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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. November 2020

Mehr Geld im Südwesten für Ankauf von Kunst

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium will bildende Künstler in Zeiten der Corona-Pandemie unterstützen und verdoppelt einem Zeitungsbericht zufolge seine Mittel für den Ankauf von Kunstwerken. Damit könnten die staatlichen Museen bis Jahresende rund 200 000 Euro für die Kunstsammlung des Landes ausgeben. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten" in der Montagsausgabe. Außerdem würden 100 000 Euro für Kunstankäufe für nichtstaatliche Museen bewilligt und die entsprechenden Etats der Kunstakademien in Stuttgart und Karlsruhe um 60 000 Euro auf 80 000 Euro erhöht. Künstler und Galerien hätten unter den Auswirkungen der Pandemie besonders zu leiden, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski dem Blatt. Deswegen freue sie sich, dass mit der Aufstockung der Mittel nun ein größerer Kreis erreicht werden könne.

Pläne für neues Museum in Nigeria

In Benin-Stadt in Nigeria wurden Pläne für ein neues Kunstmuseum präsentiert. Es wurde vom britisch-ghanaischen Architekten David Adjaye entworfen und soll Edo Museum of African Art heißen. Das berichten der britische Guardian und die FAZ. Nigeria hofft weiterhin auf eine weitgehende Restitution der sogenannten Benin-Bronzen von den ehemaligen europäischen Kolonialmächten. Das British Museum in London besitzt die größte Sammlung beninischer Artefakte, hat aber bisher nur Leihgaben zugesagt. Das neue Museum soll bis 2025 fertiggestellt werden und soll dann möglichst viele der geraubten Bronzen zeigen, die sich außer in London auch in deutschen, US-amerikanischen und neuseeländischen Museen befinden. Architekt David Adjaye sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei lächerlich, dass Nigerianer nach Europa reisen müssten, um Kunstschätze ihrer eigenen Kultur zu sehen.

Neue Leiterin für Europäische Arzneimittel-Agentur

Die irische Pharmazeutin Emer Cooke übernimmt an diesem Montag als erste Frau die Leitung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. Die EMA spielt eine wichtige Rolle bei der Zulassung von Arzneimitteln und ist für die Überwachung der Arzneimittelsicherheit zuständig. Derzeit richten sich in ganz Europa Hoffnungen darauf, dass die Behörde in absehbarer Zeit grünes Licht für die Zulassung eines wirksamen und sicheren Covid-19-Impfstoffs geben kann. In die achtjährige Amtszeit ihres Vorgängers Guido Rasi fiel zuletzt der Umzug der Behörde von London nach Amsterdam. Er war wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU nötig geworden. Cooke war zuletzt Abteilungsdirektorin bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf.

Kathrin Röggla erhält "Wortmeldungen"-Literaturpreis

Für ihren Text "Bauernkriegspanorama" ist die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla mit dem "Wortmeldungen"-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung wurde im Radio auf "hr2-kultur" ausgestrahlt. In ihrem Text entwirft Röggla "das Bild einer Gesellschaft, die von Spaltungsprozessen und gesellschaftlicher Regression geprägt ist", teilten die Veranstalter mit. Es gehe um soziale Spaltung, Stadt-Land-Gefälle, Rechtspopulismus und die Hilflosigkeit der sogenannten politischen Mitte. Förderpreise gingen an die Autorinnen Miriam Emefa Dzah, Jasmin Merkel und Marie Lucienne Verse, wie die in Frankfurt ansässige Crespo Foundation mitteilte. Die Stiftung würdigt jährlich mit den Auszeichnungen kritische Kurztexte, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Der "Wortmeldungen"-Literaturpreis ist mit 35 000 dotiert.

Ehemaliger "Bild" Chef Günter Prinz gestorben

Der ehemalige Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Günter Prinz, ist mit 91 Jahren gestorben. Der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer-Verlags, Mathias Döpfner, nannte Prinz den "Inbegriff des leidenschaftlichen Boulevardjournalisten". Als Chefredakteur leitete Prinz die „Bild“-Redaktion von 1971 bis 1981, anschließend arbeitete er als Redaktionsdirektor der "Bild"-Gruppe, zu der auch Publikationen wie "Bild der Frau" und "Auto-Bild" gehören. Mitte der 80er-Jahre wechselte er zum Konkurrenten Hubert Burda, kehrte aber 1991 für einige Zeit in den Vorstand des Axel Springer-Verlages zurück. Prinz prägte den deutschen Medienmarkt auch als Entwickler neuer Zeitschriften wie "Elle" oder "Super-Illu". Eine weitere seiner Erfindungen war die Aktion "Ein Herz für Kinder".

Forscher beklagen mangelnde Meinungsfreiheit an Unis

Laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" wollen Uni-Professoren in Deutschland ein Netzwerk zur Unterstützung von Forschern gründen, die aufgrund ihrer Thesen unter Druck geraten. Die Wissenschaftler beklagten nach Angaben der Zeitung mangelnde Meinungsfreiheit, politischen Druck und Einschüchterung an den Hochschulen. Oft genüge bereits der Verdacht, sich mit Thesen und Arbeiten nicht der Kollegenmehrheit anzuschließen, um unter Druck zu geraten, sagte der Hamburger Rechtsphilosoph Reinhard Merkel der Zeitung. Auch der Deutsche Hochschulverband DHV mahnt laut "Welt am Sonntag" vor "Einschränkungen der Meinungsfreiheit an Universitäten". Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen würde kleiner, erklärte DHV-Präsident Bernhard Kempen. In den vergangenen Jahren haben sich nach Angaben der Zeitung Fälle gehäuft, in denen Wissenschaftler daran gehindert wurden, sich wie geplant zu äußern. Fast alle beträfen Fälle, in denen ein Diskurs, der als rechts bezeichnet wird, verhindert werden sollte. Es handele sich um ein historisch begründetes Phänomen an deutschen Hochschulen, sagte der Bonner Wissenschaftshistoriker Rudolf Stichweh. Deutschland habe eine wegen der NS-Vergangenheit nachvollziehbare Neigung, rechtsintellektuelle Positionen wenig salonfähig werden zu lassen.

Britischer TV-Comedian Des O'Connor gestorben

Der britische Fernseh-Comedian und Moderator Des O'Connor ist mit 88 Jahren gestorben. O'Connor war seit über vier Jahrzehnten einer der erfolgreichsten TV-Entertainer Großbritanniens. Von 1963 bis 2006 war er Jahr für Jahr mit einer eigenen Show zur Hauptsendezeit im Fernsehen zu sehen gewesen. Zudem trat er in vielen Spielshows auf. Auch als Sänger war O'Connor erfolgreich. Obwohl er sein eigenes Gesangstalent eher spöttisch betrachtete, hatte er in Großbritannien zahlreiche Hits und veröffentlichte insgesamt 34 Alben und konnte 15 Millionen Exemplare verkaufen. Sein größter Hit war das Lied "I Pretend" aus dem Jahr 1968. Mit über 1200 Auftritten im London Palladium ist er Rekordhalter auf einer der angesehensten Londoner Bühnen.

Antragsfrist für Corona-Kulturhilfe verlängert

Die Antragsfrist für Corona-Hilfen für in Not geratene Kultureinrichtungen in Brandenburg ist nach Angaben des Kulturministeriums bis Ende des Monats verlängert worden. Einnahmeausfälle werden bis zu 100 Prozent erstattet, wie Kulturministerin Manja Schüle mitteilte. Der Teil-Lockdown im November mit den verfügten Schließungen habe die Situation der Betroffenen weiter drastisch verschärft. Es sei deshalb entschieden worden, die Bewerbungsfrist für die Corona-Kulturhilfe zu verlängern. Das Programm war Ende April 2020 gestartet worden. Angesprochen werden kommunale Kultureinrichtungen und gemeinnützige kulturelle Vereine sowie Stiftungen und Gesellschaften. 30 Millionen Euro stehen aus Mitteln des Corona-Rettungsschirms des Landes bereit. Das gilt für erhöhte Personal- und Sachausgaben, die durch pandemiebedingte Vorkehrungen für den Veranstaltungsbetrieb erforderlich werden. Investitionen und Ausstattungsmaßnahmen werden nicht berücksichtigt.

Spendenkampagne mit Kunstaktion

Die Initiative "United4Rescue" zur Unterstützung der Seenotrettung erinnert mit einer Kunstaktion an die Menschen, die weiterhin auf ihrer Flucht nach Europa ertrinken. Bei der Kampagne "Drowned Requiem" spielt die dänische Künstlergruppe "Between Music" die Europahymne als Requiem unter Wasser im Mittelmeer. Das Video wurde europaweit veröffentlicht, zugleich wurde eine Spendenkampagne für den Kauf und Umbau des neuen Rettungsschiffes "Sea-Eye 4" eröffnet.

Deutscher Karikaturenpreis 2020 verliehen

Der Hamburger Zeichner Wolf-Rüdiger Marunde ist Gewinner des Deutschen Karikaturenpreises 2020. Geehrt wurde er bei der virtuellen Preisverleihung in Bremen für sein Werk "Wenn einem soviel Gutes widerfährt" zur Krise in der Autobranche. Die Auszeichnung ist mit 4.000 Euro dotiert. Platz Zwei (3.000 Euro) und Drei (2.000 Euro) gingen an die Hamburgerin Miriam Wurster und den Dortmunder Künstler Ari Plikat. Felix Gropper aus Krefeld wurde als bester Newcomer geehrt (1.000 Euro). Der Deutsche Karikaturenpreis wird von der "Sächsischen Zeitung" in Dresden und dem Bremer "Weser-Kurier" vergeben. Ein Publikumspreis wird im März auf der Leipziger Buchmesse verliehen und ist ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert.

Söder will höhere Corona-Hilfen für Künstler

Der bayerische Ministerpräsident Söder fordert vom Bund eine merkliche Aufstockung der geplanten Corona-Hilfen für Künstler. Die aktuell vorgeschlagenen 5.000 Euro seien eindeutig zu wenig. Das entspreche auch nicht der Realität, sagte der CSU-Vorsitzende in einer Rede bei der Internet-Landesversammlung der bayerischen Jungen Union. Wenn der Bund seine Verantwortung ernst nehmen wolle, dann müsse er an der Stelle noch einmal deutlich nachlegen. Auch insgesamt müsse bei den geplanten Corona-Hilfen noch einmal drübergeschaut und nachgearbeitet werden, so Söder. Das gelte auch für Schausteller die unter dem aktuellen Lockdown stark zu leiden hätten, weil die Weihnachtsmärkte ausfielen.

EU-Ministerrat will Verschlüsselung umgehen

Der Europäische Ministerrat plant gegen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Messengern vorzugehen. Das geht aus einem Resolutions-Entwurf des Rats hervor, den der ORF veröffentlichte. Mit einer Art „Generalschlüssel" sollen Behörden Zugang zu allen Chats bekommen. Die Absprachen seien bereits so weit fortgeschritten, dass das Papier Anfang Dezember verabschiedet werden könnte. Ob sich dafür auch im EU-Parlament eine Mehrheit finden ließe, ist allerdings fraglich. Zahlreiche Politiker, Datenschützer und Wirtschaftsvertreter kritisieren das Vorhaben. Die Aushebelung der Verschlüsselung biete keine zusätzliche Sicherheit, unterwandere aber die Grundrechte.

Marion Poschmann bekommt Bremer Literaturpreis

Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis. Die Auszeichnung werde ihr im Januar im Bremer Rathaus für ihren Gedichtband "Nimbus" verliehen, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung mit. Der Gedichtband überführt die Tradition der Naturlyrik in das Zeitalter von Klimawandel und Artensterben. "Ihre Gedichte fügen Kindheitserinnerungen, präzise Gegenwartsbeobachtung und historische Wissensspeicher zu Naturbildern zusammen, die durch ihren Reichtum an Details bestechen", heißt es in der Jurybegründung. Der Förderpreis zum Bremer Literaturpreis wird der Autorin Jana Volkmann für ihren Roman "Auwald" verliehen. Er ist mit 6.000 Euro dotiert.

Archäologen finden Dutzende altägyptische Särge

In der Totenstadt Sakkara bei Kairo haben Archäologen erneut Dutzende gut erhaltene Sarkophage aus altägyptischer Zeit entdeckt. Insgesamt handele es sich um mehr als 100 Särge, die geschlossen gewesen seien, sagte der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani. Zu dem Fund zählten auch rund 40 Statuen. Dem Minister zufolge stammen die Särge aus der Spätzeit des Alten Ägypten vor rund 2500 Jahren und der nachfolgenden ptolemäischen Zeit. Ägypten hatte in diesem Jahr bereits zweimal spektakuläre Funde in Sakkara bekannt gegeben. Dem Minister zufolge können die Archäologen an dem Ort auf weitere Entdeckungen hoffen. Ausgestellt werden sollen die Särge unter anderem im Großen Ägyptischen Museum, das derzeit an den Pyramiden von Giseh gebaut wird. Es soll nächstes Jahr für Besucher öffnen.

Aldo Tambellini mit 90 Jahren gestorben

Der Maler, Bildhauer und Multimedia-Künstler Aldo Tambellini ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Tambellini gilt als Pionier der elektronischen Kunst und erregte in der New Yorker Lower East Side-Kunstszene der frühen 60-er Jahre Aufsehen mit interdisziplinären Multimedia-Performances. Zudem gründete er Kinos in denen ausschließlich Avantgarde- und experimentelle Filme gezeigt wurden. Dadurch bereitete er den Weg für Künstler wie Kenneth Anger, Charlotte Moorman und Nam June Paik. Durch Tambellinis Tod habe man einen Titanen verloren, sagte der Kurator Stuart Comer vom MoMA in New York. Die Londoner Tate Modern hatte zuletzt 2012 eine Retrospektive zu Tambellinis Werk gezeigt.

Kinobetreiber fordern mehr Unterstützung

In einer gemeinsamen Erklärung haben Kinobetreiber und die Gewerkschaft verdi von der Bundesregierung mehr Unterstützung in der Coronakrise gefordert.
Bei den Hilfsprogrammen müssten alle Kinos berücksichtigt werden, unabhängig von Größe und Mitarbeiterzahl. In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass insbesondere Kinoketten und Betreiber mehrerer Kinos im Gegensatz zu anderen von Betriebsschließungen betroffenen Branchen „so gut wie gar nicht" von staatlichen Förderungen, Erstattung von Umsatzausfällen und dem Schutz vor Mietstreitigkeiten profitierten. Außerdem bedürfe es langfristig eines Rettungschirms um Umsatzeinbrüche und Fixkosten zu decken. Nur dann könne das Kulturgut Kino mit einer flächendeckenden Kinolandschaft erhalten bleiben.

Pandemie gefährdet Agenda 2030-Ziele

Die deutsche Unesco-Kommission hat vor den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung gewarnt. Schon nach wenigen Monaten der Pandemie habe es weltweit erhebliche Rückschritte gegeben, erklärte die Kommission. Insbesondere im Bildungsbereich sei zu befürchten, dass sich bestehende Ungleichheiten weiter verschärfen. Zu den 17 Zielen der weltweiten Agenda 2030 gehören unter anderem keine Armut und kein Hunger, Bildung, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit, sauberes Wasser, saubere Energie, Maßnahmen für Klimaschutz und Frieden. Die Kommission rief dazu auf, aus der Pandemie zu lernen und die globalen Ziele nachhaltiger zu verfolgen. Die bisherigen Anstrengungen seien unzureichend. Für die Lösung globaler Krisen seien vor allem multilaterale Verantwortung und Zusammenarbeit statt Abschottung und nationale Alleingänge nötig. Der Bundestag und die Länder sollten multilaterale Organisationen und Völkerrechtsabkommen weiter stärken. Nötig seien zudem gesellschaftlicher Zusammenhalt, Solidarität und gegenseitiges Vertrauen.

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