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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. Mai 2019

Mehrere niederländische Städte wollen ESC ausrichten

Mehrere niederländische Städte haben ihren Hut in den Ring geworfen, um den Eurovision Song Contest (ESC) im nächsten Jahr auszurichten. Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Maastricht bekundeten Interesse daran, Gastgeber der Mega-Veranstaltung im Jahr 2020 zu sein. Am Samstag hatte der große Favorit Duncan Laurence den diesjährigen ESC gewonnen. Traditionell findet der Musikwettbewerb im darauffolgenden Jahr im Gewinner-Land statt.

Alfred-Kerr-Darstellerpreis an Johannes Nussbaum

Johannes Nussbaum ist auf dem Berliner Theatertreffen mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Schauspieler Franz Rogowski entschied in diesem Jahr über den Preisträger. Er verlieh die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung an den 1995 in Österreich geborenen Nussbaum. Mit dem Preis wird jährlich eine junge Schauspielerin oder ein junger Schauspieler geehrt, der mit einer "herausragenden Leistung" in einem der eingeladenen Stücke aufgefallen ist. Zum Berliner Theatertreffen werden jedes Jahr die zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen" aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen.

Künstler demonstrieren in Berlin für offene Gesellschaft

Unter dem Motto "Unite & Shine - Für ein Europa der Vielen!" ziehen Künstler und Kultureinrichtungen durch Berlin zum Platz des 18. März. Die Veranstalter erwarteten 3000 Teilnehmer. Zur Demonstration werden Redebeiträge des Schriftstellers Ingo Schulze, des Warschauer Theaterintendanten Pawel Lysak sowie des Künstlers Wolfgang Tillmans erwartet, der für seine Fotografien den britischen Turner Prize gewonnen hat. Ingo Schulze forderte, sich für grundlegende Veränderungen stark zu machen. "Es reicht nicht, sich als weltoffen und bunt zu gerieren und die EU-Fahne zu schwenken", sagte er laut Mitteilung. "Eine Glorifizierung der EU in ihrer jetzigen Struktur und Funktionsweise ist genauso borniert und falsch wie ein Zurück zum Nationalstaat." Zeitgleich war in Berlin eine Demonstration gegen Nationalismus geplant. Diese sollte vom Alexanderplatz zur Siegessäule verlaufen. Das Bündnis "Die Vielen" hatte in mehreren Städten zu Demonstrationen aufgerufen - unter anderem auch in München, Hamburg und Wien.

Kaschnitz-Preis geht an Angelika Klüssendorf

Die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf hat den mit 7.500 Euro dotierten Marie Luise Kaschnitz-Literaturpreis der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Sowohl Klüssendorfs Erzählungen als auch ihre Romane bestächen durch eine klare, direkte Sprache, die den Leser sofort in ihren Bann zieht, begründete die Jury ihre Entscheidung. Klüssendorf beschreibe Erfahrungen wie Liebe, Wut und die Würde des Einzelnen in einem fremdbestimmten Leben. Seit ihrem Debüt "Sehnsüchte. Eine Erzählung" schreibe sie aus der Perspektive von Schwachen und Gedemütigten, meist Mädchen und Frauen, mit literarisch von Buch zu Buch variierenden Mitteln. Klüssendorf steht laut Jury in der Tradition großer deutscher Erzählerinnen wie Marie Luise Kaschnitz, der Namensgeberin des Preises. Sie erhielt die Auszeichnung für ihr Gesamtwerk im Rahmen einer Literaturtagung am Wochenende in der Evangelischen Akademie.

Internationaler Museumstag eröffnet

Bundesratspräsident Daniel Günther hat den bundesweiten Startschuss zum Internationalen Museumstag gegeben. Dieser Tag sei "ein Festtag für die Kultur und die Museen", sagte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident im Museumsquartier St. Annen. Die bundesweite Aktion steht unter dem Motto "Museen - Zukunft lebendiger Tradition". Bundesweit beteiligten sich rund 1.700 Museen mit verschiedenen Aktionen am Internationalen Museumstag. Das Motto des Museumstages wechselt von Jahr zu Jahr. Seit 2003 steht die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundesratspräsidenten. Museen zählten für ihn "zu den demokratischsten Orten der Wissensvermittlung", so Günther. Sie ermöglichten auch den Menschen die Teilhabe an kultureller Bildung, die nicht mit Kunst und Kultur groß geworden seien oder ausländische Wurzeln hätten. Der Zugang zu diesem Kulturreichtum sei "eine hervorragende Möglichkeit, Integration und kulturelle Bildung miteinander zu verbinden".

Kontroverse um Voynich-Manuskript

Eines der geheimnisvollsten Dokumente der Geschichte soll nach 100 Jahren Rätselraten und Forschen entschlüsselt sein. Ein britischer Akademiker schreibt in der Fachzeitschrift "Romance Studies", er habe sowohl die mysteriöse Schrift als auch die Sprache des sogenannten Voynich-Manuskripts aus dem 15. Jahrhundert geknackt. Seit die Universität Bristol dies vergangene Woche bekannt gemacht hat, wächst allerdings die Skepsis unter Fachkollegen. Die Handschrift auf Pergament, 240 Seiten lang, sei in einer ausgestorbenen Sprache und einer heute unbekannten, aber einst üblichen Schrift geschrieben, sagte Gerard Cheshire, der es decodiert haben will. Die Sprache sei Protoromanisch, von der es bis heute keine andere Dokumentation gibt. Sie gilt als Verbindung zu heutigen romanischen Sprachen wie Spanisch Französisch oder Italienisch. Fachkollegen weisen Cheshires Schlussfolgerungen aber zurück. Cheshire habe seine Thesen seit längerem an Fachkollegen verschickt und sei zwei Jahre lang nicht ernst genommen worden, sagte der Computer-Linguist Jürgen Hermes von der Universität Köln, der das Voynich-Manuskript 2012 in seiner Dissertation behandelt hat, der Deutschen Presse-Agentur. Für die renommierte US-Mittelalterforscherin Lisa Fagin Davis ist die Cheshire-Theorie „Unsinn": "Sorry Leute, Protoromanisch gibt es nicht", twitterte sie.

Deutschlands beste Nachwuchsforscher ausgezeichnet

Beim 54. Wettbewerb "Jugend forscht" sind in Chemnitz die besten Nachwuchsforscher aus Deutschland ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte den mehr als ein Dutzend Gewinnern. Die Forschungsergebnisse und Entdeckungen könnten dazu beitragen, dass wir die Welt ein Stück besser verstehen und vielleicht sogar in Zukunft ein wenig besser leben und arbeiten können, sagte Steinmeier. Die 17-jährige Tara Moghiseh aus Rheinland-Pfalz bekam den ersten Preis in der Kategorie Arbeitswelt. Sie nutzte den Einsatz künstlicher Intelligenz, um verschiedene Typen weißer Blutkörperchen - etwa von Leukämiekranken - automatisch zu erkennen. Paul Kunisch und Thomas Derra aus Bayern gewannen für ihr neuartiges und kostengünstiges Bindemittel zur Bekämpfung von Ölteppichen aus Gewässern den Bundespreis für Chemie. Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb fördert Talente bis zu einem Alter von 21 Jahren in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Ausgezeichnet wurden die Bundessieger in sieben Fachgebieten wie Biologie, Chemie, Physik und Arbeitswelt, auch Sonderpreise etwa für die originellste Arbeit wurden vergeben.

Ulrich Woelk erhält Alfred Döblin-Preis

Der Schriftsteller Ulrich Woelk erhält den Alfred-Döblin-Preis 2019 für sein Romanprojekt "Für ein Leben". Darin gehe der Autor "detailgenau, lebensnah, tragisch und komisch den großen Fragen des Lebens nach: Liebe und Tod", teilte die Berliner Akademie der Künste zur Begründung mit. Der von Günter Grass gestiftete Preis für ein längeres, noch unabgeschlossenes Prosamanuskript wird am Sonntag Vormittag verliehen. Bei der Preisverleihung wird Woelk aus seinem Manuskript lesen. Außerdem hält Vorjahrespreisträgerin Maria Cecilia Barbetta eine Rede auf Alfred Döblin. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Akademie der Künste und dem Literarischen Colloquium Berlin ausgerichtet.

EBU kritisiert Polit-Provokationen beim ESC

Die EBU (European Broadcast Union) hat als Veranstalter des gestrigen Eurovision Song Contest politische Provokationen während der Show beklagt. Bei dem Auftritt Madonnas hatte ein Tänzer eine israelische Flagge und eine Tänzerin eine palästinensische Flagge auf dem Rücken. Ein EBU-Sprecher sagte: "Dieses Element der Show war nicht Teil der Proben, die von der EBU und dem israelischen Ausrichter genehmigt worden waren. Der ESC ist unpolitisch." Das habe man Madonna auch im Vorfeld klargemacht. Auch in israelischen sozialen Netzwerken wird die Aktion als naiv und bevormundend kritisiert. Auch die isländischen Vertreter, die Band "Hatari" zeigt die palästinensische Flagge. Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalter erwägt Schritte, zumindest Islands Verstoß zu ahnden. Die palästinensische Organisation PACBI, die sich für akademischen und kulturellen Boykott Israels einsetzt, reagiert unzufrieden auf die Gesten der Solidarität. Die Künstler hätten sich mit ihren Acts trotz allem als "Feigenblätter" Israels missbrauchen lassen.

Niederlande gewinnen Eurovision Song Contest

Die Niederlande haben den Eurovision Song Contest gewonnen, Deutschland landete bei dem Wettbewerb in Tel Aviv auf Platz 24. Die Kandidatinnen des Duos S!sters setzten damit die deutsche Misserfolgsserie fort, die nur im letzten Jahr unterbrochen wurde, als Michael Schulte überraschend auf Platz vier kam. Für die Niederlande ist es der fünfte Sieg - zuletzt gewann das Land 1975. Der 25-jährige Duncan Laurence traf mit seiner Ballade "Arcade" den Geschmack des Publikums und der Jury. Auf Rang zwei schaffte es Italien. Russland landete auf dem dritten Platz.

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