Montag, 19.08.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. Mai 2019

Mehr Förderung für Digitalisierung deutschen Filmerbes

Das Spektrum ist breit: Klassiker wie "Kuhle Wampe" aus dem Jahr 1932 und "Nordsee ist Mordsee" von 1975 werden jetzt für spätere Generationen gesichert. Die Filmförderungsanstalt FFA stellt für die Digitalisierung rund 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. Dafür wurden 45 Produktionen aus dem 20. Jahrhundert ausgewählt. Das Programm umfasst in den kommenden zehn Jahre jeweils bis zu zehn Millionen Euro, die zu gleichen Teilen vom Bund, von den Ländern und der FFA aufgebracht werden.

Karl-Arnold-Preis geht an Juana Christina von Stein

Die Romanistin Juana Christina von Stein ist mit dem Karl-Arnold-Preis ausgezeichnet worden. Die Literaturwissenschaftlerin erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis am Mittwochabend für ihre Doktorarbeit über den Dichter Charles Baudelaire (1821-1867) und den Romancier Gustave Flaubert (1821-1880). Den Preis vergibt die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften an Nachwuchswissenschaftler oder Künstler. Von Stein forscht am Petrarca-Institut und am Romanischen Seminar der Universität Köln. Seit 2015 ist sie verantwortliche Redakteurin der sprach- und literaturwissenschaftlichen Zeitschrift "Poetica". Die Auszeichnung ist nach dem CDU-Politiker Karl Arnold (1901-1958) benannt, dem ersten Ministerpräsidenten von NRW, und wird jährlich ausgelobt.

Tschechischer Kulturminister tritt nach Protesten zurück

Der tschechische Kulturminister Antonin Stanek tritt zum Monatsende zurück. Das Ressort müsse zur Ruhe kommen, teilte sein Parteichef, der sozialdemokratische Innenminister Jan Hamacek, mit. Stanek war wegen umstrittener Personalentscheidungen massiv unter Druck geraten. Der 53-Jährige hatte den Direktoren der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, und des Kunstmuseums in Olomouc, Michal Soukup, kurz vor Ostern überraschend gekündigt. Mit einem Protestschreiben hatten sich daraufhin mehr als 35 renommierte Museumschefs aus aller Welt hinter Fajt gestellt. Unter den Unterzeichnern waren Max Hollein vom Metropolitan Museum of Art in New York, Miguel Falomir Faus vom Prado in Madrid und Marion Ackermann von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Unter der Führung von Fajt hatten sich die Besucherzahlen der Prager Nationalgalerie nahezu verdoppelt. Zudem konnten namhafte Künstler für Ausstellungen gewonnen werden, darunter der deutsche Maler Gerhard Richter und der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei. Wer Staneks Nachfolger werden wird, ist noch nicht bekannt.

Verena Bahlsen entschuldigt sich

Nach ihren umstrittenen Äußerungen zu Zwangsarbeitern in der Firma ihrer Familie, hat Verena Bahlsen ihre Worte bedauert und sich entschuldigt. „Dass aus meiner Rede über Nachhaltigkeit in der Wirtschaft eine Debatte über deutsche Geschichte und Zwangsarbeiter im Dritten Reich sowie die Rolle des Unternehmens Bahlsen dabei geworden ist, bedauere ich sehr", heißt es in einer persönlichen Erklärung der 25-Jährigen. Dass sie die Debatte später durch unbedachte Äußerungen verstärkt habe, sein ein Fehler gewesen, der ihr leid täte. "Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen." Bahlsen will sich nun "intensiver mit der Historie des Unternehmens" beschäftigen. "Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte." Verena Bahlsen hatte der «Bild»-Zeitung gesagt: Wir "haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt".

Lenbachhaus gibt Arbeiten von Alfred Kubin zurück

16 Zeichnungen des österreichischen Künstlers Alfred Kubin sind vom Münchner Lenbachhaus an die Nachfahren der jüdischen Besitzer zurückgegeben worden. Die Bilder seien dem Ehepaar Morgenstern, Kunstsammlern in Wien, von den Nationalsozialisten geraubt worden, teilte das Museum mit. Hertha Morgenstern hatte 1938 20 Arbeiten von Kubin an den Sammler Kurt Otte zu einem Stückpreis von 30 Reichsmark verkauft. Nach Ansicht von Experten lag dieser Preis weit unter Wert. Eine freie Verfügung über den Kaufpreis sei damals aber nahezu ausgeschlossen gewesen. Das Lenbachhaus hatte Ottes Kubin-Archiv angekauft. Dass es sich bei den 16 Zeichnungen um NS-Raubkunst handelte, entdeckte das Museum bei einer Überprüfung seiner Sammlung. Über den Verbleib der übrigen vier Arbeiten sei nichts bekannt.

Humboldt Forum zeigt Relikte des Palasts der Republik

Zur 800-jährigen Geschichte des Ortes, an dem das Berliner Humboldt Forum entsteht, gehört auch der Vorgängerbau Palast der Republik. Wie die Stiftung mitteilte, will sie an "dieses wichtigste Prestigebauwerk der DDR" durch die Übernahme "wesentlicher Teile" der Inneneinrichtung von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erinnern. Die Stiftung sieht für sich "eine besondere Verantwortung, der sie in vielfältiger Weise gerecht" werden wolle. Deshalb sollen 12 Schlüsselobjekte, Objektensembles und Collagen beispielhaft unterschiedliche Nutzungsaspekte und zentrale Ereignisse veranschaulichen. Am 19. September 1990 war der Palast der Republik wegen der Asbestbelastung geschlossen und 2008 trotz großer Kritik komplett abgerissen worden.

Facebook will Livestreams einschränken

Zwei Monate nach dem Anschlag auf Gotteshäuser im neuseeländischen Christchurch verschärft Facebook die Regeln. Nutzern, die schwerwiegend gegen die Regeln verstoßen, soll die Live-Übertragung von Videos untersagt werden. Nach Auskunft des US-Konzerns wäre es dem Attentäter mit dieser neuen Vorschrift nicht möglich gewesen, 51 Menschen in zwei Moscheen zu ermorden und die Taten zeitgleich auf die Plattform zu übertragen. Nach eigenen Angaben hatte Facebook allein in den ersten 24 Stunden 1,5 Millionen Videos des Massakers gelöscht. Die Ankündigung neuer Regeln erfolgt vor einem Treffen von Facebook mit Politikern in Paris. Details, was Facebook unter schwerwiegenden Verstößen versteht und wie lange die Sperrung andauern könnte, wurden von der Sprecherin des Unternehmens nicht erläutert. Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern begrüßte die Ankündigung trotzdem als einen "guten ersten Schritt".

Christchurch-Massaker soll verfilmt werden

Der Mord an 51 Muslimen in Neuseeland will der ägyptische Filmproduzent Moes Masud zu einem Spielfilm machen. Im Mittelpunkt von "Hello Brother" werde eine Flüchtlingsfamilie stehen, die aus Afghanistan nach Christchurch geflohen ist und in den Anschlag verwickelt wird, sagte Masud dem Branchen-Magazin "Variety". Am 15. März sei die Welt Zeuge eines "unsäglichen Verbrechens gegen die Menschlichkeit" geworden, so Masud. Der Film sei "nur ein Schritt im Heilungsprozess", damit "eines Tages alle mehr Verständnis füreinander und für die Ursachen von Hass, Rassismus und Terrorismus" haben. Die Muslimische Gesellschaft Canterburys in Christchurch erklärte, sie sei über die Filmpläne nicht informiert worden. Sie könne solche Projekte nicht stoppen, halte aber die Würde und Privatsphäre ihrer Religionsgemeinde und die Würde der getöteten Menschen für äußerst wichtig.

Erstmals Amateuraufnahmen aus Warschauer Ghetto gezeigt

In Polen sind erstmals Aufnahmen eines polnischen Amateurfilmers aus dem Warschauer Ghetto während des Zweiten Weltkriegs gezeigt worden. Die etwa zehn Minuten langen Aufnahmen, die Alfons Ziolkowski im Jahr 1941 teilweise versteckt in dem Ghetto angefertigt hatte, wurden beim 16. Dokumentarfilm-Festival in der polnischen Hauptstadt als Teil der historischen Dokumentation "Warschau - eine geteilte Stadt" veröffentlicht.

Fast 100 Millionen Euro für einen Monet

Mit einem Rekordpreis hat das Gemälde "Meules" von Claude Monet den Besitzer gewechselt. Bei der Auktion von Sotheby's in New York erzielte das Bild des Impressionisten 98,8 Millionen Euro. Das Sujet sind Heuhaufen in der Sonne. Sieben Bieter hätten sich acht Minuten lang einen Wettstreit um die Arbeit aus dem Jahr 1890 geliefert. Taxiert war das Bild mit knapp 50 Millionen Euro. Bei der letzten Versteigerung von "Meules" vor 33 Jahren wurden nur gut zwei Millionen Euro erzielt. Der nun erzielte Wert gehört zu den zehn höchsten Preisen, die jemals bei einer solchen Auktion erreicht wurden.

Weitere Auszeichnung für Anke Stelling

"Bodentiefe Fenster", "Fürsorge" und "Schäfchen im Trockenen": Für ihre Roman-Trilogie erhält Anke Stelling den mit 20.000 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. "Mit soziologischer Präzision stellt sie dar, wie und mit welchen Konsequenzen heutige Bürgerlichkeit von den antibürgerlichen Werten der 68er infiziert worden ist", heißt es in der Begründung. Für "Schäfchen im Trockenen hatte die Berliner Schriftstellerin im März den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Der Friedrich-Hölderlin-Preis wird ihr am 9. Juni überreicht.

Wertvolle Kunst am Bau aus Schule geraubt

74 zu einem Nest gegossene Feingoldäste mit einem Gewicht von 814 Gramm und einem aktuellen Wert von 30.000 Euro: Dieses Kunstwerk ist aus einem gläsernen Wandsafe in einer Berliner Grundschule gestohlen worden. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma hatten kurz nach Mitternacht die Polizei alarmiert. Laut der Internetseite des Künstlers Thorsten Goldberg war seine Arbeit mit dem Titel "24kt" "als finanzieller und ideeller Grundstock" gedacht. In 14 Jahren sollte die Schulgemeinschaft entscheiden, ob sie das Kunstwerk behalten oder damit Neuanschaffungen finanzieren will. Die "Berliner Morgenpost" berichtet, Grund für das Ausstellen eines derart wertvollen Kunstwerks in einer Grundschule sei die gesetzliche Vorgabe für Kunst am Bau. Demnach ist der Staat als Bauträger bei öffentlichen Gebäuden verpflichtet, einen gewissen Teil der Baumittel für Kunstwerke zu verwenden. "24kt" sei besser gesichert gewesen als die Goldmünze im Bode-Museum, sagte Thorsten Goldberg dem "Tagesspiegel".

Museum an der Freiheitsstatue in NY eröffnet

Es ist das erste alleinstehende Museum am bekanntesten Symbol der Freiheit: Morgen wird ein neues Ausstellungsgebäude an der New Yorker Freiheitsstatue der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mehr als drei Jahre dauerte der Neubau für rund 100 Millionen Dollar. Das einstöckige, verglaste und sturmsichere Gebäude wurde komplett aus Spenden finanziert. Vom Dach des neuen Museums haben Besucher einen Panorama-Blick über den Hafen von New York und die Skyline von Manhattan. Das Museum kostet keinen Eintritt, für die Fähre zur Insel brauchen Gäste aber weiterhin ein knapp 20 Dollar teures Ticket. Jeden Tag kommen zwischen 8.000 und 28.000 Menschen nach Liberty Island.

Madonna zum ESC in Tel Aviv eingetroffen

Pop-Diva Madonna ist zum Eurovision Song Contest in Israel angekommen. Nach der Landung bekräftigte sie, beim ESC-Finale am Samstag mit zwei Songs aufzutreten. Das berichtet das israelische Fernsehen. Die 60-Jährige habe ein Team von mehr als 130 Leuten und rund 30 Tonnen Ausrüstung dabei. Gestern hatte der Geschäftsführer des ESC, Jon Ola Sand, mitgeteilt, dass bislang kein Vertrag mit der Sängerin unterzeichnet sei. Das erste Halbfinale absolvierten erfolgreich Tschechien, Griechenland, Weißrussland, Serbien, Estland, Australien, Island, San Marion und Slowenien und Zypern. Polen, Belgien, Montenegro, Finnland, Ungarn, Georgien und Portugal sind ausgeschieden. Im zweiten Halbfinale am Donnerstag werden weitere zehn Finalteilnehmer gewählt.

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