierten Namen an die von der deutschen SS aus Rom deportierten Personen. 1943 waren rund 1000 Juden in Vernichtungslager gebracht worden. Nur eine Frau und 14 Männer kehrten später zurück.

Begriff "Oktoberfest" wird unter Schutz gestellt

Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hat den Begriff "Oktoberfest" eingetragen und damit unter Schutz gestellt. Das teilte die Stadt München mit. Ein von der bayerischen Landeshauptstadt vor fünf Jahren initiiertes Verfahren sei damit erfolgreich abgeschlossen. Europaweit könne sich München nun gegen die Verwendung der Marke "Oktoberfest" in 22 sogenannten Waren- und Dienstleistungsklassen wehren und verhindern, dass Missbrauch auf Kosten der weltbekannten Münchner Veranstaltung und deren Qualitätsanspruch getrieben werde.

Rapper Drake mit Chartrekord

Der kanadische Rapper und R&B-Sänger Drake (34) hat einen Chartrekord aufgestellt. Gleich neun Songs seines neuen Albums "Certified Lover Boy" haben es in der vergangenen Woche in die Top Ten der US-Singlecharts geschafft. Das berichtet das US-Magazin Billboard, das die Charts herausgibt. Der vorherige Rekord lag bei sieben Top-Ten-Hits und wurde bislang viermal erreicht - unter anderem von Michael Jacksons "Thriller" (1982) und Bruce Springsteens "Born in the USA" (1984). Fünf Songs von Drakes Album "Certified Lover Boy" debütierten zudem in den Top Five. Der Kanadier zieht so auch mit den Beatles gleich. Die Briten besetzten 1964 die ersten fünf Billboard-Charts-Plätze. Seitdem war das keinem Künstler mehr gelungen.

New Yorker Broadway zeigt wieder Musicals

Am Broadway in New York wird nach 18 Monaten wieder gespielt. Am Dienstagabend wurden vier beliebte Musicals zum ersten Mal seit der Corona-Pause aufgeführt, darunter die Erfolgsproduktionen "Hamilton" und "König der Löwen". Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem wichtigen Abend für den Neuanfang New Yorks. Die Broadway-Theater seien das Herz und die Seele der Stadt. Bereits Anfang September hatten einige Theater den Spielbetrieb wieder aufgenommen, große Musicals wurden bisher aber nicht gezeigt. New Yorks Ex-Gouverneur Andrew Cuomo hatte den 14. September als Starttermin für den Broadway festgelegt. In allen Theatern müssen Zuschauer und Theaterschaffende vollständig geimpft sein. Die Zuschauer müssen zudem auch während der Vorstellungen Masken tragen.

PEN fordert Freilassung eritreischer Journalisten

Das PEN-Zentrum Deutschland ruft die Weltgemeinschaft und insbesondere die Europäische Union dazu auf, die Lage der Presse- und Meinungsfreiheit in Eritrea nicht länger zu ignorieren. Seit Mitte September 2001 sind dort alle privaten Medien verboten, Oppositionelle und Vertreter unabhängiger Medien werden verfolgt. Von mindestens zwölf Journalisten fehle jedes Lebenszeichen, deren Schicksal dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN sagte, es gebe kaum ein Land, das die Pressefreiheit so sehr einschränke. Die eritreischen Behörden müssten aufklären, was mit den verschwundenen Personen passiert ist und diejenigen freilassen, die nur aufgrund der Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung seit Jahren in Haft sind.

In Cottbus steht der "Bahnhof des Jahres"

Der Hauptbahnhof von Cottbus ist für den Verein Allianz pro Schiene Deutschlands "Bahnhof des Jahres". Der Verkehrsknoten war für 30 Millionen Euro umgebaut worden. "Aus dem Zweckbau im Stil der 1970er Jahre ist ein moderner, freundlicher, sauberer und kundenfreundlicher Bahnhof geworden", teilte der Verein am Mittwoch mit. Die Lobbyorganisation erklärte, Züge und örtlicher Nahverkehr seien effektiv vernetzt, der Umstieg dank kurzer Wege komfortabel. Züge träfen vor der vollen Stunde aus sechs verschiedenen Richtungen ein. Deshalb erfülle der Bahnhof vieles, was für den bundesweit angestrebten Deutschlandtakt benötigt werde, hieß es. Einen Sonderpreis vergab die Jury an den Bahnhof Kühlungsborn West an der Ostsee.

Igor Levit erhält den Preis für den "Dialog der Kulturen"

Der Pianist Igor Levit ist mit dem Preis für den Dialog der Kulturen des Instituts für Auslandsbeziehungen ausgezeichnet worden. Levit verbinde "Kunst mit gesellschaftlichem Engagement, Kultur mit politischer Haltung", hieß es zu Begründung. Das Preisgeld von 10.000 Euro will Levit an die Beratungsstelle HateAid spenden, ein Verein der die Opfer digitaler Gewalt unterstützt. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die Künstlerin Yoko Ono, der Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin, Daniel Barenboim, und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Alanis Morissette distanziert sich von Dokumentarfilm

Die kanadische Sängerin Alanis Morissette hat sich von einem Dokumentarfilm über ihr Leben distanziert. Dies sei nicht die Geschichte, deren Erzählung sie zugestimmt habe, erklärte sie kurz vor der Premiere des Films "Jagged" beim 46. Toronto International Film Festival. Das Filmteam habe Fakten eingebracht, die - Zitat - "einfach nicht wahr sind". Zudem habe man ihr in Interviews ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelt. Der "Washington Post" zufolge spricht Alanis Morissette in dem Film von Regisseurin Alison Klayman darüber, dass sie in den frühen Jahren ihrer Karriere sexuell missbraucht worden sei.

Kunstsammlungen verteidigen neue Titel

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben die Änderung diskriminierender und rassistischer Werktitel aus ihren Beständen verteidigt. In den allermeisten Fällen handele es sich nicht um Originaltitel, die vom Künstler oder der Künstlerin vergeben worden seien, teilten die Sammlungen mit. Stattdessen seien Werke je nach Wissensstand und Perspektive immer wieder neu benannt worden. Deshalb bedürften sie einer wissenschaftlichen Kontextualisierung, hieß es. Das Kulturministerium in Dresden hatte auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag hin mitgeteilt, dass die Kunstsammlungen bisher bei mehr als 140 Werken die Titel geändert hatten, weil die historische Namensgebung diskriminierend oder rassistisch war.

Plagiatsvorwürfe gegen Olaf Scholz

Der Medienwissenschaftler Stefan Weber erhebt nun auch Plagiatsvorwürfe gegen den SPD-Kanzlerkandidaten Scholz. In dessen Buch "Hoffnungsland. Eine neue deutsche Wirklichkeit" habe er drei nicht gekennzeichnete übernommene Textpassagen gefunden, teilte Weber mit. Seine Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Weber hatte auch die Bücher von Unions-Kanzlerkandidat Laschet und der Bewerberin der Grünen, Baerbock, untersucht. Bei Baerbock gebe es mehr problematische Übereinstimmungen mit Fremdtexten als bisher festgestellt. Auch bei Laschets Buch führte Weber weitere auffällige Stellen an.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2021
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur